Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit

unserer ehemaligen Vereinsmitglieder Lachend

 

Viel Spaß beim Lesen

Teil 1

Protokolle: 23.03.1902 (Gründung) bis 24.02.1906

 

Übertragung aus dem ersten Protokollbuch des Vereins,

das in der alten deutschen Schrift von Herrn Apotheker Pfautsch in seiner sehr speziellen Handschrift geschrieben wurde.

Die Übertragung für den Verein übernahm in sehr dankenswerter Weise

Herr E. Rohse aus Weidenbach im Jahr 2001.

Ein besonderer Dank gebührt Herrn Johann Sturm, Leidendorf,

für das sorgfältige Korrektur-Lesen.

gez. Erich Kraus, 1. Vorsitzender

 

Protokollbuch Nr. 1 vom 23.3.1902 für Obst- und Gartenbauverein Weidenbach-Triesdorf

Protokoll, Weidenbach, d. 23.3.1902
über die erste Verhandlungssitzung zwecks Gründung eines Obst- undGartenbauvereins zu Weidenbach und Umgebung vom 23. März 1902.Behufs Gründung eines, Obst- und Gartenbauvereins wurde auf heute Versammlung im Kunderschen Gasthaus angesetzt. Die Versammlung wurde durch den Einberufer Herrn Apotheker Pfautsch eröffnet und der Zweck derselben klargelegt.

Schließlich wurde der Verein mit 24 Mitgliedern gegründet. Der Verein führt den Namen:


Obst- und Gartenbauverein Weidenbach-Triesdorf und Umgegend.


Bei der hierauf vorgenommenen Wahl der Vorstandschaft wurden folgende Herren gewählt:


Apotheker Pfautsch, 1. Vorstand
Obstbaulehrer Häberlein, 2. Vorstand
Kantor Walter, Kassier und Schriftführer
Hochmann, Leidendorf, Ausschußmitglied
Gran, Weidenbach, Ausschußmitglied
G. Knäulein, Weidenbach, Ausschußmitglied
Rück, Hirschlach, Ausschußmitglied
Herrmann, Weidenbach, Ausschußmitglied


Das Werkchen "Die Obstsorten für Bayern" v. Landesinspektor R. Mertens wird dem Verein von H. Häberlein gratis übermittelt.
G.w.v. vert (d.h. wende!, die 1. Seite war voll)
Als Vereinslokal wird der Kunder'sche Saal bestimmt.
Die nächste Versammlung soll ausnahms noch mal durch die Presse bekannt gegeben werden; im übrigen sollen die Mitglieder durch Zirkular ev. durch Postkarte von den Versammlungsterminen verständigt werden.Unterschriften:
Pfautsch
Häberlein
F. Walter
Fr. Gran
Mich. Rück
L. Hochmann
Mich. Herrmann
Knäulein


Weidenbach, den 10. April 1902
Die heute im Vereinslokal abgehaltene Versammlung war recht gut besucht. Der Vorstand, Herr Apotheker Pfautsch, eröffnete dieselbe mit Begrüßung der Anwesenden und hielt dann einen längeren Vortrag über
"Schädlinge der Obstbäume und Sträucher und deren Bekämpfung."
Beschlossen wurde, daß der Verein gemeinsam mit den Obstbauvereinen Arberg und Herrieden bei der im Sept. heurigen Jahres zu Feuchtwangen stattfindenden Kreisversammlung eine Kolletiv- Ausstellung von Obstsorten veranstalten werde. Die Herren Reichert hier, Beyhl-Großbr., Joh. Seitz-Mörlach, Ad. Keitel-Weiherschb., Lidev, Herlein-Ornbau, traten dem Verein bei.
Nachdem Herr Hochmann - Leidendorf dem Vorsitzenden den Dank der Versammlung für seine bisherige Mühewaltung u. den Vortrag ausgesprochen, wurde dieselbe nach fast 3 stündiger Dauer geschlossen.Der Vorstand: gez. Pfautsch
gez. Knäulein
gez. Hermann
gez. F Walter


Weidenbach, den 25. Mai 1902
Die heutige 3. Versammlung wurde durch den Vorstand eröffnet und zunächst dem Herrn Forstmeister Rauber das Wort ertheilt. Genannter Herr hielt einen sehr eingehenden Vortrag über Grenzrecht bzw. gesetzliche Rechte über das Eigentum von Grenzbaum Überhang. Anlage von Wald und dergl. Sodann wurde vom Vorstand über Obstschädlinge unter Vorzeigung von mikroskopischen Präparaten ausführlich gesprochen, so wie das Entspitzen von Spalierbäumen etc. behandelt.Die Versammlung war zahlreich besucht. Als neue Mitglieder traten bei die Herrn Obergruber, Weiherschneidbach, Jakob Zottmann, Ornbau, Ökonom Bischof u. Joh. Meister, Leidendorf, Schreinermeister Thiermann hier.Zum Schluße wurde für die interessanten Vorträge den Herrn besonders Dank entgegengebracht.Vorstand: gez. Pfautsch
gez. Knäulein
gez. Herrmann

 

Weidenbach, den 6. Juli 1902
Die 4. Monatsversammlung wurde vom Vorstand eröffnet und von demselben unter Vorführung von Material und mikroskopischen Präparaten 1. Spargelkäfer, Spargelschädlingen nebst Raupen, 2. Gespinstmotte, lebende Raupen sowie Puppen, 3. Rostpilz auf Rosen, und Getreiderost auf Weizen und Hafer eingehend besprochen. Blattlaufkäfer, Saatschnellkäfer.Bezüglich der Ausstellung in Feuchtwangen ergab die Umfrage, daß ca. 100 reichlich tragende Obstbäume von den Mitgliedern als ausstellungsfähig erachtet wurden.Weiter wurde beschlossen zwecks Ausstellung Papierwolle und Pappteller auf Kosten des Vereins in entsprechender Anzahl zu beschaffen, sowie eine Beerenquetschmühle zum Preise von 7 Mk anzukaufen.Hierauf folgte eingehende Besprechung der Insektenfanggürtel "Einfach" und deren Verwendung empfohlen. Das Entspitzen von Weinstöcken wurde unter Vorzeigung einer Rebe entsprechend gezeigt.Auf Anregung des Herrn Forstmeister Rauber, die jeweilig zur Vorlage kommenden Schädlinge in einer Sammlung zu vereinigen, wurde vom Vortragenden bereitwilligst zugesagt. Zum Schlusse der heutigen sehr interessanten Versammlung brachte der Vorstand noch einige Proben von Früchten, die allseitig große Anerkennung hervorriefen.

Schluß ½8 Uhr
Der Vorstand
gez. Pfautsch
gez. Herrmann
gez. Knäulein

 

Wanderversammlung des Obst- und Gartenbauvereins in Leidendorf am 10. Aug. 1902
Nach Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Anwesenden durch den Vorstand wurden zunächst die drei letzten Protokolle verlesen. Hierauf behandelte derselbe sehr eingehend das Thema1. Entstehung, Entwicklung und Aufbau der Pflanzen und Bäume, sowie pflanzliche Parasiten auf letzteren. Die sich anschließende Debatte beschränkte sich lediglich auf Behandlung verwundeter Obstbäume.

2. wurde Bericht erstattet über die diesjährige Obsternte in Deutschland und Österreich, woraus zu entnehmen ist, daß die Obst- namentlich Apfelernte in Bayern eine sehr gute zu sein scheint.

3. wurden Belehrungen gegeben über richtiges Obstpflücken.

4. desgl. über Pflanzung resp. Neuanlagen von Obstbäumen.

5. Schädlinge wurden, die Johannisbeerwespe nebst Maden und Puppen, die verderbliche Kohlmade, der Apfelwickler in Fallobst, die Tannenlaus so wie, der in diesem Jahr ziemlich häufig auftretende Gitterrost, sogar auf Zwetschgen vorgezeigt. Zwecks Bekämpfung dieser Schädlinge nötige Maßnahmen gegeben.Herr Lindner übergab einige Äpfel, die sich als mit Fusidarium befallen erwiesen. Anweisung: Spritzen mit Kupfer-Kalk. Auf Antrag eine Obstpresse und Mühle anzuschaffen wurde beschlossen bis auf Weiteres zuzusehen mit der Beschaffung, da Herr Hochmann sich bereit erklärt hat für dieses Jahr seine Geräte unseren Vereinsmitgliedern unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Weiter wurden die Mitglieder aufmerksam gemacht bei Anschaffung von Obstbäumen sich gemeinschaftlich durch den Verein solche bestellen zu lassen, um vor schlimmen Folgen bewahrt zu bleiben.Auf Wunsch soll eine der nächsten Versammlungen in Weiherschneidbach abgehalten werden, was in Erwägung gezogen wird.Als Mitglieder traten bei die Herren:
Lehrer Redel, Gg. Zippel, Joh. Breit, Mich. Guhsner, Gg. Grünsteidlein, Stefan Riegel, Mich. Weydringer, sämtlich von Leidendorf. Wolf. Bellert - Weidenbach, Joh. Schmidt, L. Frank, Joh. Keitel - Weiherschneidbach, G. Betz, Esbach.Nachdem Herr Hochmann den Vorstand für dessen Bemühungen und gedeihliche Entwicklung des Vereins Namens des letzteren feurigen Dank zollte, brachte der Vorstand auf das Wachsen, Blühen + Gedeihen des Obstbauvereins ein dreifaches Hoch aus. Somit schloß die heutige Versammlung, welche eine der lebhaftigsten bisher war und zeigt wiederum, daß der Verein mächtig im Aufstreben begriffen ist und jeder Theilnehmer sichtlich zufrieden war.Der Vorstand: gez. Pfautsch
gez. Knäulein
gez. Herrmann

 

Nachtrag zur Versammlung von 10. August
Bezüglich der Benutzung der Beerenquetschmühle wurde beschlossen, daß solche nur an Vereinsmitglieder behufs Benutzung abgegeben wird; Nichtmitglieder dagegen keinen Anspruch haben. Weiter wurde vom Vorstand ein Fanggürtel vorgelegt, welcher seit 14-tägiger Arbeit bereits 8 Obstmaden aufwieß, was als sehr praktisch anerkannt wurde und deren Anwendung wiederholt empfohlen wurde.1. Vorstand: gez. Pfautsch
gez. Knäulein
gez. Herrmann

 

Wanderversammlung am 21. September 1902 zu Weiherschneidbach
Die Versammlung war sehr zahlreich besucht um 4½ Uhr durch den Vorstand eröffnet.Als weiteres Ausschußmitglied für Weiherschneidbach und nächster Orte wurde Ökonom A. Keitel gewählt. Der Vorstand brachte wiederum Obstschädlinge und die angelegte Sammlung derselben in Umlauf. Sodann berichtete derselbe über die überaus reichlich beschickte Obstausstellung in Feuchtwangen und über Obstbauanlagen im Allgemeinen und demnächst vorzunehmende Winterbehandlung von Bäumen. Weiter wurde einstimmig beschlossen eine Obstmühle und entsprechende Presse anzuschaffen. Das hierzu benötigte Geld ist vom Darlehenskassenverein Weidenbach zu entnehmen gegen Verzinsung und jährliche Abzahlungen nach verfügbaren Mitteln zu leisten. Die Kosten hierfür belaufe sich auf 166 M. 50 Pf.
Als Taxe für Benutzung der Geräte wurde für Mitglieder des Obstbauvereins der Betrag pro Hektoliter Most auf 1 Mark, für Nichtmitglieder auf 1.50 Mark festgesetzt. Worüber seitens des Vorstandes, in dessen Behausung die Geräte verwahrt und benutzt werden können, Controlle geübt wird. Für etwaigen Schaden durch ungeeignete Behandlung der Geräte ist derjenige haftbar, welcher dieselben in Benützung zieht.Für unentgeltliche Benutzung des Frachtwagens nach Feuchtwangen, sowie für die weitere Ausstellung des Obstes soll den Herrn Prof. Schreiner + Obstbaulehrer Häberlein schriftlicher Dank abgestattet werden.Die Versammlung war sehr animiert und folgende Herren wurden als Mitglieder aufgenommen:
Die Herren Gögelein, Weidenbach
Wagner , Weidenbach
Haindlein, Weidenbach
Schwenold,Heinrich, Kolmschneidbach
Steiner Kolmschneidbach
Böckler Kolmschneidbach
Knäulein, L. Weyerschneidbach
Schnell, Martin Weyerschneidbach
Müller, Math. Weyerschneidbach
Stettner Nehdorf, gestrichen, gez. Pfautsch, (Bemerkungen unleserlich!)


Fulda Sommersdorf

Unter den üblichen Dankesbezeugungen wurde 7 Uhr Versammlung geschlossen.1. Vorstand: gez. Pfautsch
gez. Herrmann
gez. Knäulein

 

Weidenbach, den 5. Okt. 02
Die heutige Versammlung des Obst- und Gartenbauvereins Weidenbach-Triesdorf und Umgegend, welche im Kunder'schen Gasthause abgehalten wurde, war ziemlich gut besucht. Der Vorstand des Vereins begrüßte zunächst die Erschienenen freundlichst und machte die erfreuliche Mitteilung, daß die Mitgliederzahl auf 73 gestiegen sei. Hierauf hielt Herr Vorstand einen sehr ausführlichen Vortrag über "Die Obstweinbereitung". Er forderte die Mitglieder auf, die Apfelweinbereitung in Verbindung mit einem vermehrten und verbesserten Obstbau sowohl vom volkswirtschaftlichen wie gesundheitlichen Standpunkt nach Kräften zu fördern. Hierauf gibt er entsprechende Ratschläge für die Obstaufbewahrung.Die Gebühr für die Benützung der Presse für Nichtmitglieder wird auf 2 Mark festgesetzt pro Hektoliter.Schließlich konstatiert der Vorsitzende, daß die in Feuchtwangen ausgestellten thierischen (nicht pflanzliche sondern thierische) Obstbaumschädlinge nicht vom Kreisgut Triesdorf sondern vom hiesigen Obstb. Verein ausgestellt wurden.Nach 1½ stündiger Dauer wurde die Versammlung geschlossen.gez. Pfautsch
gez. Walter
gez. Herrmann
gez. Knäulein

 

Wanderversammlung in Großbreitenbronn am 16. Novbr. 1902
Wegen Behinderung des 1. Vorstandes wurde die Versammlung im Beylschen Gasthaus nachmittags 4 Uhr eröffnet und durch den 2. Vorstand Herrn Obstbaulehrer Häberlein geleitet. Derselbe referierte über Obstbaumpflanzung. Ferner Wurzel- und Kronenschnitt mit Demonstration sowie Obstverwertung unter Veröffentlichung der in diesem Jahre erzielten Durchschnittspreise für Obst mit Angabe der Mittel und Wege. Hierzu endlich noch über Vereinswesen resp. dessen Ziele etc. etc. Ferner wurde die bekannte (?) maschine besprochen, von der Anschaffung jedoch dieses Jahr Abstand genommen. Auch kam der Gartenbaukalender von 1903 von Ries in Umlauf.Nachdem noch 8 anwesende Herrn ihre Aufnahme beantragten, wurde die Versammlung um 6 Uhr geschlossen.

Es traten bei:

Herr Lehrer Fuchs, Großbreitenbronn
Herr Gg. Herrmann, Großbreitenbronn
Herr Gg. Uhlmann, Großbreitenbronn
Herr Gg. Frank, Großbreitenbronn
Herr G. Krauter , Kleinbreitenbronn

Herr Fetz, Kleinbreitenbronn
Herr Gg. Simon, Bammersdorf
Herr Mathes, Weidenbach1. Vorstand: gez. Pfautsch
gez. Knäulein
gez. Hermann

 

Weidenbach, den 14. Nov. 1902
Die heute im Vereinslokal abgehaltene Versammlung war sehr gut besucht. Der Vereinsvorstand erstattete zunächst Vortrag über einige in natura vorgezeigte Obst- und Gartenschädlinge, worauf er die Bedeutung des Sauerstoffes und des Lichtes für die Pflanzen näher beleuchtete. Als Düngemittel für die Obstbäume wurde ganz besonders die Jauche oder Gülle empfohlen, weil dieselbe die gebundenen Nährstoffe aufschließt, sich rasch im Boden verteilt und auch sehr schnell wirkt.Zum Schlusse machte der Vorsitzende noch verschiedene Mitteilungen, wobei er seine große Freude über die starke Benutzung der Obstpresse Ausdruck gab. Es wurden nämlich 25,23 hl Most bereitet, wozu zirka 85-90 Ztr. Obst nötig waren.Nach 2½ stündiger Dauer wurde die Versammlung geschlossen.
gez. Pfautsch
gez. Knäulein
gez. Herrmann
gez. F. Walter

 

Weidenbach, den 11. Jan. 1903
Die heutige Generalversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Weidenbach-Triesdorf und Umgebung war sehr stark besucht. Der Vorstand, Herr Apotheker Pfautsch, eröffnete dieselbe mit Begrüßung der Erschienenen und gab sodann einen kurzen Rückblick über das 1. Vereinsjahr.

Die vom Kassier zur Verlesung gebrachte Rechnung von 1902 weißt auf:
Einnahmen: 267,54 M.
Ausg. : 238,66 M.
Kasse : 28,48 M.Der 2. Vorstand, Herr Obstbaulehrer Häberlein, besprach hierauf die Obstsorten, welche sich zur Anpflanzung in hiesiger Gegend besonders eignen, nämlich:
Schöner von Booscoop
Roter Eisnerapfel
Kasseler Renette
Die gute Graue u.
Eßlinger ZwetschgenNach Erledigung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung nach fast 3-stündiger Dauer geschlossen.
gez. Pfautsch
gez. F. Walter

 

Sommersdorf, 9. Febr. 1903
Die heute im Kirchdorfer'schen Gasthof zu Sommersdorf abgehaltene Wanderversammlung war sehr gut besucht. Der Vorstand des Vereins hielt einen sehr ausführlichen Vortrag über Zweck und Aufgabe der Obstbauvereine, über Pflanzen und Pflege der Obstbäume und über die Obstverwertung. Beim Ankauf von Obstbäumen kaufe man ja nicht bei Hausierern sondern nur aus guten Baumschulen. Sehr interessant waren die Mitteilungen des H. Vorstandes über den Nutzen der Fanggürtel. In 80 solchen Gürteln fanden sich an 2000 Puppen, Maden, Käfer etc. vor. Die Gründung eines Distrikts-Obstbauverbandes mit dem Sitz in Weidenbach soll angestrebt werden.Dem Verein traten 19 Herren bei.gez. Pfautsch
gez. F. Walter

 

Burgoberbach, 8. März 1903
Die heutige zweite Wanderversammlung war im Gasthause des Herrn Wurzinger einberufen und sehr stark besucht. Nach Eröffnung derselben durch den 1. Vorstand gab derselbe eine Schilderung des Obstbaues und seiner Bedeutung, Verwerthung es Obstes, Pflichten und Ziele des Obstbauvereins. Weiter demonstrierte Herr Obstbaulehrer Häberlein den Kronenschnitt von Obstbäumen resp. Kern- und Steinobst in sehr ausführlicher Weise.Die Gründung eines Distriktverbandes ist bis auf Weiteres verschoben, die inzwischen eingetretenen Hindernisse erst beseitigt werden müssen. Ferner wurden die Obstschädlinge mit Erläuterungen vorgezeigt und auf Bezug gesunder Bäume aus reellen Baumschulen wiederholt angesichts mehrerer Inserate im Grenzboten aufmerksam gemacht, sowie vor dem Hausierhandel eindringlich gewarnt. Verschiedene Proben von Beerenweinen fanden allseitig Anklang.Dem Verein traten abermals 11 Mitglieder aus Burgoberbach, Gerersdorf und Claffheim bei, so daß die Mitgliederzahl sich auf 122 beläuft.Auch wurde bekannt gegeben, daß dem Verein seitens des Verbandes 40 Mk Unterstützung zugekommen sind.gez. Pfautsch

 

Großenried, 29. März 1903
Im Engelhard'schen Gasthause dahier war heute die 3. Wanderversammlung ordnungsgemäß abgehalten worden. Der 1. Vorstand hielt über Obstbau im Allgemeinen, Pflege, Pflanzung von Bäumen, Obstschädlinge, Bekämpfung derselben einen längeren Vortrag. Sodann wurde auch der Weinrebenschnitt eingehend demonstriert. Auf den Hausierhandel mit Obstbäumen wurde wiederholt aufmerksam gemacht und vor Ankauf solcher Ware eingehend gewarnt. Über Aufbewahrung von Obst unter Vorlage von sehr frischen, tadellosen Äpfeln wurden entsprechende Ratschläge ertheilt.Herr Pfarrer Rindfleisch dankte in herzlichen Worten dem Vorredner für die ausführlichen Winke und wünscht, daß alles Gesehene und Gehörte auch eifrig angewendet werden möge.
Die Zahl der Mitglieder stieg auf 134, ein erfreuliches Zeichen für die Sache.gez. PfautschAn obigem Tage traf auch eine Handspritze ein.
gez. Pfautsch

 

Weidenbach, den 3. Mai 1903
Im Vereinslokal Kunder war auf heute Generalversammlung anberaumt. Hierzu waren auf ergangene Einladung hin auch Vertreter der Vereine Herrieden und Arberg erschienen.Die Gründung eines Distrikt-Verbandes wurde einstimmig beschlossen. Der Verband soll folgenden Namen führen:
"Distrikt-Verband Herrieden-Weidenbach-Triesdorf-Arberg mit dem Sitz in Weidenbach-Triesdorf." Die Lebensdauer des Verbandes
sollte eine sehr kurze sein. Bei der Wahl des siebengliedrigen Ausschusses beanspruchten die Vertreter von Herrieden 3 Sitze, während die übrigen anwesenden Vereine Herrieden - der Mitgliederzahl entsprechend: Herrieden 82, Arberg 54, Weidenbach-Triesdorf 145, nur 2 Ausschußmitglieder zuerkannten. Da eine Einigung über die Wahl nicht erfolgte, so wurde die Auflösung des Verbandes sofort wieder beschlossen.gez. Pfautsch
gez. Knäulein
gez. F. Walter


Weidenbach, 17. Mai 1903
Obstbauverein
In der heutigen Versammlung wurde mit allen gegen 7 Stimmen die Anschaffung eines größeren Dörrapparates beschlossen. Sodann erfolgte die Gründung des Bezirks-Obstbau-Verbandes Feuchtwangen mit dem Sitz in Weidenbach-Triesdorf. Die Vorstandschaft besteht aus folgenden Herren:
1. Vorstand: Apotheker Pfautsch (Kassier)
2. Vorstand: Obstbaulehrer Häberlein
3. Ausschuß: 1. Bürgermeister Maag - Großenried
4. Keitel - Weiherschneidbach
5. Bürgermeister Veit - Arberg
6. Joh. Schlecht - Arberg
7. Wegmacher Heller -Burgoberbach1. P.S. Als Vereinsdiener wurde ein Sohn des Herrn Reichert aufgestellt und für jeden Vereinsumlauf 25 Pfg festgesetzt.P.S. Der Obstbauverein Herrieden fühlte sich bemüßigt einen weniger als schmeichelhaften Absagebrief zu senden, auf dessen Beantwortung laut Beschluß verzichtet wird. Im Interesse der Sache ist es zwar bedauerlich, daß eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Die Gründung des Bezirksvereins wurde am gleichen Tage dem kgl. Bezirksamt Feuchtwangen mitgeteilt.gez. Pfautsch

 

Nachgetragen Pfautsch Weidenbach, den 28. Juni 1903
In der heutigen im Vereinslokal abgehaltenen Versammlung, die leider sehr schwach besucht war, wurde laut Tagesordnung vom 1. Vorstand ein interessanter Vortrag über Obsterzeugnisse und Einführung von Obst nach Europa und in unserer Heimath nebst näherer Bezeichnung derjenigen Sorten, welche heute noch existieren, gehalten. Ferner eine Reihe von Schädlingen in natura wurden gezeigt und deren Bekämpfung eingehend besprochen. Ferner wurde konstatiert, daß der vom 2. Vorstand Herrn Obstbaulehrer Häberlein abgehaltene Kurs in Unterweisung der Pflege und Pflanzung, Veredlung von Obstbäumen am 6. Mai nachmittags von 25 Mitgliedern besucht war.In einer am 12. Juni abgehaltenen Ausschußsitzung wurde beschlossen 100 Mk von dem Cassabestand bei der Darlehenskasse Verein Weidenbach durch den Cassier anlegen zu lassen.Die Zahl der Mitglieder beträgt zur Zeit 148. Weiter wurden Belehrungen gegeben über das Entspitzen der Weinreben und Spaliere.
Besondere Wünsche wurden nicht gestellt.gez. Pfautsch, 1. Vorstand
gez. Mich. Herrmann
gez. Knäulein

 

9. August Wanderversammlung in Arberg siehe Protokoll Bezirksverband
Nachgetragen v. Pfautsch

 

Weidenbach, 20. Sept. 1903
Die auf heute einberufene Versammlung ins Vereinslokal wurde Nachmittag 4 Uhr eröffnet. Der Besuch ist leider durch andere Kirchweihen etc. ein schwacher, in Anbetracht der großen Mitgliederzahl. Der 1. Vorstand berichtete über die neu angeschaffte Dörre von H. Issinger, Geisenheim Rh unter Vorzeigung von gedörrtem Gemüse, Suppenkräutern und Früchten. Weiter wurden Einmachfrüchte in verschiedenen Arten besprochen und diesbezüglich Material vorgelegt. Ein vom Verbandsvorstand eingelaufener Prospekt bezügl. Betheiligung an der im nächsten Jahr zu Rothenburg o.T. stattfindenden Ausstellung kam zur Besprechung und wurde dem Wunsche insofern Rechnung getragen, daß sich der Verein nach Möglichkeit betheiligt und die diesbezüglichen Schritte dem 1. Vorstand überlassen bleiben.Die Taxe für Benützung einer angeschafften Beerenpresse durch die Mitglieder wurde auf 1 Pf. pro Liter festgesetzt. Nichtmitglieder zahlen das Doppelte.Weiter wurden die Gebühren für Benutzung der Obstpresse und Mühle seitens Nichtmitglieder auf 5 Pf. festgesetzt pro Liter. Bezüglich des Dörrapparates wurde bis auf Weiteres, um erst ein Bild von der Sache zu erhalten, die Taxe pro Tag für Mitglieder auf 50 Pfg., für Nichtmitglieder auf 1 Mark festgesetzt. Brennmaterial hat jeder selbst zu stellen. Die Dörre bleibt im Ort beim 1. Vorstand stehen. Nach auswärts kann dieselbe nur ortweise und ebenfalls nur an einem Platze aufgestellt und zwar unter Bedachung gebracht werden. Der betreffende Obmann hat für richtige Behandlung der Dörre zu sorgen und die entsprechende Einnahmen mit Bestätigung der betreffenden Benutzer an den Vorstand abzuliefern. Die Transportkosten gehen zu Lasten der auswärtigen Ortsgruppen, welche die Dörre in Benutzung ziehen wollen.Nachtrag: Wegen Beschädigung derselben aufgehoben und darf nicht mehr ausgeliehen werden. Gez. Pf.Weitere Anträge wurden nicht gestellt. Zu bemerken ist noch, daß die Taxen für die Geräte einstimmig genehmigt wurden.
Hierzu verschieden geformte Früchte von ein und demselben Baum wurden vom Vorstand noch vorgezeigt mit dem hinzufügen wie schwer es nach diesem Beispiel ist, Früchte richtig zu bestimmen.Schluß um 7 Uhrgez. Pfautsch
1. VorstandP.S. Als neue Mitglieder wurden aufgenommen:
die Herrn Schneider Geweiher, Andreas Knäulein, hier
Karl Wagner + Joh. Friedel, Dierersdorf
Stand z.Z. 152gez. Mich. Herrmann
gez. Knäulein

 

Nachgetragen von Pfautsch Weidenbach, den 15. Nov. 1903
Im Vereinslokal dahier war auch heute Nachm. 3 Uhr eine Versammlung ordnungsgemäß anberaumt. Dieselbe war von ca: 40 Mitgliedern besucht. Vom 1. Vorstand wurde eine Anzahl Obstschädlinge besprochen, vorgezeigt und deren Vertilgung eingehend klargelegt. Der 2. Vorstand beteiligte sich nicht wieder an der Erklärung des obigen Themas und gab Rathschläge über Düngung der Obstbäume. Die Anschaffung von Conserven-Gläsern wurde für nächstes Jahr in Erwägung gezogen. Für den Monat Januar wurde beschlossen einen Cursus abzuhalten über Obstschnitt und dergleichen. Nähere Details werden noch bekannt gegeben.
Unter Titel Vereinsangelegenheiten brachte der 1. Vorstand die s.Z. angeschaffte Obstdörre zur Diskussion und wurde seitens der Versammlung einstimmig die ordnungsgemäße Anschaffung der Dörre seitens des 1. Vorstandes anerkannt auf Grund des Beschlußes vom 17. Mai d. Jahres keinerlei Widerspruch erhoben. Weiter soll im nächsten Jahr ein Obstverwertungskursus thunlichst angebahnt werden. Die auf der Dörre bereiteten Produkte, welche nach Rothenburg zur Ausstellung gelangen, wurden ebenfalls vorgeführt und fanden reichen Beifall. Ein weiter vorgelegter Fanggürtel mit lebendem Inhalt wurde ebenfalls eingehend besprochen und die Notwendigkeit derselben sowie Anlegung von Leimringen sehr empfohlen. Der Beitritt zum landwirtschaftl. Verein wurde einstimmig genehmigt.gez. Pfautsch 1. Vorstand
Mich. Hermann
Knäulein
Adam KeitelNachgetragen von Pfautsch

 


Winterschneidbach, 13. Dez. 1903

Bei Hr. Gastwirth Ziegler daselbst war auf Nachm. 4 Uhr eine Wanderversammlung anberaumt, die ziemlich stark besucht war.

Der 1. Vorstand hielt einen Vortrag über die Bedeutung des Obstbaues, Pflege derselben, Anlage der Pflanzgruben, ferner Obstschädlinge unter Vorzeigung diesbezüglichen Materials und deren rationelle Bekämpfung. Mehr über Obstverwertung und Instruktionen der Obstbauvereine. auf gemeinschaftlichen Bezug von Sämereien wurde hingewiesen. Proben von Dörrobst und Gemüse wurde eingehend behandelt und vorgelegt. Bei Neuanlagen von Obstgärten wurde in erläuternder Weise auf die Staatsprämie aufmerksam gemacht. Es traten dem Verein bei die Herren

Fried. Körner, Winterschneidbach
Gastwirth Ziegler, Winterschneidbach
Joh. Friedrich, Winterschneidbach
Schwab, Winterschneidbach
Joh. Blank, Winterschneidbach
Fried. Schwab, NehdorfSchluß 7 Uhr
1. Vorstand
PfautschP.S. Es wurde auf den demnächst stattfindenden Unterrichtskursus zu Weidenbach behufs Theilnahme an denselben warm empfohlen. Auf mehrseitigen Antrag die Versammlungen abwechselnder Weise abzuhalten, wurde gutgeheißen und soll künftig berücksichtigt werden.
Pfautsch

 

Weidenbach, den 12. Januar 1904
Laut Bekanntgabe wurde am 11. u. 12. Jan. im Vereinslokal ein Obstbaukurs abgehalten. Derselbe erstreckte sich auf Sortenanbau und Vorzeigung der Modellfrüchte. Ferner Wurzel- und Kronenschnitt. Pflanzung eines Baumes im Kindergarten. Verschiedene Veredelungsarten wurden mit Material ausgeführt. Schnitt von Spalier und Pyramiden gezeigt, ferner Verjüngung von Obstbäumen und Auslichten von alten Kronen. Leider wurde durch eingetretene Schneegestöber der Aufenthalt im Freien unterbrochen. Es wurden sodann 2 Bäume versteigert, Herr Gran ein Spalier 1.20, für Weydringer eine Pyramide zu 1.30. Über Pflanzung und Pflege von Spalieren an Wänden wurde gesprochen, und 6 Uhr abends geschlossen, nachdem Herr Obstbaulehrer Häberlein der gebührende Dank gezollt war. Theilnehmer waren es 46.Pfautsch

 


Weidenbach, den 7. Februar 1904Generalversammlung
war mittelst Circular an die Mitglieder ordnungsgemäß bekannt gegeben unter Veröffentlichung der Tagesordnung. Anwesend waren ca. 70 Mitglieder. Zunächst wurde Jahresbericht pro 1903 über die Thätigkeit des Vereins erstattet. Die Zahl der Mitgieder war am 31. Dez. 152. Hiervon traten aus theils freiwillig, theils Wohnungswechsel. durch Vereinswechsel Durch Tod 1. Ein Mitglied zog seine Anmeldung wieder zurück. Hinzu kamen bis heute 13 Neuanmeldungen, so daß der Verein nunmehr 160 Mitglieder zählt. Es erfolgte nun Rechnungsabhör. Die Einnahmen betrugen pro 1903 431 Mark und 75 Pfennige, die Ausgaben 419 Mark und 4 Pfennige, so daß ein Saldo von Mark 12,71 verbleibt. Nach Prüfung der Rechnung wurde dem Kassier deharge (= Entlastung ) ertheilt. Bezüglich der noch restierenden Schulden von Zweihundert Mark wurde beschlossen für dieses Jahr 50 Mark abzuzahlen. Nachdem Herr Lehrer Walter die Funktion eins Cassiers niedergelegt ebenso auch lt. Brief vom 25 Nov. 1903 Herr Obstbaulehrer Häberlein als 2. Vorstand zurücktrat, wurde einstimmig als 2. Vorstand Herr Staatsstraßenwärter Heller und als Cassier Herr Beyl von hier gewählt.
Vom 1. Vorstand wurde ein von dem Splintkäfer befallener Zwetschgenbaum vorgezeigt, der Schädling eingehend besprochen und Vertilgungsmaßregel bekannt gegeben. Wiederholt wurde auch ein besetzter Fanggürtel "Einfach" besprochen. Ferner auf gemeinsamen bezug von Okuliermesser u. Cocosstricke durch den Verein aufmerksam gemacht. Ferner wurde beschlossen 6 Erdbohrer anzuschaffen und den betreffenden Gemeinden gegen Ersatz der Hälfte des Anschaffungspreises solche abzugeben. Die Erdbohrer bleiben stets Vereinseigenthum und werden nur verliehen. In Anbetracht der Finanzen sollen in diesem Jahre an die Mitglieder je 3 Meter Fanggürtel auf Vereinskosten verteilt werden. Auf gemeinschaftlicher Bezug von Obstbäumen wurde wiederholt angeregt.Als neue Mitglieder traten ein die Herrn Herbst, Schwab und Kurz von Großbreitenbronn, Lechner Haag, Herrmann - Merkendorf, so daß nun der Verein 163 Mitglieder zählt. 2 Austritte sind wegen persönl. Lebensverhältnisse zu verzeichnen. Auch für dieses Jahr wurden wieder Gartensämereien von Erfurt bezogen und über 200 Portionen verschiedener Samen verteilt. Aus dem Jahr 1903 herrscht in diesem Punkt allseitiges Lob über Güte und Ertrag. Auch die Nachfrage nach Obstbäumen ist rege. Die äußerst animierte Versammlung wurde ½ 7 Uhr abends geschlossen.gez. Heller, Joh. gez. Beyhl, Joh.
Pfautsch
1. Vorstand

 

Wanderversammlung vom 15. Mai 1904 in Großbreitenbronn war legal anberaumt und zahlreich besucht. Vom 1. Vorstand wurde über Obstschädlinge in eingehender Weise mit Demonstrationen gesprochen, Bekämpfung derselben und über Fanggürtelresultate berichtet. Der in Herrieden gemachte Gewinst eines Leitseiles wurde an den Meistbietenden Hr. Beyhl versteigert um 3 Mk. 10 Pfennige. Über Entspitzen der Bäume wurden Ratschläge gegeben.Dem Verein traten weitere Mitglieder bei. Wünsche und Anträge ergaben keine Veranlassung. Geschlossen um 6 Uhr.gez. Heller gez. Pfautsch
2. Vorstand 1. Vorstand
gez. Beyhl1903 wurde Obstwein bereitet 7.51 hl = 24 ltr. Obst und 181 Liter Beerenwein - 10 ltr. Dörrobst.

 

Versammlung am 17. Juli dahier, 1904
Durch Circular und an die Auswärtigen mittels Stempelaufdruck ordnungsgemäß eingeladen, waren 22 Mitglieder erschienen. Der 1. Vorstand besprach die Zwetschgenblattmilbe und deren Bekämpfung, sodann über Moniliakrankheiten Zwetschgen pruni mit mikroskopischer Präparation, Splintkäfer in Apfelbaum, über Beerenweinbereitung, Conservengläser und deren Verwendung wurde durch Vorzeigen und Versuche mit Rhabarbercompott eingehend besprochen. Die Anschaffung einer weiteren Spritze im Werthe von 5 Mk wurde einstimmig beschlossen.
Weiter wurde einstimmig auf Antrag genehmigt, daß die Geräte des Vereins von Nichtmitgliedern künftighin nicht mehr benutzt werden dürfen. Dasjenige Mitglied, welches Geräte des Vereins an andere Nichtmitglieder zur Benutzung abgibt oder selbst die Benutzung auf Grundstücken anderer (Nichtmitglieder) vornimmt oder in eigener Behausung Geräthe für Interesse anderer benützt, fält in eine Conventionalstrafe von 50 Mk.
Bezügl. des Staatszuschusses sollen Rechnung über Fanggürtel + Spritze vorgelegt werden, um einen Zuschuß zu erhalten. Anträge und Wünsche wurden nicht gestellt. Einige gestellte Weinfragen wurden entsprechend beantwortet.
gez. Beyhl, Joh. 1. Vorstand
gez. Herrmann Pfautsch
gez. Helmreich, Fried.

 

Ausschußsitzung vom 29. August 1904
Bezüglich der Dörre wird wegen Ausgabe an die Ortschaften folgender Beschluß gefaßt: In Einzefällen kann die Dörre noch hinausgegeben werden, jedoch empfiehlt es sich dass mehrere Mitglieder zusammenstehen, um die Dörre auszunutzen, so steht nichts entgegen dieselbe wandern zu lassen jedoch unter folgenden Bedingungen analog der Beschlußfassung vom 20. Sept 1903 mit dem Zusatz, daß die Dörre nicht länger unbenutzt stehen bleibt, als es unbedingt nothwendig ist und nach Beendigung der Dörrzeit dahin zu verbringen, welcher Ort vorher vereinbart ist. Als Miete für die Dörre wird pro Tag der Abwesenheit 50 Pf. pro Tag erhoben, gleichviel ob solche benutzt wird oder nicht.
Mitglieder, welche ohne besonderen Grund u. Ursache ausgetreten sind, können innerhalb 3 Jahren nicht mehr aufgenommen werden. Dieser Punkt ist der nächsten Generalvers. vorzulegen.
Bezüglich Obstfrevels wird beschlossen jeden vorkommenden Fall, sei es Obst oder Baummaterials, welcher einem Mitglied des Obstbauvereins zugefügt wird, unnachsichtlich vom Orte des Vereins zur Anzeige zu bringen.

gez. Knäulein gez. Pfautsch
gez. Herrmann 1. Vorstand
gez. Heller, 2. Vorstand
gez. Beyhl
gez. Hofmann
gez. Adam Keitel

 

Ausschußsitzung am 16. Oktober 1904
Es wurde auf Anregung des Vorstandes beschloßen am Sonntag den 30 Oktober 1904 im Ederschen Gasthaus dahier eine Obst und Gartenfrüchte - Ausstellung zu veranstalten, zu der jedes Mitglied an Fruchtsorten bringen kann was er hat, jedoch sind von jeder Sorte 5 Früchte in tadelloser Güte zu liefern. Die Dekoration wird dem Ortskomite, den Herrn Gg. Knäulein, Pfautsch, Beyhl + Hochmann übertragen. Herr Eder besorgt Tannenreisig Bäumchen. Obstsorten + etc. Früchte werden gesondert aufgestellt. Die kleinen Vereinsgeräthe werden ebenfalls aufgestellt. Für trocken Gemüse und Früchte sorgt der Vorstand. Sämtiche Gegenstände müßen am Freitag den 28. Okt. mittags ausgeliefert sein. Am Samstag soll das Preisgericht in Thätigkeit treten. Das letztere besteht aus den Ausschußmitgliedern unter Heranziehung des Herrn Obstbaulehrers Häberlein, der Herrn Pfautsch, Hochmann, Herrmann + Rück. Stellt einer der letztgenannten selbst aus, so hat er bei seiner Gruppe abzutreten. Die Ausstellungsobjekte werden der Reihe nach nummeriert und in eine Liste eingetragen. Dieselben dürfen die Herren offen nicht tragen. Die nötigen Papierteller werden vom Verein geliefert.Als Preise für beste Leistungen sind nachstehende Gegenstände ausersehen:
1. Preis: 1 Gartenschere im Werthe von 3 Mk
2. Preis: 1 Hippe 2,50 Mk
3. Preis: 1 Baumsäge 2,00 Mk
4. Preis: 1 Obstschädlinge 1,50 Mk
5. Preis: 1 Dörrbüchlein 1,00 Mk
6. Preis: 1 Baumkratze 0,80 Mk
7. Preis: 1 Dose Raupenleim 0,70 Mk
8. Preis: 1 Portion Strick 0,60 Mk
9. Preis: desgleichen 0,60 Mk
10. Preis: wie vorher 0,60 Mk
11. Preis: 1 Portion Bast 0,50 Mk
12. Preis: 1 Portion Bast 0,50 Mk
13. Preis: 1 Portion Bast 0,50 Mk
14. Preis: 1 Portion Bast 0,50 Mk
15. Preis: 1 Portion Bast 0,50 Mk
Sa. 15,80 MkWeiter wurde die Anschaffung einer Apfelschäl- + Schneidmaschine im Werthe von Mk 12.90 genehmigt. Dieselbe steht den Mitgliedern zur freien Benutzung. Ferner soll die Rechnung für eine von den Mitgliedern zu Weiherschneidbach angeschaffte Obstdörre dem Verband behufs Erlangung eines Staatszuschußes vorgelegt werden. Diese Dörre darf natürlich nur gemäß des Vereinsbeschlußes vom 17. Juli 1904 benutzt werden.gez. Adam Keitel 1. Vorstand Pfautsch
gez. Heller, Joh.
gez. Beyhl, Joh. Fortsetzung: Am Freitag den 28. Oktober wurden von 40 Mitgliedern Früchte, Gartenerzeugnisse, getrocknete Früchte + Conserven sowie Beerenwein, Traubenwein in Gärung, eine reichhaltige Schädlingssammlung, 1 Sortiment anbauwürdiger Früchte, von der Baumplantage 1 Modellsammlung verschiedener Veredelungsarten und die kleinen Geräte des Vereins vorgeführt. Der Saal war entsprechend dekoriert und die Sorten jeden Ausstellers aufgestellt um zunächst 1 Bild zu erhalten, was hier alles wächst. Es waren 12 vertreten. Goldparmäne, 10 Landsberger Renette Zäpfer, Luiken Mostapfel, 1 Walzenapfel, 1 Weißer Winterkalvill, 2 x Boscoop, Eisnerapfel, Herberts Renette, Bismark, Keitel mit 6 Früchten, Tafelapfel, Purpurroter Cosinot usw. Diels Butterbirne, Forellenbirne, Katzenkopf, Mollebusch , Zwirbelbirne, Kolomas, Liegels Butterbirne, u.a.m. vertreten. Die Preisverteilung ergab folgendes Resultat:

1. Preis Pfautsch, 2. Preis Seitz Mörlach, 3. Preis Beyhl hier, 4. Preis Herrmann, 5. Preis Bischof Leidendorf, 6. Lindner, 7. Müller, 8. Pfarrer Meier Burgoberbach, 9. Friedel Dierersdorf, 10. Weckerlein Weiherschneidbach, 11. Heller, 12. Betz Esbach, 13. Grünsteidlein Leidendorf, 14. Adam Keitel Weiherschneidbach, 15. Stettner Kleinbreitenbronn, 16. Gastwirth Eder hier, 17. Hochmann Leidendorf, außerdem noch jeder Theilnehmer ein Gratisgewinst als Anerkennung. Die Ausstellung wird bis Montag, 31. Okt. abends 5 Uhr verlängert.

Nachmittags 3 Uhr Versammlung. 1. Punkt der Tagesordnung betrifft die Wiederaufnahme von Mitgliedern, die ohne besonderen Grund ausgetreten sind. Der in der Ausschußsitzung vom 29. August gefaßte Beschluß wird bis auf weiteres vertagt. Ein Vortrag des 1. Vorstandes über Obstanbausorten und Angaben über Pflanzungen etc. wurde mit reichem Beifall aufgenommen. Alsdann erfolgte Preisvertheilung und eine weitere Behandlung von Wein fragen. Der Besuch war ein überaus starker, so daß der Saal dieselben nicht zu faßen vermochte. Nach den üblichen Dankesformeln wurde die Versammlung geschlossen, die allgemein sehr befriedigt hatte. Als Preisrichter fungierten die Herren M. Herrmann, Hochmann, Leidendorf, Beyhl, Pfautsch + Obstbaulehrer Häberlein. Möge das Gesehene und Gehörte gute Früchte bringen. gez. Pfautsch
gez. Beyhl

 

Jahresbericht 1904
Stand der Mitglieder am 31. Dez. 1904 war 192. Abgang 5. Zugang 6, so daß 193 ins Jahr 1905 eintreten. Versammlungen wurden 4 abgehalten. 1. Lehrkurs von 11-12 Jan. war von 46 Theilnehmern besucht. Eine Obstschauausstellung wurde abgehalten mit Preisverteilung, die im allgemeinen Anklang gefunden hat. An Geräthen wurden einige Hilfsapparate zur Mostbereitung angeschafft. Die Benutzung war eine außerordentliche und von den Mitgliedern die Mühle und Presse 162 Mal benützt und ca. 71 Hektoliter Obstwein gekeltert. Diese entsprachen ca. 220 Ztn. Obst. Die Dörre wurde von 30 Mitgliedern benutzt und ergab durchschnittlich 60 Arbeitstage. Die Menge getrockneten Obstes schwankt zwischen 50-60 Ztr. Obst und Gemüse etc. Geräte Benutzungsgebühr ergaben pro 1904 102 Mark 84 Pf gegen 14 Mark pro 1903 und 29,64 Mark pro 1902. Die Bestrebungen den Obstbau zu fördern wurden daher zu erledigen gesucht, durch Vertheilung von ca. 800 Meter Fanggürtel, die stark besetzt waren und sich bewährt haben.An Zuwendungen erhielt der Verein für 1903 aus Staatsmittel und Kreisverband 65,79 Mk. Eine Reihe von Obstbäumen wurden gepflanzt und wird mit Freude begrüßt, daß Hausspaliere bereits besser gewürdigt werden, die bekanntlich die schönsten Früchte bringen. Somit war das vergangene Jahr ein reiches zu nennen, und mögen noch recht viele zu unserm Heil kommen.gez. Pfautsch

 

Generalversammlung 26. Febr. 1905

War ordnungsgemäß einberufen und von 112 Mitgliedern besucht. Nach Verlesung des Jahresberichtes wurde die Rechnungsabhör vorgenommen. Zu derselben gab es keine Beanstandung und wurde dem Cassier mit Ausdruck des Dankes deharge ertheilt. Die Einnahmen betrugen 404,72 Mk, die Ausgaben 373,34 Mk, so daß ein Bestand von Mk 31,38 bleibt.
Der in der Ausschußsitzung vom 29. August gefaßte Beschluß bezüglich der Wiederaufnahme von Mitgliedern wird gutgeheißen und aufrechterhalten.
Ein Unterrichtskurs für Obstbau wird am 21.-22. April stattfinden. Ein kleines Werk Apfelsorten Deutschlands von Müller Grau-Bessmann zum Preise von 5,50 pro Jahrgang soll angeschafft werden. Auch für dieses Jahr sollen wieder Fanggürtel zur Vertheilung kommen. Zu wiederholtem Male wurde der noch ausstehende Erdbohrer in Erinnerung gebracht. Vom Vorstand wurde ein Sortiment gut erhaltenes Obst vorgezeigt, so wie 2 Kostproben Salat aus getrockneten Gelbrüben und Bohnen hergestellt, die allgemein Anklang fanden. Die Samenbestellung war in diesem Jahr eine sehr große.
Die Mitgliederzahl stieg heute auf 200.
(Die vorgenommene Neuwahl der Vorstandschaft ergab auf Antrag des Herrn Heubeck per Akklamation keine Änderung. Randbemerkung!)
Zur besseren Unterbringung der Geräte während der Gebrauchszeit soll der hierzu benötigte Raum überdacht werden und die Ausführung dem Auschuß überlassen.Die statutengemäße Neuwahl des Ausschußes und Vorstandschaft wurde per Akklamation einstimmig vorgenommen und die bisherigen Herren wiedergewählt, welche die Wahl auch annahmen. Die Betheiligung an der künftigen Ausstellung in München wurde abgelehnt.
Die zu der von Mitgliedern zu Weiherschneidbach angeschafften Dörre aus Staatsmitteln erhaltene Prämie von 10%=7,50 Mark wurden an die betr. Herrn Keitel ausbezahlt und gutgeheißen. Die vom Bezirksverein überlassene Anzahl 12 "Mertens Obstsorten" sollen so verteilt werden, daß in den Ortschaften der betr. Obmann ein Stück zur beliebigen Benutzung der Mitglieder bereit hält. Folgende Ortschaften erhalten 1 Stück: 1. Weiherschneidbach, 2. Leidendorf, 3. Burgoberbach, 4. Gerersdorf, 5. Großenried, 6. Sommersdorf mit Reisach, 7. Kolmschneidbach mit Irrebach und Esbach, 8. Klein- und Großbreitenbronn, 9. Weidenbach 3 Stück. Diese Bücher bleiben jedoch immer Vereinseigenthum.

Der Ausschuß:
gez. Adam Keitel gez. Pfautsch 1. Vorstand
gez. Johann Beyhl
gez. Joh. Heller

 

Versammlung am 14. Mai 1905
war ordnungsgemäß bekannt gegeben und gut besucht. Es wurde die erste Lieferung der deutschen Obstsorten in farbiger Abbildung gezeigt. Auf dieses angeschaffte Werk "Mertens Obstsorten" wurde aufmerksam gemacht. Über Düngung der Bäume mit Kalk und Jauche sowie über eine verbesserte Rindenpfropfung eingehende Belehrung gegeben. Vom 1. Vorstand wurde ferner über eine Anzahl jetzt zu beachtende Schädlinge theils lebend theils präpariert, eingehend reveriert und die zu ergreifenden Maßnahmen genau angegeben. Ferner wurde der Beschluß siehe Ziffer 9 der Statuten auf Antrag dahin gefaßt, daß jeder Obst- und Baumfrevel, welcher großen Schaden an Obst- und Baummaterial etc. verursacht unbedingt verfolgt und sofern der Thäter nicht bekannt ist, wird zu dessen Ermittlung eine Prämie von 5 Mark ausgesetzt, die jedem nach erfolgter gerichtlicher Bestrafung ausbezahlt wird. Dieser Beschluß hat jedoch nur innerhalb des Eigenthums der Vereinsmitglieder Giltigkeit, resp. für Fälle bei Nichtmitgliedern fällt er weg.
Die Anlegung von Fanggürteln wurde wiederholt befürwortet, auf die schädliche Wirkung des Spritzens mit Kupferkalk deutlich hingewiesen. Anwesend waren 35 Mitglieder und 7 Uhr war Schluß.
1. Vorstand
gez. Heller, Joh. gez. Pfautsch

 

Weidenbach, 17. Sept. 1905
Heute Nachmittag 3½ Uhr war ordnungsgemäß Versammlung anberaumt, die von 29 Mitgliedern besucht war. Vom 1. Vorstand wurde über Obstverwerthung Ratschläge ertheilt, dann über den Birnenrostrostpilz und Kirschblattwespe auf Birnen mit Vorzeigung von Material besprochen. Ferner wurden eine größere Anzahl eßbare Pilze und deren Verwerthungsarten gezeigt und die Unterscheidungsmerkmale genau angegeben. Die Verwerthung von Fallobst für Haus und Küche, sowie das Trocknen von Gemüsen etc. eingehend behandelt. Das Beschneiden von Formbäumen etc. wurde in Erinnerung gebracht. Auch die Reife des Obstes wiederholt bezeichnet. Der Werth der Fanggürtel wurde ebenfalls dringend empfohlen.
1. Vorstand
gez. Pfautsch

 

Jahresbericht pro 1905
Das abgelaufene Jahr war für der Verein angesichts der Mißernte von Obst etc. kein besonders günstiges auf die Thätigkeit d. V. hinweisend. Es sind jedoch die Mitglieder von 192 auf 208 gestiegen. Obstausstellung konnte nicht abgehalten werden. Die Geräthschaften wurden entsprechend benutzt und zwar an Beeren- und Obstweinen ca 1000 Liter erzeugt. Die Dörre fand ebenfalls starke Verwendung und dürften an Obst ca. 1600 Kilo angeliefert worden sein.
Die Produktion von Dörrgemüsen hat leider noch nicht die Ausdehnung genommen, die ihr eigentlich gebühren sollte. An Baumpflanzungen ist abermals ein ziemlicher Zugang zu verzeichnen, und zwar wurden durch den Verein besorgt ca. 150 Apfel, 50 Birnen, 40 Zwetschgen. Außerdem kaufte sich eine Anzahl Mitglieder aus der Baumplantage des Kreisgutes größere Posten ausrangierte, minderwertige Ware, die nicht zu kontrollieren war. Die Vertilgung von Schädlingen wurde durch Verteilung von Fanggürteln an die Mitglieder, 1120 Meter, betätigt.
Versammlungen wurden 3 abgehalten, die letzte war schlecht besucht. Ratschläge waren vielfach erteilt. Obstbaukurse konnten leider nicht abgehalten werden, da die angesetzten Tage entweder auf katholische oder protestantische Feiertage verlegt waren. Angesichts der gemischten Bevölkerung läßt sich ein einseitiges Vorgehen nicht rechtfertigen und mußte Angelegenheit fallen gelaßen werden.

Ausschußsitzung

am 20. Febr. 1906 war einberufen und bzgl. des abzuhaltenden Obstkurses bestimmt Herrn Obstbaulehrer Häberlein zu veranlaßen bei dieser Gelegenheit verschiedene Gärten durchzugehen und praktisch zu zeigen, wo es fehlt und künftig in dieser Hinsicht Wechsel eintreten soll.gez. Beyhl Weidenbach, d. 20. Febr. 1906
gez. Herrmann Mich. gez. Pfautsch
gez. Fried. Gran
gez. Hochmann
gez. Knäulein

 

Obstbaukurs am 23.-24. Febr. 1906
Derselbe war von 60 Theilnehmern besucht, am geringsten von Weidenbach selbst. Es fehlten ca. 40 Mitglieder! Kein erfreuliches Zeichen! Außerdem waren behördlicherseits die versch. Destriktswegmacher abgeordnet. Es wurde von Herrn Obstbaulehrer Häberlein in eingehender Weise die Baumformen (am 23.) besprochen und nachmittags verschiedene Gärten vorgenommen. Lindner, Beyhl, Helmreichs. Ferner am 24. vormittags die Spalierzucht sehr erschöpfend behandelt. Herr Häberlein übergab eine kurze, übersichtliche Behandlungsmethode und Beschreibung der Fruchtzweige von Zwergobst in einigen Bogen gebunden jedem Theilnehmer. Dann wurde der Mustergarten und neuen Baumanlage in Triesdorf besucht, als dann verschiedene Spaliere, die Herren Lindner, Eder, Beyhl demonstrierten und geschnitten. Vom Vorstand wurde wiederholt auf die Dörrgemüse unter Vorzeigung von Proben aufmerksam gemacht. Ein Gesuch an die Gemeindeverwaltung siehe Anlage wurde abgewiesen leider - und das Pflanzen von Bäumen jedoch an dem gnädigst überwiesenen Platze vermieden! Es ist bedauerlich konstatieren zu müssen, so wenig Fortschritt hier zu finden und bei gezeigtem Entgegenkommen auf solch unverzeihlichen Widerstand zu stoßen. Bemerkt muß werden, daß das Wort einstimmig durchaus nicht der Wahrheit entspricht, was sehr bemerkenswerth ist. Ein Ausschußmitglied des G.V. erklärte am 22. öffentlich in der Ederschen Wirtschaft, daß er abgestimmt bez. dagegen war. Zeuge: Herr Rohr. Das zur Demonstration überlassene Baummaterial wurde versteigert und die Summe von Mark .....

Heft beschädigt, Rest fehlt offenbar.

 

 

Teil 2

Protokolle: März 1906 bis 1936

 

Obst- und Gartenbauverein Weidenbach
März 1906 – März 1936

Generalversammlung

Auf Sonntag den 13. Mai 1906 war dieselbe im Gasthaus des Herrn Eder dahier vorschriftsmäßig einberufen. Nach der Tagesordnung wurde vom Vorstand Jahresbericht erstattet, sodann Rechnungsabhör vorgenommen. Die Einnahmen betrugen inclusive Kreis- und Staatszuschüssen von Mk 48,40. Hiervon entfallen Mk 15 für Anschaffungen seitens des Vereins. Sa. 366,24 Mark. Die Ausgaben laut Belege Mk 300,63, so daß ein Cassabestand von Mk 65,61 verbleibt. Schulden hat der Verein z.Z. noch 100 Mk. Gegen die Rechnungsablage wurden keine Einwände gemacht und dem Cassier Herrn Beyhl Deharge unter dem Ausdruck des Dankes für dessen Mühewaltung ertheilt. Tit. Vereinsangelegenheiten wurde von mehreren Mitgliedern der

Antrag gebracht die jeweiligen Versammlungen in abwechselnder Weise

hier abzuhalten, soweit Mitglieder resp. dessen Lokalitäten in Frage kommen. Dieser Antrag wurde jedoch zurückgestellt. Wegen Unterbringung der Geräte wurde eine besondere Kommision gewählt, die nötigen Verhandlungen einzuleiten. Die Herrn Rohr, Gabler, Gg Knäulein, Beyhl, Dürr + Stettner + 1. Vorstand sind hiermit betraut. Weiter sollen an die Mitglieder wiederholt Fanggürtel, Raupenleim + Geräthe gratis verteilt werden. Über die Vertheilung der Monatsblätter konnte wegen der hohen Kosten kein definitiver Beschluß gefaßt werden.. Die Schuld von 100 Mk soll zunächst beim Darlehenskassenverein noch bis auf Weiteres stehen bleiben. Vom Vorstand wurde über eine Abbildung von einem Steinobstbaum unter Vorzeigung eines größeren Stücks referiert sowie das Kupferspritzen mit Vorsicht zu behandeln in Erinnerung gebracht. Auch die Benutzung der vorhandenen Erdbohrer und Spritzen wurde wiederholt bekannt gegeben. Anwesend waren ca. 80 Mitglieder. Besondere wünsche wurden nicht gestellt.gez. Adam Keitel gez. Pfautsch
gez. Joh. HellerAusschußsitzung

am 13. Juni 1906
Dieselbe nur schriftlich eingeladen und erschienen sind 9 Herren gewesen. Der Zweck derselben ist bekanntlich die Unterbringung der Geräthschaften. Zunächst wurde vom Vorstand anläßlich der Gerüchte als habe derselbe für den Bezug von Bäumen einen Nutzen in Form einer Provision eingehend durch Vorlage der betr. Rechnungen und Quittungen bewiesen, daß dies nicht der Fall ist, und somit sind diese grundlosen Behauptungen gänzlich widerlegt. Bezügl. der Unterbringung der Geräthe wurde beschlossen den Raum zwischen dem Anbau der Ederschen Scheune und Waschküche im Anwesen des Vorstandes zu überbauen gegen eine jährliche Miete von 20 Mk. Die Dauer des Wirthverhältnisses darf nicht unter 10 Jahren betragen und wird

vertragsmäßig festgelegt. Um die Mehrkosten zu bestreiten soll

künftighin jedes Mitglied 20 Pf pro Ltr. für Benützung der Geräthe bezahlen. Über die Ausführungsarbeiten konnte noch kein definitiver

Beschluß gefaßt werden und z. dem Zwecke eine weitere Sitzung auf Dienstag den 19. Juni anberaumt.

Fortsetzung am 19. Juni.
Anwesend waren 9 Herren.

Der fertiggestellte Vertrag mit Apotheker Pfautsch wurde in allen Theilen genehmigt. Von einer Versicherung der Geräthe ist Abstand genommen, da die Geräthe etc. etc. gegebenen Falls leicht entfernt werden können und eine direkte Feuersgefahr ausgeschlossen erscheint. Herr Chr. Eder hat gegen die Errichtung eines Daches und Benutzung seines Dachstuhles nichts einzuwenden. Herr Rohr übernimmt hierüber die Haftung. Bezüglich der Herstellung des Baues wurde laut Abstimmung beschlossen die Arbeiten auf Submissionswegen zu vergeben und zu diesem Zwecke die einschlägigen Geschäftsleute zur Submission einzuladen. Die Bedingungen, unter welchen die Arbeiten vergeben werden, sind folgende:

  1. Die Arbeiten müssen bzl. des Betons derartig hergestellt werden, daß solcher haltbar und eine Garantie von 5 Jahren geleistet wird.
    2. Bzgl. der Zimmermannsarbeit muß entsprechend starkes Holz verwendet und Garantie für gute Ausführung geleistet werden.
    Nachtrag: ”Die Submission erstreckt sich lediglich auf Vereinsmitglieder.” Die Submissionseinläufe sind bis 1. Juli bei Herrn Cassier Beyhl verschlossen abzugeben. Bezüglich der Bedachung werden Falzziegel 1. Klasse verwendet und die auszuführenden Arbeiten einer ständigen Controlle unterworfen. Als Aufsichtsführende sind die Herrn Pfautsch und Rohr gewählt. Weitere Eisenarbeiten sind ebenfalls zu vergeben wie oben. Die Mauer soll nach Bedarf erhöht werden. Wegen des Abschlußes gegen den Hof zu soll die Fläche mittels 2 Thore abgeschlossen werden, so daß der Feuerversicherung gegenüber keine Schwierigkeiten erwachsen. Um Oberlicht zu erhalten soll das Dach mit entsprechenden Lichtziegeln und zwar mit 6 Stück versehen werden. Tünchen ist mit inbegriffen. Nach weiterem Ermessen sollen alle Geräthe in der Halle untergebracht werden. Der Vertrag wird im Protokollbuch abgeschrieben und außerdem in 2 weiteren Abschriften gefertigt, von denen einer in der Wohnung des jeweiligen Cassier bleibt und das letzte dem Herrn Pfautsch ausgehändigt wird. Weitere Anträge wurden nicht gestellt. Correktiva anerkannt. gez. Pfautsch, 1. Vorstand
    gez. Hochmann
    gez. Keitel
    gez. Beyhl
    gez. Dürr
    gez. Mathias Stettner
    gez. Seitz
    gez. G. L. Rohr
    gez. Knäulein
    gez. Herrman

Vertragsabschrift

Zwischen dem Unterfertigt. u. d. Obstb. v. Weidenbach u. Umg. wurde folgendes vereinbart. In dem Anwesen des Ap. Pfautsch zwischen d. Waschhaus u. d. Eders Scheune soll ein Schuppen errichtet werd. behufs Aufstellung einer Obstmühle, Presse u. Dürreapparates. Der Grund soll betoniert werden und ein Dach errichtet werden in gleicher Höhe u. Fortsetzung wie das Waschhausdach. Als Miethe u. Entschädigung für verbrauchtes Wasser wird jährlich an Apoth. Pfautsch eine Summe von 20 Mark bezahlt. Die Baukosten übernimmt d. Verein. Die Dauer des Miethvertrages ist zwischen den beiden Compurenten auf 10 Jahre festgesetzt u. gilt dieser auch für etwaigen Besitznachfolger des Grundstückes H.N.61. Die Miethe gilt von 1906 an gerechnet bis 1915. Etwaige Reparaturen sind von dem OBV zu tragen. Desgleichen übernimmt derselbe die Haftung für Beschädigungen an dem Bau seitens der Mitglieder, welche die Geräthe benutzen. Bezugnehmend auf einen bereits gefaßten Beschluß hat jedes Mitglied die Verpflichtung etwaige selbst hervorgerufene , d.h. durch den Betreffenden während der Benutzung entstandene Defekte selbst zu ersetzen, siehe Protokoll vom 21. Sept. 1902.


Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben:


Weidenbach, den 19. Juni 1906
gez. Pfautsch, Hochmann, Beyhl, Dürr, Stettner, Seitz, Rohr, Knäulein, Herrmann. Für die Richtigkeit der Abschrift mit dem Original:

Gez. G.L. Rohr gez. Pfautsch


Ausschußsitzung

Dieselbe war auf Dienstag den 26. abends 8 Uhr bei Herrn Reinert anberaumt und sind 6 Herrn erschienen. Es wurde die Frage zu Diskussion gebracht, wann und wo die demnächstige Versammlung mit Verlosung stattfinden soll. Ein Aufschub ist nicht gut möglich, da die Fanggürtel angelegt werden müssen. Nach Lage der Verhältnisse, dass z. Zeit eine Theatergesellschaft im Ederschen Saale Gastrollen gibt

und derselben das Bleiberecht nicht genommen werden soll, so wurde beschlossen für dieses Mal ein Wechsel eintreten zu lassen und bei Herrn Reinert die Versammlung abzuhalten. Herr Reinert ist damit einverstanden. Bezüglich der nötigen Vorarbeiten sind mehrere Mitglieder dazu zu veranlassen, die entsprechende Hilfe zu leisten. Für schriftliche Arbeiten sind die Herrn Beyhl und Gran erbötig dieselbe zu erledigen. Bestimmt wird, dass jedes Mitglied seinen Gewinnst sofort mitzunehmen hat, resp. hierfür zu sorgen hat. Garantie wird vom Verein hierfür nicht mehr geleistet. Es wird der Antrag gestellt die Repulien in entsprechende Schachteln zu verpacken, wenn die Möglichkeit hierzu gegeben ist dies auch zu bethätigen. Sollten keine Mitglieder hierzu zu finden sein, so wird anderweitig Hilfe in Anspruch genommen und die Kosten von der Vereinskasse gedeckt. Sonstige Anträge wurden nicht gestellt.
Weidenbach, den 26. Juni 1916
gez. Beyhl gez. Hochmann gez. Pfautsch
gez. Gran gez. Herrmann
gez. Knäulein


Nachtrag: Bezüglich der Vergabe der Arbeiten für die zu erbauende Halle wird beschlossen die Vergebung beziehungsweise Zuschlagsertheilung wird vorbehalten.
gez. Beyhl gez. Hochman gez. Pfautsch
gez. Gran gez. Herrmann
gez. Knäulein

Generalversammlung

am 1 Juli 1906

War ordnungsgemäß bekannt gegeben und im Reinertschen Gasthause dahier abgehalten. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Gratisverlosung

von 50 Stück Baumkratzen, 8 Rau? lang?, 8 Dosen Baumwachs, 13 Bunde

Baumstrick, 33 Dosen Raupenleim, 50 Paket Kupfersoda, 16 Portionen Rafiabast und 224 Meter Fanggürtel, einfach und verbunden und unter den Mitgliedern durch Lose vertheilt in Sa. 210 Gewinnste. Einige

Leimkellen wurden beschafft und können die Mitglieder selber leihweise vom Verein benutzen. Die Anwendung der Fanggürtel wurde eingehend demonstriert, so auch die Verwendung der Kupfersoda zum Bespritzen der Bäume. Bezüglich der Monatsblätterverteilung konnte abermals eine Verständigung nicht erzielt werden und wurde wiederholt zurückgestellt. Wegen Errichtung einer Halle für die Geräthe wurde nach Verlesung des Vertrages und der Ausschußverhandlungen einstimmig die Erbauung angenommen. Die Submissionseinläufe wurden geprüft und an den wenigst nehmenden vergeben. i. Einlauf erfolgte erst nachdem die anderen bereits eröffnet waren und konnte deshalb nicht mehr berücksichtigt werden. Die Zimmermannsarbeiten erhält Herr Andreas Knäulein. Die Beton- und Dacharbeiten Herr Gran. Sodann wurde die Verlosung vorgenommen, die zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen ist. Anwesend waren ca. 120 Mitglieder. Schluß 7 Uhr. Die Verlosungslisten wurden den Akten einverleibt. gez. Pfautsch

Wanderversammlung

am Sonntag den 12. August zu Burgoberbach

Dieselbe wurde mittels Circulär bekannt gegeben und im

Baumgartnerschen Gasthause nachm. 1/4 4 Uhr eröffnet worden. Der 1. Vorstand hielt einen sehr erschöpfenden Vortrag über Obstbau namentlich über die noch sehr mangelnde Pflege der Bäume unter besonderem Hinweis auf die in diesem Jahr sehr stark auftretenden

Krankheiten wie Monilia, Peronospora Exroascus. An der Hand reichlichen Materials wurden die hauptsächlichen Pilzkrankheiten in Bezug auf ihre Bekämpfung besprochen. Sodann über die Anlage von Spalierbäumen referiert und der Obstverwertung in einem längeren Kapitel gedacht. Herr Pfarrer Wahl ergreift sodann das Wort und wies besonders darauf hin, wie nützlich und segensreich solche Vorträge seien namentlich betonte derselbe die Verwertung des Obstes in gesundheitlicher Hinsicht bei Kindern und gedachte nicht minder der Bereitung von Obstwein, der immens gesund und anregend für den Körper sei. Schließlich dankte derselbe dem Hr. 1. Vorstand und forderte die Anwesenden auf demselben beizustimmen und das Gehörte zu beherzigen. Einige Fragen bezüglich Prämierung von neuen Obstanlagen wurden entsprechend beantwortet und sodann die von ca. 30 Mitgliedern besuchte Versammlung geschlossen, nachdem sich noch weitere 10 Mitglieder angemeldet hatten.

gez. Pfautsch
Weidenbach, den 17. August 1906
Es wird konstatiert, dass das Gerätedach nunmehr eingedeckt und der Boden betoniert wurde. Hierzu wurde noch ein Quantum Steine und Erde benötigt zum Auffüllen des Bodens und vom Vorstand geliefert. Von den übrigen Brettern wurde ein Tisch und ein Stuhl für die kleine Presse beschafft. 1 Kiste für die kleineren Instrumente ebenfalls angebracht. Am 24. August wurden die Geräthe erstmals benutzt und spricht jedermann seine Zufriedenheit über den Neubau und bequeme Aufstellung der Geräthe aus.


Ausschußsitzung

am 16. September 1906 Vormittag 11 Uhr bei Gastwirth Eder.

Gegenstand der Verhandlung war das Programm des in Burgbernheim abzuhaltenden Obstbaukurses am 1.+2. Okt. Sowie der am 5. Okt. In Nürnberg stattfindenden Obstmarkt. Die Theilnahme an dem Kurse in Burgbernheim wurde beschlossen unter der Bedingung, dass der 1. Vorstand an demselben theilnimmt. Anderenfalls unterbleibt die Theilnahme. Bezüglich des Obstmarktes Nürnberg wird die Angelegenheit einstweilen zurückgestellt. Die Veranstaltung einer Lokalausstellung ist aus verschiedenen Gründen nicht angängig und für dieses Jahr abgelehnt auf Kosten des Vereins.
gez. Hochmann gez. Pfautsch
gez. Herrmann
gez. Knäulein gez. KeitelAuf Veranlassung eines Consortiums von Großbreitenbronn wurde

demselben eine Wanddörre mit 16 Horden 42 cm von H. Issinger, Geißenheim besorgt. Dieselbe ist am 7. September eingetroffen. Preis ausnahmsweise 75 mit Rohr etc. 80 Mark.
Das Vereinsmitglied Hödel aus Winkel ist am 30. September dem in Kaudorf gegründeten Verein Thann beigetreten und wurde mit Rücksicht darauf der Übertritt kostenlos befürwortet.
Obst: Am 28. Oktober wurde auf Bekanntgabe an Interessierte

24 Pastkolli Wollschachteln Obst und 2 Körbe vorschriftsmäßig

verpackt und nach Nürnberg gesandt. Beteiligt haben sich die Herrn,

Herr Apotheker Pfautsch, hier und Bürgermeister Vogelhuber, Claffheim. Papierrollen wurden beschafft und 30 Carton von der Niederlage Triesdorf Baumschule entnommen. Ausgeliefert waren folgende Sorten: Goldparmäne, Caßler, Coqus Orangen, Champagnerrenetten, Goldrenetten und gemischte Sorten, Sankt Sommerdorn.

Herr Fichtner von Burgoberbach wollte ebenfalls Obst verpacken, konnte aber die Zeit nicht erwarten und fuhr wieder heim. Daß derselbe sein Obst dabei hatte wurde nicht erwähnt. Sonst würde nicht zugegeben worden sein , dass Obst wieder mit nach Hause zu nehmen ! Dies ist besonders zu konstatieren ! Auf Nachfrage bei Herrn Müller, den Schuhmacherlehrling Wellhöfer und später Herr Bürgermeister Vogelhuber wußte keiner, dass Herr Fichtner Obst angefahren hatte !

19.11.06.

Am 18. Dezember traf das Resultat des Obstmarktes ein und wird dieses den Akten einverleibt!

1907 Wanderversammlung

am 8. Januar abends 6 Uhr war für die Orte Nehdorf, Leidendorf,

Weiherschneidbach und Kolmschneidbach im Gasthaus Schwenold zu Weiherschneidbach einberufen, die von ca. 30 Mitgliedern besucht

war. Vom 1. Vorstand wurde in einem interessanten Vortrag über die Baumpflege zur Jetztzeit entsprechend hingewiesen . Die jetzt schon sichtbaren Raupennester namhaft gemacht und eingehend deren Beseitigung besprochen. Auch die Spalierzucht wurde wiederholt empfohlen. Sodann über Sämereien und einige besondere Gartenerzeugnisse referiert. Verschiedene Anzuchtweisen über Salat, etc. wurde bekannt gegeben. Schluß 10 Uhr.
gez. Pfautsch

Jahresbericht pro 1906

Mit Freuden ist der Fortschritt des Obstbaues und der rastlosen Thätigkeit des Vereins zu begrüßen. Die Zahl der Mitglieder ist auf 232 Mitglieder gestiegen. Ein Obstwanderkurs wurde am 23.+24. Febr. Abgehalten, welcher von 60 Theilnehmern , meistens auswärtigen Mitgliedern besucht war. Besondere Berücksichtigung fand diesmal die Behandlung der Formbäume namentlich Spaliere. Neupflanzungen wurden vielfach vorgenommen und beziffert sich, soweit durch den Verein Bezüge stattfanden, auf 80 Apfel, 50 Birnen, 25 Zwetschgen, 10 Kirschen, 1 Sorbus, so dass seit Bestehen des Vereins ca. 983 Stück. Dazu dürfte noch eine erhebliche Anzahl von Bäumen kommen, die privat bezogen wurden. Eine Verlosung fand am 1. Juli statt, bei welcher 50 Stück Baumkratzen, 8 Raupenlampen, 8 Dosen Baumwachs, 13 Bunde Baumstrick, 33 Dosen Raupenleim, 50 Pakete Kupfersoda, 16

Portionen Raffiabast und 224 Meter Fanggürtel zur Verteilung kamen. Die Bekämpfung der Schädlinge wurde nur theilweise energisch durchgeführt, namentlich wird das Spritzen der Bäume noch zu wenig

beachtet. Im vorigen Jahr machte sich das Furicladium und besonders die Poronospora aun den Weinstöcken sehr bemerkbar, so dass es vielerseits gar keine gab. Einem längst empfundenen Übelstand wurde durch Erbauung einer Halle für die Geräthe abgeholfen, was allgemeine Befriedigung und dankbare Anerkennung gefunden hat. Die Benutzung der Geräthe war eine recht lebhafte. So wurden 5702 Liter Apfelmost und 276 Liter Beerenwein gepresst. Diese Liter entsprachen einer Obstmenge von ca. 10000 Kilo Obst = 200 ltr Beeren können annährnd berechnet werden, da die Angaben fehlen. Obst, besonders

Zwetschgen, waren sehr stark zum Dörren angeliefert und dürfte 200 ltr. nicht zu hoch gegriffen sein. Gemüse wurde nur sehr wenig getrocknet, was sehr zu beklagen ist. Von Mitgliedern zu Großbreitenbronn wurde eine kleine Wanderdörre beschafft, so dass sich im Vereinsbezirk z.Z. 3 Dörrapparate befinden. Versammlungen wurden im Laufe des Jahres 3, davon eine in Burgoberbach, so wie 4 Ausschußsitzungen abgehalten, die alle gut besucht waren. Größere Baumanlagen wurden nicht gemacht, desgl. auch auf gemeindlichen Grundstücken. Der Bezug von Gartensämereien nimmt ebenfalls mehr zu und zeigt allseits Befriedigung.

Zu konstatieren ist ferner, dass die erwartete Obsternte nicht so reichlich ausgefallen ist. Ungünstige Witterung verbunden mit aufgetretenen Krankheiten, Blattfall, Schorf ließ die Früchte nicht so ausbilden, als man erhoffte. Die Apfelernte ist als eine drittels zu bezeichnen. Birnen faulten sehr früh auf Lager. Zwetschgen gab es eine Überernte. Leider wurde die Ernte durch eingetretenes Unwetter

stark beeinträchtigt und gingen viele zu Grunde. Der II. Obstmarkt wurde von mehreren Mitgliedern in Nürnberg beschickt und wurden

recht gute Preise erzielt. Diese Angelegenheit erfordert im Laufe des kommenden Jahres eine gründliche Belehrung über Obstpflücken und Versandt. Das nötige Packmaterial wurde theils vom Verein, theils vom Kreisverband unentgeltlich abgegeben. (Siehe Bemerkung Seite 8). Nur dann ist die Obstzucht rentabel.

Gez. Pfautsch

1. Vorstand

Generalversammlung 1907

War ordnungsgemäß auf Sonntag, den 10. Febr. in Veitengruberschen Wirtschaft anberaumt worden. Es waren 60 Mitglieder anwesend. Nach Erstattung des Jahresberichtes wurde die Rechnungsabhör vorgenommen. Dieselbe schließt mit Einnahmen Mk 413 und Ausgaben Mk 406,33 ab, so dass ein Rest von 6 Mk 67 Pf. verbleibt. Nachdem

keine Einwendungen erhoben, wurde dem Herrn Cassier Beyhl Decharge erteilt und der Dank Namens des Vereins ausgesprochen. Zu dem Punkt Anträge wurde folgendes erledigt:

  1. Die Geräthetaxe bleibt auch für diese Jahr resp. bis auf Weiteres beim Alten nämlich 2 Pf. pro Liter.

  2. Bezüglich einer abzuhaltenden Verlosung wurde beschlossen für dieses Jahr nur die Hälfte der Mitglieder zuzulassen und die andere Hälfte in zwei Jahren, also 1908 zu berücksichtigen.

  3. Nichtmitgliedern aus weit abgelegenen Orten ist gestattet gegen

3 Tage die Geräthe zu benutzen. Hierzu wird besonders betont, dass aus der nächsten Nähe, Orte welche nicht zum Bezirk Feuchtwangen gehören, ebenfalls ausgeschlossen bleiben, bzw. haben dieselben also keinerlei Anspruch darauf.

  1. Von der Abzahlung des Kapitals von 100 Mk beim hiesigen Creditverein wird angesichts der Finanzen vorerst abgesehen.

  1. Für die etwa notwendig werdende Aufstellung eines Baumwartes wird im Bedarfsfall von der Vereinskasse ein Zuschuß von 30 Mk bewilligt. Dieser Antrag rief eine lebhafte Diskussion hervor, jedoch wurde einstimmiger Beschluß gefasst.

  1. Ein Antrag vom 2. Vorstand die Vorstandschaft von dem jährlichen Beitrag zu befreien wurde genehmigt angesichts der Leistungen der Vorstandschaft für den Verein. Wenn auch der infrage kommende Betrag nicht besonders hoch bemessen ist, so ist doch das Entgegenkommen seitens des Vereins als ein Zeichen der Dankbarkeit zu betrachten.

  2. Bezüglich des Zuschusses für die in Großbreitenbronn angeschaffte Dörre wurde derselbe von der Mitgliedschaft des Vereins abhängig gemacht. D.h. so lange die Theilhaber an derselben nicht dem Verein als Mitglieder angehören, wird der zu

erwartende Zuschuß vom kgl. Staatsministerium d. Jhr. nicht erteilt.

  1. Vom 1. Vorstand wurde sodann über Fucikladium auf Apfel, Birnen und Weichsel unter Vorlage entsprechenden Materials eingehend besprochen und auf die Bekämpfung mittels Kupfersoda hingewiesen, was sehr leicht durchzuführen ist, weil der Verein bereits 2 Spritzen angeschafft hat.

  2. Vogelschutz wurde in Erinnerung gebracht und die Anbringung von Nistkästen warm empfohlen.

10. Durch Vermittlung des 1. Vorstandes wurde sodann noch

eine Anzahl Reiser, Amargluszwiebel Sämlinge und eine Sorte holländischen Blaukrautes vom prakt. Rathgeber für Obst und Gartenbau Frankfurt an der Oder gratis verteilt. D.h., wenn solche demnächst eintreffen. (Die Obstreiser sind anerk. Ontarioapfel).

Besondere Anträge wurden nicht gestellt. Mit dem Wunsche, dass das begonnene Jahr uns recht viel Gutes und Erfreuliches auf dem Gebiete bringen möge, wurde die Versammlung geschlossen.

Gez. Beyhl, Cassier

gez. Pfautsch, 1.Vorstand

Die Taxe wurde auf das 3fache erhöht und folglich abgeändert. Gez. Pfautsch

Ausschusssitzung am 4. März 1907

Es wurde beschlossen bezüglich der Theilnahme an der Verlosung die Hälfte der Mitglieder durch das Los auszuscheiden, welche an der Verlosung theilnehmen. Es kommen Kratzen, Spritzen, Strick, Bast und Raupenleim zur Verlosung. Die nötigen Schritte sind einzuleiten und die Arbeiten von dem Orts-Ausschuß zu erledigen, wozu die auswärtigen Herrn geladen werden.

Gez. Hochmann gez. Pfautsch

Gez. Knäulein

Gez. Gran

Gez. Rück

Gez. Keitel

Gez. Herrmann

Gez. Beyhl

Ausschusssitzung am 15. März 1907

Anläßlich der am Sonntag den 17. März in Herrieden stattfindenden Generalversammlung wurden als Delegierten die Herren Beyhl und Hochmann gewählt die fünf Stimmen des Vereins zu vertreten.

Gez. Beyhl, gez.Adam Keitel, gez. Knäulein, gez. Hochmann, gez. Pfautsch

Desgl. am 19. März.

Es wurden durch Los die Ortschaften gezogen und weitere von 60

aufgelegten verdeckten Namen, die nach dem Mitgliederverzeichnis aufgeführten Namen ebenfalls gezogen. Die ungleichen Ziffern wurden gleichfalls durch Loos die Zahl der Theilnehmer bestimmt.

Gez. Beyhl, gez. Gran, gez. Hochmann, gez. Herrmann, gez. Pfautsch, gez. Knäulein

Mitglieder waren zugegen: Kleemann, Schübel, Müller und Heubeck Michael.

Am 24. März fand Nachm. 3 Uhr bei Herrn Reinert dahier die Verlosung statt und war dieselbe von 120 Mitgliedern besucht. Es wurde laut Beschluß der Ausschusssitzung die ausgelosten Mitglieder,

118 an der Zahl, aufgerufen. Herr Ass. Siegl loste die Gewinne aus. Es

kamen 30 Spritzen, 30 Raupen-Gürtel, 25 Baumkratzen mit 1 Portion

Strick und je eine Dose Baumwachs, 25 Feldkratzen mit Bast und

Fanggürtel, 8 Kratzen mit je 1 Paket Kupfersoda zur Verteilung. Sodann erfolgte noch eine extra Gratisverteilung von einer Anzahl

Ontarioreisern , holl. Blaukraut und Amaryllissämlingen.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht 1907

Das vergangene Jahr war in jeder Hinsicht ein sehr mageres. Die Obsternte war eine ganz geringe mit Ausnahme einiger Obstgärten.

Birnen gab es mittel, Apfel gering, Zwetschgen sehr gering. Trauben gab es ebenfalls wenig. So kam es auch, dass die Geräthe nicht so sehr in Anspruch genommen wurden. Es wurden an Beerenwein 156 Liter,

Obstwein 343 Liter erzeugt, die Dörre nur einmal benutzt. Die verwertete Obstmenge dürfte demnach ca. 25 Liter, die Dörrgetrocknete auf 50 Kilo geschätzt werden. Die Neupflanzungen sind nicht genau kontrollierbar, jedoch nachmessbar sind 37 Apfel, 22 Birnen, 18 Zwetschgen, 2 Kirschen, 1 Pfirsich durch den Verein bezogen wurden in tadelloser Qualität von König Ellingen. Eine Verlosung von Gebrauchsgegenständen fand am 27. März statt, die allgemeinen Anklang gefunden. Die Baumwärterfrage ist immer noch nicht erledigt. Eine Anfrage seitens des Bez. Amtes Feuchtwangen konnte nur dahin beantwortet werden, dass der hierfür einkalkulierte Betrag allein nicht ausreichend ist. Ausstellungen wurden nicht gehalten und nicht beschickt. Zuschüsse für Geräthschaften wurden auch in diesem Jahr nicht zu Theil. Die Gründe, welche angeführt worden sind:

Alle Bezüge durch die neu geschaffenen Coneule lückenlos in Nürnberg zu machen”. In wie weit dies praktisch erscheint, muß erst abgewartet werden. Bezüglich der Schädlingsbekämpfung muß konstatiert werden, dass dieselbe leider nicht genug gewürdigt wird. Insbesondere finden die vorhandenen Spritzen immer noch zu wenig Verwendung, so dass die Pilze lustig weiter Verbreitung nehmen können. Tadelloses Obst hat stets hohe Preise, wenn es dementsprechend behandelt wurde. Z.B. wurden vergangenes Jahr Gewinste mit 50 Mark pro 50 Kilo gesucht; überhaupt Ia Qualität mit 12-15 Mark bezahlt pro 50 Kilo. An Literatur wurde der Verein um 3 Hefte Deutschlands Obstsorten vermehrt, ein wahres Schatzkästlein für den Verein um so mehr dieselben nun mehr um 2 Mark billiger geworden sind gegen früher.

Die Mitgliederzahl beträgt z.Z. 230. Jedoch haben sich durch Abzug

und Austritt dieselben auf 220 reduziert. Zuschuß betrug M 32,48 Pf.

Neupflanzungen besonders Spalierobst sind in sicherer Aussicht und bereits Bestellungen gemacht. Der Bezug von Sämereien war auch in diesem Jahr ein ziemlich lebhafter und dieselben allgemein für gut befunden. Sogenannte fliegende Obstbaukurse fanden nicht statt.

Gez. Pfautsch

Außerordentliche Generalversammlung

War auf Sonntag, den 26. Januar 1908 nachmittags 4 Uhr bei Herrn Reinert dahier anberaumt worden.

Tagesordnung: Antrag über Aussetzung des Bezuges der Monatblätter. Wurde auf Antrag einstimmig genehmigt. Über Raupenplage und Obstsorten wurde eingehend referiert und die besten Sorten für

Spalierobst empfohlen und angezeigt. Die Verlosung wird fortgesetzt und mit der nächsten Jahresversammlung verbunden. Monatsblätter sollen nur 20 Stück bestellt werden, um auf dem Laufenden bleiben zu können. Obstreiser sollen vom Depot bestellt werden. Schluß 5Uhr 30.

gez. Herrmann gez. Pfautsch

gez. Hochmann gez. Gran

gez. Knäulein gez. Rück gez. Keitel

Schlosser Reinert fand sich am gleichen Tage in Triesdorf bemüßigt sich darüber aufzuhalten, dass die Versammlung auch bei Eder abgehalten wird und wolle deshalb Klage stellen! Es verdient sich diesen zwar an und für sich lächerliche Bemerkung dennoch festzuhalten. Gez. Pfautsch

Sonntag den 23. Februar 1908 wurde in Leidendorf eine lokale Versammlung einberufen und der Werth der Spalierzucht eingehend besprochen und die Form mittels Zeichnungen klargelegt. Zum Schlusse kamen noch einige Diskussionsfragen zur Erledigung, wobei Herr Lehrer Harreis angesichts der Bedeutung des Obstbaues ermunterte das Gehörte in der Praxis zu verwerthen.

Gez. Pfautsch

Sonntag, den 1. März war zu Esbach eine kleine Versammlung für die umliegenden Ortschaften einberufen worden. Der Hauptsache nach wurden verschiedene Spaliere praktisch vorgenommen, auf gemachte Fehler hingewiesen und mögliche Verbesserung eingehend erläutert. Weiter wurde der Baumschnitt der Hochstämme praktisch vorgeführt

und der Übergang zum Spalier demonstriert. Daran reihte sich eine kurze Diskussion über Sortenwahl. Schluß 7 Uhr.

Gez. Pfautsch

Mitte Februar ging ein Gesuch um einen entsprechenden Zuschuß durch

Vermittlung des Bez. Verbandes an das Kgl. Staatsministerium d. J. Abth. für Landwirtschaft ab.

Gez. Pfautsch

Ausschusssitzung am 8. März

bei Herrn Reinert.

Es wurde beschlossen, dass diejenigen Mitglieder, die bereits ihren Austritt erklärt haben, von der Verlosung ausgeschlossen sind. Bezüglich der in diesem Jahr zugetretenen neuen Mitglieder wird überhaupt im Allgemeinen eine 2-jährige Mitgliedschaft zur Bedingung

gemacht. Der Bezug von den Monatsblätter bleibt bei dem letzten

genannten Versammlungsbeschluß. Für die Vorbereitungen zur Verlosung wird Mittwoch Abend 8 Uhr bei Veitengruber bestimmt.

Es zeichnen die Herrn Beyhl, Gran, Knäulein, Herrmann, Keitel und Pfautsch

 

Am 11. März wurde das Gesuch dahin verabschiedet: Für den Bau der Halle und Anschaffung von Dörren wird dem Verein ein Zuschuß gewährt, wenn die Finanzierung von Sachverständigen begutachtet ist. Letzterer Antrag ist bereits eingeleitet. Btr. Mittheilung des kgl. St. M. des Inneren liegt bei den Akten. Nachgetragen bz. vollendet, 28 Dezember 1908. Ein erneuter Antrag wurde auf Grund des Gutachtens eingehend begründet und auf den unhaltbaren Beschluß der Kr. V. Juni

1906 hingewiesen. Der Erfolg hiervon war Hundert Mark Zuschuß vom Kgl. Staatsministerium des Inneren, welcher Betrag am 11. Mai bereits eingetroffen war.

Gez. Pfautsch

Nachgetragen bzw. vollendet. 28. Dez. 1908

Generalversammlung

Dieselbe war auf Sonntag den 15. März 1908 Nachm. 3 Uhr bei Veitengruber ordnungsgemäß einberufen nebst Bekanntgabe der Tagesordnung. Nach Begrüßung der Erschienenen wurde vom 1. Vorstand die Versammlung eröffnet und Jahresbericht über die Thätigkeit des Jahres 1907 erstattet. So dann wurde die Rechnungsabhör vorgenommen, welche mit Mk. Einnahmen 297,74 und Mk. 294,65 Ausgaben abschließt, so dass ein Cassabestand von Mk.

3,09 verbleibt. Die Rechnungslegung wurde dem Herrn Cassier für die Führung der Dank ausgesprochen und Decharge erteilt. Dann wurde zur Fortsetzung der im vor. Jahr begonnenen Verlosung geschritten

und 20 Spritzen, 25 Raupenfackeln und Baumwachs, 10 Scharren mit Kupfersoda, 29 Scharren mit je Fanggürtel und Bast, 20 Kratzen

mit je Strick und Bast vertheilt, die Statutengemäß vorgenommen. Neuwahl der Vorstandschaft ergab folgendes Resultat: Als 1. Vorstand und Ausschussmitglieder wurden die bisherigen Herren einstimmig wiedergewählt. Die Angelegenheit zog sich derartig in die Länge, so dass die Tagesordnung nicht erschöpft werden konnte. Zu diesem Zwecke ist auf Sonntag den 5. April Fortsetzung in ordnungsgemäßer

Weise anberaumt wurde. Anwesend waren leider nur von 20 Mitgliedern besucht. Es wurde sodann über die bislang ausgebliebenen Zuschüsse

seitens des Verbandes bzw. deren Begründung Bekanntmachung Juni 1906 sehr eingehend debattiert und beschlossen die Begründung dem kgl. Staatsministerium vorzulegen. Nach Bekanntgabe des von Herrn Obstbaulehrer Haeberlein gefertigten Gutachten wird dasselbe an das

St. Minist. abgesandt. Bezüglich der Monatsblätter wurde der Vorschlag gemacht diese durch Erhöhung der Jahresbeiträge zu beschaffen. Angesichts besonderer Umstände halber musste jedoch dieser Punkt wieder fallen gelassen werden. So dann wurde beschlossen die Monatsblätter wie früher zu beziehen und Ausleihen zu machen. Bei dieser Gelegenheit referierte H. Obstb. Häberlein über die Verwendung von neuen Baumspritzen und lud den Verein in der Vorführung anzuwohnen. Es wurden sodann noch einige Fragen über Baumpflege diskutiert. Ein vom 1. Vorstand eingebrachter Vorschlag auch in gärtnerischer Beziehung etwas zu thun durch Verteilung von Baumstecklingen fand allgemein Beifall und soll vom Verein die Sache weiter behandelt werden. Die Beschickung der heurigen Obstausstellung wurde in Erwägung gezogen jedoch ein definitiver Beschluß nicht gefasst. Über zu hohe Baumpfähle namentlich an Straßenbäumen wurde nach Begründung der Anwendung in windigen Lagen diskutiert. Desgl. über selbstzufertigende Baumbänder aus Cocosfaser. Die Gebühren für die Benutzung der Geräthe verbleibt wie früher . Wünsche und Anträge wurden nicht gestellt. Schluß 7 Uhr abends.

Gez. Beyhl gez. Pfautsch

Ausschusssitzung am 9. April 1908 Abend bei Veitengruber. Das

Gesuch um Zuschuß an das Kgl. Staatsministerium nebst 20 Beilagen und Gutachten des Herrn Obstbaulehrer Häberlein wurde gutgeheißen und zur Absendung an das kgl. Bezirksamt bestimmt.

Gez. Die Herren Knäulein, Beyhl, Herrmann und Pfautsch.

Generalversammlung 1908

Sonntag den 23. August Nachm. 4 Uhr wurde dieselbe nach vorheriger ordnungsgemäßer Bekanntmachung eröffnet und zunächst die pflanzlichen und thierischen Schädlinge des Obstbaues eingehend besprochen und deren Bekämpfung erläutert. Sodann kam die Frage einer bestmöglichen Obstverwertung zur Diskussion und wurde beschlossen die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Es sollen zunächst Versuche gemacht werden durch Ausschreiben in den einschlägigen Obstzeitungen Verbindungen anzuknüpfen die etwa erkenntlichen Qalitäten wären noch zu bestimmen und gegebenenfalls dem Vorstand mitzutheilen. Sonstige Anträge wurden nicht gestellt.

 

Es zeichnen die Herrn Pfautsch, Gran und Rück.

 

Aus der Bezirkskasse wurden dem Verein 2 Rollen Fanggürtel überwiesen ohne Kosten.

      1. gez. Pfautsch

Jahresbericht pro 1908

Das Jahr 1908 kann erfreulicherweise in jeder Hinsicht als ein im Obst sehr ertragreiches bezeichnet werden. Apfel und Zwetschgen gab es in Fülle, so dass bezüglich Verwerthung der letzteren sich Schwierigkeiten bildeten. Der Ertrag an Birnen war ein geringerer. Beeren waren sehr reich behangen. Nur die Traubenernte wurde durch die anfangs Oktober plötzlich aufgetretene Kälte zum großen Theil vernichtet, was nicht schon vorher durch Pilzkrankheit ruiniert war. Die Verwertung des Obstes nimmt immer eine größere Verbreitung , was ebenfalls mit Freuden zu begrüßen ist. So wurden 83,5 Hektoliter Obstwein gekeltert, 168 l Beerenwein gepresst und ca. 70 Zentner Zwetschgen getrocknet. Die verwertete Obstmenge entspricht etwa 250 Zentner oder 12500 Kilo. Durch Benutzung der Geräthe wurde eine Einnahme von Mk 87,81 erzielt, welcher Summe natürlich auch wieder Ausgaben für Reparaturen etc. gegenüber stehen. Nach fünfjähriger Benutzung musste in die Mühle eine neue Walze eingesetzt werden. Die 1907 begonnene Verlosung wurde 1908 beendet und befinden sich bereits eine stattliche Zahl von Geräthschaften im Besitz der Mitglieder und dürften auch recht fleißig benutzt werden. Neupflanzungen wurden ebenfalls vorgenommen. Auch gewinnt das Interesse für Hausspaliere immer mehr Boden. Es wurden nachweislich 80 Hochstämme, 7 Pyramiden und 22 Spaliere neu gepflanzt. Doch dürfte die Zahl sich verdoppelt haben. Ein Rundgang bezeugte, dass die vor wenigen Jahren gepflanzten Formbäume schon recht gut Erfolge brachten. Jedoch nicht auf gleichen Schritt folgt die Baumpflege, die in manchen Obstgärten noch zu wünschen übrig lässt. Insbesondere sollte den pflanzlichen Schädlingen etwas mehr energisch nachgegangen werden, bevor dieselben zur wahren Seuche geworden und den Bestand der Bäume gefährden. Es nehmen z.Z. sehr gefährliche Pilzkrankheiten, Monilia auf Kirschen und Pflaumen auch Äpfeln, rothe Bakterien und Rostpilze auf Birnen und Zwetschgen überhand. Die thierischen Schädlinge namentlich Goldafter und Ringelspinne sollte schon zeitig im Frühjahr besser beachtet bzw. verbrannt werden. Bezüglich des Verkaufes von Obst sind trotz reicher Ernte theils recht gute Preise erzielt worden. Apfel wurde mit 8 Mk, Birne sogar mit 10 Mk, dagegen Zwetschgen recht gering bewerthet.

Ein Versuch mit der in München ins Leben gerufenen Obstverkaufstelle wurden keine günstigen Resultate erzielt. Packung und Spesen etc. sind zu hoch.

Im Laufe des Jahres wurden 4 Generalversammlungen und 2 Ausschußsitzungen abgehalten außerdem 2 lokale Zusammenkünfte und über Sortenkenntnis und Baumschnitt referiert.

An Zuschuß erhielt der Verein v. G. kgl. Staatsminist. d. I. 100 Mk

für die vorgenommenen Baulichkeiten und Anschaffung von Obstverwertungsgeräthen.

Der Stand der Mitglieder ist leider um 16 vermindert, so dass der Verein mit 210 Mitgliedern ins neue Vereinsjahr übergetreten ist. Das Hauptkontingent des Verlustes fällt mit 12 Mitgliedern auf Burgoberbach. Gründe und Ursache hierzu dürften ganz privater Natur sein und bedauerlich solche auf den Verein und zwar mit Agitation auszudehnen. Möge das neue Jahr Glück und Segen bringen und der Verein auch fernerhin zu unser aller Wohl weiter seine Thätigkeit entfalten.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung 1909

War auf Sonntag, den 31. Januar Nachmittag im Reinertschen Gasthaus statutengemäß einberufen worden. Nach Verlesung des Jahresberichtes erfolgte Rechnungsabhör. Die Einnahmen betrugen inkl. 100 Mk. Staatszuschuß Mk 431,80. Die Ausgaben M. 421,55, so dass ein Kassebestand von Mk. 10,25 verbleibt. Nachdem der 2. Vorstand Herr Heller von Burgoberbach ausgetreten ist, erfolgte die Wahl eines 2. Vorstandes in der Person des Herrn Lehrer Harreis, Leidendorf, per Akklamation. Die Bauwärterfrage wurde auf Antrag des kgl. Bezirksamtes Feuchtwangen auf 8 Tage verschoben, um in der Zwischenzeit eine geeignete Persönlichkeit zu finden. Hierauf wurde

ein kurzes Referat über die Behandlung der Edelreiser erstattet. Wünsche und Anträge wurden keine gestellt und die Versammlung 6 Uhr geschlossen.

Es zeichnen die Herren Knäulein, Keitel, Gran, Beyhl, Herrmann, Harreiß und Pfautsch.

 

Am 17. März Nachmittag wurde durch die Baumwärter unter Anleitung des Herrn Obstbaulehrer Häberlein Spritzungen von Baumgärten vorgenommen und zwar

  1. Baumgarten des Herrn Joh. Knäulein mit Carbolineum Kalk

  2. Joh. Lindner

  3. Chr. Eder mit Kupferkalk

  4. M. Herrmann mit Carbolineum Kalk

  5. Pf. Medicus mit Kupferkalk

Generalversammlung

Sonntag, den 28. März 1909 vorschriftsmäßig einberufen. Nach

genügender Aufklärung wurde einstimmig beschlossen eine fahrbare Spritze ”Rhenania” zu beschaffen. Nach Verlesung des Jahresberichtes 1907 des Landeskonsulenten wurden noch einige Fragen erledigt. Ein Ausflug zu den Hesselberganlagen wird

durchgeführt jedoch noch weitere Erhebungen zu pflegen. Anwesend waren 30 Mitglieder. Besondere Anträge wurden nicht gestellt.

Es zeichnen die Herrn Pfautsch, Fried. Gran, Rück Mich., Herrmann Mich. Und Keitel Ad.

Jahresbericht pro 1909

Der Verein im 7. Jahre seines Bestehens zählt am Ende 1909 212 Mitglieder, von denen durch Austritt, Wegzug und namentlich durch Gründung eines eigenen Vereins im nahen Merkendorf ein Abgang von 33 zu verzeichnen ist, so dass der Verein mit 179 Mitgliedern in das neue Vereinsjahr übertritt. Auch der unerbittliche Tod hat Lücken in unseren Verein gerissen und zwar Herr G. Salomon, Triesdorf.

Wie bekannt war das Vergangene an Obstertrag ein recht mageres. An Äpfel waren theilweise ganz geringe oder gar kein Ertrag. Dagegen an Birnen theils eine sehr reichliche Ernte zu verzeichnen. Zwetschgen gab es den letzten Jahren in Fülle, so dass auch für diese Frucht ein materieller Erfolg nicht vortheilhaft war, um so mehr auch das eingesetzte Regenwetter viel dazu beitrug. Der Preis für Äpfel 1. Sorte war demnach ein sehr hoher und wurden mit 15 Mk. pro 50 Kilo bezahlt. Birnen konnten nicht alle angebracht werden und wurden theils zu Obstwein verwendet, theils gedörrt. Es wurden auf der Vereinspresse 1975 Liter Obstwein erzeugt, welche ungefähr 3300 Kilogramm frischem Obst entsprachen. Beerenwein wurden 840 Liter bereitet. An Dörrobst wurden in frischem Zustande ungefähr 800 Kilo Birnen und 90 Kilo Zwetschgen bereitet. Wegen anderweitigen Verkaufs frischen Obstes bei der Centrale in München war wegen Mangel an Quantitäten nichts zu erzielen. Laut Beschluß des G. V. vom 28.3.1909 wurde eine fahrbare Baumspritze vom Platz Ludwigshafen beschafft. Dieselbe kostet ohne Fracht 125 Mk., wozu von Seite des Kreisverbandes für Landwirtschaft ein Zuschuß von 40% sowie ein Rabattnachlaß seitens der Fabrik gewährt, dieselbe auf 76,50 Mk. Zu stehen kommt. Der Verein ist nun mit allen nötigen Geräthen ausgestattet, um den Obstbau und Verwerthung des Obstes erfolgreich durchführen zu können. Generalversammlungen waren nur eine abgehalten worden. Ein Vortrag über die verschiedenen Systeme an Baumspritzen und deren Anwendung wurde gelegentlich der Bezirksversammlung in Triesdorf von Herr Obstbaulehrer Häberlein in sehr eingehender Weise demonstriert und vorgeführt. Weiter wurden am 17. März verschiedene Gärten mit Hilfe der Baumwärter mit verschiedenen Spritzen und Materialien behandelt, doch konnte in Folge des eingetretenen und längeren anhaltenden Regenwetters ein Erfolg nicht konstatiert werden. Neupflanzungen an Obstbäumen wurden ebenfalls vorgenommen, doch konnte deren Zahl leider nicht genau ermittelt werden. Von tierischen Obstschädlingen konnte eine Abnahme festgestellt werden, dagegen nahmen die Pilzkrankheiten erheblich zu. Allerdings trug die überaus feuchte Witterung viel dazu bei. Der geplante Ausflug nach den Obstanlagen am Hesselberg war bei sehr schwacher Beteiligung am 16. Mai durchgeführt worden.

An Zuschüssen wurde außerdem der Verein noch von Seite des Kreisverbandes mit 21,20 Mk.- bedacht, wofür an dieser Stelle auch der Dank ausgesprochen wird.

Ausstellungen wurden aus dargelegten Gründen nicht veranstaltet. Möge das neue Jahr für unseren Obstbau Glück und Segen bringen und schließe ich hiermit meinen Bericht.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung 1910

Nur durch die Glocke und schriftliche Bekanntgabe auf heute den 20. Februar bei Veitengruber dahier Nachm. 3½ Uhr einberufen worden. Erschienen waren 40 Mitglieder. Nach Begrüßung der Anwesenden erfolgte Jahresbericht und Rechnungsabhör. Die Einnahmen betrugen Mk. 271,43, die Ausgaben 263,63, so dass ein Kassenbestand von Mk. 7,80 verbleibt. Nach Genehmigung der Rechnung wurde dem H. Kassier mit Dank Decharge erteilt. Sodann wurde der Punkt Baumwärterfrage auf Grund eingelaufenen Schreibens vom Kgl. Bezirksamt zur Sprache gebracht. Ein diesbezüglicher Beschluß der Gemeinde Weidenbach ist

eingelaufen, dem zu entnehmen ist, dass sich die Gemeinde Weidenbach in jeder Weise ablehnend verhält. Die Baumwärterfrage wird einstweilen erledigt bis zur nächsten Gem. Versammlung. Weiter wurde

vom Vorstand über Umveredlungen, Unterlagen, Wuchs und Schnitt referiert. Weinstockbehandlung eingehend erörtert. Über die

Verwendung von Restsubstanzen wurde Verwarnung klar gelegt, da solche nach dem neuen Weingesetz verboten sind. Auf einen früheren Beschluß zurückgreifend soll nun in diesem Jahr der erste Versuch mit Blumenschmuck gemacht werden und pro Mitglied 30 Pfennige zum Ankauf von Blumen festgesetzt werden. Dieselben kommen Ende April zur Verlosung. Bezüglich das Spritzen von Bäumen, soll jemand ausfindig gemacht werden, der sie Spritze nach außen begleitet und bedient. Das Material wird von Weidenbach aus mitgegeben und den jeweiligen Baumbesitzern aufgerechnet. Diesbezügliche Versuche wegen der Kosten sind erst anzustellen.

Es zeichnen die Herren Beyhl, Pfautsch und Friedr. Harreiß

Generalversammlung

Am Sonntag, den 13. März 1910 fand bei Veitengruber Generalversammlung statt mit Gratisverlosung von Begonienknollen. Anwesend waren 55 Mitglieder. Nach Klarlegung der Cultur seitens des H. Obstbaulehrers Häberlein über Begonien insbesondere über Pflanzung und Vermehrung derselben wurde allgemein Diskussion der Baumpflege eröffnet. Verschiedene Fragen über Pflanzung und Behandlung der Obstbäume insbesondere von Kern- und Steinobst wurde eingehend behandelt. Veredlung usw. besprochen. Bezüglich der Spritzung von Bäumen wurde beschlossen, nachdem sich das Mitglied Herr Wellhöfer bereit erklärt hat die Sache zu übernehmen, dieselben

einzusehen und vorgemerkte Baumgärten zu spritzen. Der Preis ist zu kalkulieren und festzustellen.

Nachtrag: Durch Probe wurde festgestellt um den Lohn für den Arbeiter, Ersatz für Spritzmaterial und Abnutzung der Spritze, die Stunde sich auf 80 Pfennige stellt, wie auch von anderen Vereinen bereits konstatiert ist.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

Vom 22. Mai bei Veitengruber. Beginn 3 Uhr. Anwesend waren ca. 110 Mitglieder. Es wurde nach kurzer Begrüßung die 2. Blumenverlosung vorgenommen. Die restigen nicht in Empfang genommen. 6 Stück wurden zu Gunsten der Vereinskasse mit 3,20 Mk versteigert. Besondere Anträge wurden nicht gestellt. Schluß 6 Uhr.

Gez. Pfautsch

Kreisversammlung

Am 26. Juni 1910 in Ansbach. An dieselbe wurde der Antrag gestellt auf 1912 eine Delegiertenversammlung gelegentlich des 10-jährigen Bestehens zu Weidenbach abzuhalten. Merkwürdigerweise wurde die

Jahreszahl 1912 verwechselt und die Delegiertenversammlung auf Herbst 1910 in Triesdorf abzuhalten beschlossen. Nachdem der Irrthum aufgeklärt, wurde dieser Beschluß aufgehoben. Siehe Brief! Auf weiteren Antrag siehe Grenzbote wird der Beschluß vertagt. Der Vereinsleitung ist kein Verschulden beizumessen, da eben seitens des K.V. das Jahr verwechselt wurde. Da der Verein vorerst kein Geld hat und die Obsternte verhagelt wurde, ist es selbstverständlich, dass eine Versammlung und Ausstellung unmöglich ist pro 1910.

Gez. Pfautsch

Ausschusssitzung

Am 25. August 1910 abends 8 Uhr bei H. Eder einberufen. Es kam zur Sprache, dass die Vereinsgelder so langsam eingehen und wurde folgendes festgesetzt. Der rückständige Beitrag des Mitgliedes Lehrer

Mößner zu Tauberschallbach soll nochmals gemahnt werden mit 8 tägiger Frist. Als Versammlungslokal für die nächste Generalversammlung ist Gasthaus Eder bestimmt.

Es zeichnen die Herrn Pfautsch, Gran und Beyhl.

Generalversammlung

Am 28. August 1910 war ordnungsgemäß bei H. Eder als Bezirksversammlung abgehalten.

Generalversammlung

Am 18. Dez. 1910 bei Veitengruber war ordnungsgemäß anberaumt und den Mitgliedern bekannt gegeben. Zunächst folgt Jahresbericht pro 1910. Mit Ende dieses Jahres beschließt der Verein sein 8. Lebensjahr mit 182 Mitgliedern gegen 179 vom Jahr 1909; ein Zugang von 3 Mitgliedern. Die Tätigkeit des Vereins erstreckte sich auf 3 Generalversammlungen und eine Ausschusssitzung. Ferner fanden 2 Blumen- und Knollenverlosungen statt, die allseits mit Freuden begrüßt wurden. Im Laufe des Frühjahres wurden in der Umgebung mit der neuen Vereinsspritze sämtliche Bäume der Mitglieder gespritzt. Leider hatte die nasse Witterung vieles verdorben und konnte vielfach faules und krankes Obst constatiert werden. Dagegen haben sich die thierischen Schädlinge sehr wenig fühlbar gemacht, was wohl auf das Conto der herrschenden Witterung zu setzen ist. Die erhofft größere Ernte an Obst wurde leider durch schweres Hagelwetter, wie es seit einer langen Reihe von Jahren nicht beobachtet wurde zum großen Theil besonders in unseren Orten schwer geschädigt. Blätter und Blüten lagen haufenweise auf der Erde und namentlich Spaliere dürften

auf einige Jahre hinaus in ihrer Entwicklung gestört sein. Die Folge war eine Missernte an Zwetschgen und Kirschen. Birnen waren gering,

Äpfel in geringer Menge, was wiederum eine Preissteigerung nach sich zog. Äpfel sind mit 15-20 Mk, Birnen mit 10-15 Mk verkauft worden. Die mittelfr. Obstverkaufstelle Nürnberg hat sich bisher sehr gut bewährt und hohe Preise erzielt. Es wäre nur zu wünschen, dass dieselbe noch weiter ausgebaut und benutzt werden möchte.

Die Benutzung der Vereinsgeräthe zur Obstverwertung war obigem entsprechend ebenfalls eine geringere gegen frühere Obstjahre. Die Dörre wurde nur einmal benutzt, dagegen mit Mühle und Presse sind 91

Liter Beerensaft eingefahren. 180 Liter Wein und 45,86 Liter Most

= 155 Centner oder 7750 Kilo frisches Obst, die Trauben sind fast nicht zur Entwicklung gekommen.

Obstunterrichtskurse sind in diesem Jahr nicht abgehalten worden. Neupflanzungen sind ebenfalls vorgenommen worden, deren Zahl aber unbekannt.

Mit dem Wunsche, dass der Verein auch künftighin weiter blühen und kräftig gedeihen möge, schließe ich meinen Bericht. Sodann wurde Rechnungsabhör vorgenommen. Die Einnahmen betrugen Mk. 258,95, die Ausgaben Mk 255,68. so dass ein Kassenbestand von 3,27 Mk zu verzeichnen ist.

Bezüglich der Neuwahl wurden per Akklamation die alten Herrn, trotzdem dieselben die Wahl ablehnten, wiedergewählt. Anwesend waren 23 Mitglieder. Wünsche und Anträge wurden nicht gestellt und

in das Reich der Fidelitas eingetreten.

Es zeichnen die Herrn Pfautsch, Beyhl, Knäulein, Fr. Harreiß, Herrmann Gran und Seitz

Generalversammlung

Am 3. Dez. 1911 war turnungsgemäß unter Bekanntgabe der Tagesordnung bei Gasthaus Reinert abgehalten. Um 3 Uhr vom 1. Vorstand eröffnet. Zum 1. Punkt der Tagesordnung eingehend wurde über die im weißen Schloß zu Triesdorf stattfindende Ausstellung 1912

beschlossen. Die Dekoration und Aufstellung des Obstes einem

Komitee zu überlassen. Hierzu wurden gewählt die Herren: Lehrer Harreiß, Leidendorf, Beyhl, Knäulein, Gg. Herrmann, Reichel, Herrmann, Gg. Veitengruber, Meyer, Hochmann jr., Riegel jr, Gran und Häberlein. Die unentgeltliche Abgabe von Waldbäumchen hat Herr Scheuerpflug zugesagt. Auch das Reisig zum Girlandenbinden will Herr M: Herrmann

liefern. Es soll um Kosten zu decken ein Zuschuß von 10 Pfennige erhoben werden. Laubwerk gibt Herr Krug von Bammersdorf. Obstschau findet im Oktober statt. Ferner sei der Kreisverband um etwaigen Zuschuß anzugehen. Weiter sind Pläne für die Ausstellung anzufertigen, für nötige Tische etc. zu sorgen. Gastwirt Scherb, Leidendorf hat bereits 6 Stück zugesagt. Zu Punkt 2 hat 1. Vorstand und Hr. Obstbaulehrer Häberlein einschlägig referiert. Es wurde eine Futterglocke und Futter gezeigt, über Nisthöhlen gesprochen und eine Anzahl solcher bestellt. Die Geräthe des Vereins sind zu kontrollieren. Eine Vogelausstellung ist ebenfalls geplant. Besondere Anträge sind nicht gestellt worden und wurde die Versammlung um ½6 Uhr geschlossen.

Gez. 1. Vorstand Pfautsch

Jahresbericht pro 1911

Der Verein kann nun auf ein 10jähriges Bestehen zurückschauen. Aus

kleinem Anfang ist ein großer Wirkungskreis erfolgt, auf den heute der

Verein, die Umgebung, die Bevölkerung nur stolz sein kann und gewiß

allgemein Befriedigung hervorgerufen hat. Wenn auch als 3. Verein im Distrikt Herrieden, so war dieselbe doch bahnbrechend für den ganzen Bezirk Feuchtwangen, und ist es einmaligst, dass der Bezirk Feuchtwangen nunmehr die 1. Stelle im Kreis Mittelfranken einnimmt von insgesamt 21 Bezirksverbänden. Zahlreiche Neupflanzungen in Feld und Haus sind erfolgt und dürfte die Zahl der gepflanzten Bäume wohl tausende von Stück betragen. Auch zum Kapitel Obstweinbereitung steht der Verein an der Spitze mit. Obstwein, Beerenwein, getrocknete Gemüse und Obst haben sich gründlich eingeführt.

Ein genauer Bericht wird bis zur Ausstellung gesondert erscheinen. Die Mitgliederzahl am Ende 1910 182. Durch Austritt verlor der Verein 4

Mitglieder, durch Tod 1, so dass mit 1 Zugang der Verein mit 178 Mitgliedern ins neue Jahr eintritt. Die Thätigkeit des Vereins konnte

sich angesichts des ganz abnormen 11 Jahrgang nicht so entfalten als wünschenswerth gewesen wäre. Durch die anhaltende Hitze waren die

mehrfach berechtigten Wünsche und Hoffnungen einer Obsternte

gänzlich fehlgeschlagen. In ganz geringer Qualität und einfach auch jetzt herausgestellt in beschränkter Qualität waren Obsternten zu verzeichnen. Kirschen und Weichsel waren fast vertrocknet, Zwetschgen und Pflaumen theilten das gleiche Schicksal. Birnen waren eine sogenannte Rarität mit Schorfkrankheit. Das verkäufliche Obst hatte deshalb auch einen hohen Preis und wurde von der mittelfränkischen Obsteinkaufzentrale 16-18 Mk. Für 1a Ware bezahlt. Weintrauben gab es in geringer Quantität dafür aber in vorzüglicher Qualität. Die Obstverwertungsgeräthe brachten im verg. Jahr ein sehr geringes Ertragsmaß. Es wurden nur 138 Liter Most gekeltert. Dörrobst fiel gänzlich aus. Auch die Gartengewächse konnten sich nicht so entwickeln als es bisher der Fall war. So kam es, dass auch sog. Dörrgemüse nichts. Versammlung fand eine statt. Möge der Verein in sein 2. Dezenium tretend künftig sich ebenso kräftig und segensreich entwickelt.

Gez. Pfautsch und I. Vorstand

Generalversammlung am 28. Jan. 1912

War ordnungsgemäß bekannt gegeben durch schriftliche Einladung und bei Gastwirth Regner Triesdorf nachm. 3 Uhr eröffnet. Nach Begrüßung der Anwesenden erstattete der 1. Vorstand den Jahresbericht. Sodann erfolgte Rechnungsabhör. Die Einnahmen betrugen Mk. 233,27 , die Ausgaben 120,80 Mk., so dass ein Cassabestand von Mk. 112,47 bleibt. Gegen die Rechnungsabhör wurde Widerspruch nicht erhoben. Decharge ertheilt. So dann wurde die im Herbst stattfindende Obstausstellung weiter behandelt. Hr. Obstbaulehrer Haeberlein legte eine Planskizze vor, welcher zu entnehmen ist, dass der Geräthesaal im Weißen Schloß zu Triesdorf als Ausstellungssaal benutzt wird. Das nächste anstoßende Zimmer ist für Obstschädlinge, Literatur und eine Vogelschutz- bzw. Vogelausstellung in Betracht gezogen, während für Geräthe der Corridor noch benutzbar erscheint. Wie bereits bekannt, ist für 29. Feb. – 1. März ein Obstbaukurs im Ederschen Saale vorgesehene und im Herbst Obstschau. Am 13.-15. Okt. fand die Vorbereitung für die Obstausstellung statt. Am 16. Okt. voraussichtlich Kreisversammlung in Triesdorf.

Bezüglich der rückständigen Beiträge wurde beschlossen, dass dieselben, wenn bis 1. April nicht erledigt sind, mit einem Zuschlag von 10 Pfennigen zu ahnden sind pro Jahr. Es wurde das Programm weiter besprochen und bezüglich des Packmaterials sind die Beschaffung von

Kisten, Schachteln, Körbe etcetera der Vorstandschaft überlassen. Für Flüssigkeiten soll für jede ausgestellte Art 2/2 Flaschen aus selbem

Glase gewählt werden. Ausstellungsschachteln sollen von Nürnberg ch.K.V. entliehen werden. Statt der geforderten Steinobstsorten sollen tunlichst Conserven zur Ausstellung gelangen. Die Wahl der Sorten bleibt dem Komitee überlassen. Ferner darf nur selbstgebautes Obst zur Ausstellung gelangen. Die Kassenwärteraufgabe ist nur von solchen erlaubt zu lösen, die Mitglieder des Vereins sind. Sämtliches Obst ist von den Eigenthümern entsprechend signiert anzuliefern. Zwecks Prämierung ist es wünschenswerth wenn noch Ehrengaben gestiftet werden möchten und sollen Medaillen und Diplom zur Verteilung gelangen. Sollten Sorten zum Vorschein kommen, die nicht werth sind zu pflanzen, so werden dieselben nicht bewertet und besonders gekennzeichnet. Ferner soll im September bei genügender Anzahl ein Obstverwertungskurs abgehalten werden., wenn genügend Theilnehmer vorhanden sind. Das Obst ist von diesen zu liefern, während alles andere Zucker etc. vom Verein beschafft wird. Die Conserven etc. werden dann zu Gunsten der Vereinskasse versteigert. Auch ist es wünschenswerth, das Obst z.G. des Vereins zur Verfügung zu stellen. Die freiwilligen Gaben sind heute auf 21,95 Mk. gestiegen. An den in Ansbach am 29.-30. Januar stattfindenden Vogelschutzkurs hat sich außer einer Dame niemand beteiligt. Weitere Anträge sind nicht gestellt worden und wurde die Versammlung, welche von etwa 60 Personen besucht war, um 5½ Uhr geschlossen.

Es zeichnen die Herren Gran, Beyhl, Knäulein, Pfautsch und Harreiß

Ausschusssitzung am 21. Febr. 1912

Bezüglich der zu besuchenden Gärten gelegentlich des am 29. Feb. + 1.

März stattfindenden Obstbaukurses wurde um etwaigen Benutzungen entgegen zu treten beschlossen, die Gärten mittels Loses zu bestimmen. Nachdem sämtliche größeren Gartenbesitzer notiert waren, wurden durch Los bestimmt: 1. Gabler

  1. Hahn

  2. Geweyer Andr.

  3. Gögelein

  4. Knäulein Geg.

Es zeichnen die Herren Gran, Knäulein, Pfautsch, Harreiß, Beyhl und Herrmann

Am 29. Februar und 1. März wurde ein Obstbaukurs abgehalten. Der Besuch war anfangs recht flau, so dass das Programm geändert werden musste. Es wurde zunächst der praktische Theil vorgenommen im Eder´schen Garten ein Baum gepflanzt, Baumscheiben gemacht, bei

Beyhl ein Apfelbaum abgeworfen, bei A. Geweyer einige Bäume

geschnitten. Bei Hahn alle Bäume gründlich durchgenommen, darunter ein hohler ausgemauert. Dann folgte der theoretische Theil. Sortenkunde und Veredelungsmethoden.

Die Zahl der Theilnehmer betrug 28. Schluß 5 Uhr

Gez. Pfautsch

Anläßlich der stattfindenden Ausstellung hat die G. Verwaltung Weidenbach am 4. Juni einen Zuschuß von 30 Mark bewilligt.

Gez. Pfautsch

Am Sept. fand abends 8 Uhr bei Veitengruber eine Ausschusssitzung statt. Gegenstand der Berathung war die Beschaffung von Diplomen für die Obstausstellung. Es sollen zunächst Muster verlangt werden. Dieselben liefen später ein und nach mehrfachem Einverständnis. Wahl getroffen.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht pro 1912

Das vergangene Jahr im 1. Dezenium des Vereins war ein sehr bedeutungsvolles. Aus kleinen Anfängen und mit wenigen Mitgliedern hat der Verein einen großen Aufschwung genommen und im Bezirk Feuchtwangen auf dem Gebiet des Obstbaues bahnbrechend gewirkt. Alle Einzelheiten zu schildern würde zu weit führen und ergibt sich aus dem an sämtliche Mitglieder verteilten 10-jährigen Bericht zur Genüge. Das Hervorragendste war die Veranstaltung der Bezirksobstausstellung verbunden mit der gleichzeitig hier einberufenen Kreiswanderversammlung, welche die Vorstandschaft des K.V. bereitwilligst zugesagt und reichlich erfüllt hat. Wohl selten war wie in diesen Tagen ein solche Menschenmenge hier zu sehen im Wogen hin u. her. Die Ausstellung der Hauptanziehungspunkt drohte unheimlich sich anzufüllen. Doch ging alles glatt vonstatten. Dieselbe war von mindestens 1200 Personen besucht worden. Die Kreisversammlung war geradezu überfüllt und konnten viele keinen Platz mehr finden, um den einzelnen Vorträgen und Debatten zu folgen. Der Verein Weidenbach darf mit Stolz auf dieses Ereignis zurückblicken, um so mehr dieselbe mit der höchsten Mitgliederzahl im Bezirk als auch gelegentlich der Ausstellung 27.1. Mitglieder seitens des Preisrichterkollegiums prämiert wurden. Die Ausstellung selbst hat genügend Fingerzeige gegeben was im Obstbau und Obstverwertung geleistet werden kann und was noch zu bessern ist. Vor allem muß betont werden, dass es auch vielerlei Sorten geringer Qualität gibt und es an marktfähigen, namentlich Winterobst fehlt. Auch in Sortierung des Obstes, obwohl die Frage sehr wesentlich gelöst war, fehlt es immer noch sehr. D.h. es wird zu wenig Gewicht darauf gelegt, höhere Preise zu erzielen.

Das Obstjahr war bekanntlich quantitativ ein sehr gutes, qualitativ aber infolge der abnormen nassen Witterung als ein ungünstiges zu bezeichnen. War das Jahr 1911 ebenso umgekehrt ein zu trockenes gewesen, so ist anzunehmen, dass die fehlende Feuchtigkeit des 1911

durch die überaus lang anhaltende Regenperiode 1912 einigermaßen

ausgeglichen worden ist und dass gestörte Zellenausbau und Entwicklung der Blüten und Fruchtknospen künftig besser gestaltet sein dürfte. Die Schädlinge konnten im vergangenen Jahr nicht gut auf die Höhe kommen, dagegen Pilzkrankheiten etc. sind bedeutend

vermehrt aufgetreten. Es erübrigt also die Kupferspritzung, die letzte ganz energisch durchzuführen.

Mit der Obstausstellung war gleichzeitig auch eine Vogelschutzausstellung verbunden, die als ein wahres Schatzkästlein zu bezeichnen war. Dank Entgegenkommen der staatlichen

Vogelschutzkommission war eine Anzahl von Modellen Bildern etc. zur Verfügung gelangt, um zu zeigen, was auf diesem Gebiet zu berücksichtigen ist. Eine Reihe von nützlichen und schädlichen Vögeln in Natura, Futterhäuschen etc. , sollen das Interesse für unsere gefiederte Polizei fördern. Obstschädlinge in natura und Bild waren ebenfalls reichlich vertreten. Hervorzuheben ist noch, dass auch Seine Excellenz Herr Reg. Präs. Dr. R. v. Blaul die Ausstellung mit seinem Besuch ehrte und überhaupt ein großes Interesse für Obstbau an den Tag legte, was nicht genug zu schätzen ist. Mit dem Gedanken ein hübsches Bild, das vielfach alle Erwartungen übertraf. Die Ausstellung nun verlassen zu können, sei allen Mitwirkenden an dieser Stelle für ihre Mithilfe herzlicher Dank ausgesprochen.

Der Verein hat durch Neugründungen von 2 Vereinen ebenfalls an Mitgliederzahl abgenommen und beträgt dieselbe mit 1. Jan. 1913: 148.

Ein Obstkurs war am 29.2. + 1.3. abgehalten, an dem sich 28 Theilnehmer betheiligten. Ende September fand unter Leitung des Herrn Obstbaulehrers Brandl ein Obstverwertungskurs statt, an dem sich ebenfalls eine Anzahl junger Mädchen beteiligte und es war eine

Freude zuzusehen, wie fleißig und emsig die jungen Welt hantierte.

Die fertigen Conserven fanden auch lebhafte Anerkennung gelegentlich der Ausstellung. Die Obstverwertung hat auch in den vergangenen Jahren wieder schöne Erfolge zu verzeichnen. Es wurden auf der Vereinspresse 4379 Liter Obstwein gekeltert, sowie auch eine Menge Dörrobst namentlich Zwetschgen erzeugt. Neupflanzung lässt allmählich nach, da in den letzten Jahren schon reichlich Bäume gepflanzt wurden. Die Gesamtobstverwertung im Vereinsgebiet, soweit dieselbe zu ermitteln war, kann reichlich auf 1200 Zentner geschätzt werden, wobei noch die kleinen Orte nicht berücksichtigt sind. Auch dies ist eine gewaltige Ziffer und in Geldwerth umgesetzt, wäre ein Summe von rund 6000 Mk anzunehmen. Daraus ergibt sich von selbst, dass der Obstbau immer sehr rentabel erscheint, und die aufgewendete Pflege etc. reichlich belohnt wird. Was noch die Blüthezeit in den letzten 10 Jahren betrifft, so gibt eine phomologische Tabelle Auskunft, die manches Interesse bringt. Gegen 1911 war die Apfelblüte nur 6 Tage, 1910 13 Tage voraus. Nur einmal im Jahre 1903 fiel dieselbe noch 2 Tage früher. Birnen blühten gegen 1911 12 Tage, 1910 16 Tage früher. Auch 1903 war ein Vorsprung von 7 Tagen zu registrieren. Das Beerenobst bleibt sich in der Blütezeit so ziemlich gleich bis auf die Jahre 1907 + 1908 mit einer Differenz von 14 Tagen. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass der Verein seitens der G. Verwaltung Weidenbach einen Zuschuß von Mk 30 erhielt, wo für auch an dieser Stelle geziemender Dank ausgesprochen wird.. Mit dem Wunsche, dass der Verein weiter gedeihen möge, schließe ich meinen Bericht.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

Dieselbe war unter Bekanntgabe der Tagesordnung ordnungsgemäß bekannt gemacht und auch Sonntag, dem 9. März 1913 Nachm. 3 Uhr im Eder´schen Gasthaus einberufen worden. Nach Begrüßung der Erschienenen durch den 1. Vorstand, gab derselbe den Jahresbericht bekannt, gegen welchen seitens der Anwesenden keine Widerspruch erhoben wurde. Alsdann wurde Rechnungsabhör vorgenommen. Die Einnahmen betrugen Mk. 416,42, die Ausgaben Mk. 254,25, so dass ein Kassabestand von Mk. 162.70 verbleibt. Gegen diese wurde kein Einspruch erhoben, für richtig befunden und dem Kassier Herrn Beyhl der Dank ausgesprochen. Alsdann wurde die Wahl der Vorstandschaft und des Ausschusses vorgenommen. Es wurde gewählt als 1. Vorstand

Apotheker Pfautsch, 2. Vorstand Herr Oberlehrer Ries. Als Kassier und Sekretär Herr Beyhl, als übrige Ausschussmitglieder wurden nachgezogen die Herrn Knäulein, M. Herrmann, Fr. Gran und H. Lindner. Sämtliche Herren nahmen die Wahl wieder an. Herr Oberlehrer Ries sprach seinen Dank für die Wiederwahl der Vorstandschaft aus.

Zum 2. Punkt: Wünsche und Anträge. Ein Antrag, die Baumzeile zwischen Schulhaus und Pfarrhaus soll neuerdings in Ordnung gebracht werden. Zur Hebung des Ortsbildes sollen an den Hausmauern Spaliere gepflanzt werden und nach dreijährigem Bestand sollen Dorfverschönerungsprämien gegeben werden nach besonderem Beschluß des Vereinsausschusses jedoch nur an Vereinsmitglieder. Eine Blumenverlosung soll noch für dieses Jahr durchgeführt werden und das weitere der Vorstandschaft überlassen werden. Nach dem kein Antrag mehr gestellt wurde die Versammlung um 6½ Uhr geschlossen.

Es zeichnen die Herren Pfautsch, Knäulein, Lindner und Beyhl.

Weidenbach, den 18. Mai 1913. Versammlung vorschriftsmäßig einberufen und nachmittags 3 Uhr bei Veitengruber. Blumenverlosung abgehalten. Es kamen Pelargonien und Geranien zu gleichen Theilen zur Abgabe.

Gez. Pfautsch

Weidenbach, den 21. Sept. Nachm. 4 Uhr war bei Reinert Generalversammlung einberufen, die leider nur von 6 Mitgliedern besucht war. Als Gäste haben sich mehrere Baumkursschüler eingefunden. Der 1. Vorsitzende begrüßte die Erschienenen und gab die Tagesordnung nochmals bekannt. Der 1. Punkt: Die Versicherung von Obst und Obstbäumen gegen Hagelschlag fand keine Zustimmung, da die verlangten Zahlen und Werthe der Obstbäume von Einzelzüchtern hier nicht erreicht werden. Desgleichen fand die Beschickung der gelegentlich der Landesversammlung zu Erlangen stattfindenden Obst- etc. Ausstellung wenig Neigung. Es wurden sodann die im Laufe des Jahres aufgetretenen Obstkrankheiten sehr eingehend demonstriert und die Bekämpfung derselben erläutert. Der 2. Vorstand Herr Oberlehrer Ries sprach sodann dem 1. Vorstand seinen Dank aus, insbesondere für die viele Mühe und Aufopferung während der fast 11-jährigen Thätigkeit im Verein und überreicht demselben Namens des Vereins ein in Silber getriebenes Bild ”Stilleben”, welches der Redner symbolisch erläuterte. Für diese Überraschung dankte der 1. Vorstand in herzlichen Worten und versprach auch fernerhin seine Kraft dem Verein zu widmen. Hierauf wurden noch einige neue Sorten Äpfel und Birnen vom 2. Vorstand kritisch besprochen und die Versammlung um 6 Uhr geschlossen.

Gez. Pfautsch

Weidenbach, den 16. November 1913. Auf heute Nachmittag 3 Uhr war bei Gastwirth Eder turnusgemäß Generalversammlung wie üblich durch

Cirkulare einberufen worden. Nach Erschienen: 12. Mangels mehrer Zuhörer wurde die Versammlung gar nicht eröffnet und verlief im Sande. Ursache war mangelhafte Bekanntmachung seitens des H. Kassier.

Gez. Pfautsch

Ausschusssitzung

Am 21. Januar 1914 war der Ortsausschuß zusammengerufen, um über

rückständige Beiträge und ausgegebene Erdbohrer Beschluß zu fassen und zwar wie folgt:

  1. Die rückständigen Beiträge der ehemaligen Mitglieder von

Niederoberbach Grüner und König sind unverzüglich

einzuheben. Bezüglich der Erdbohrers wird beschlossen, nachdem dieselben an die Mitglieder gegen eine einmalige Leihgebühr von 3 Mk. unter Vorbehalt des Vereinseigenthums hinausgegeben wurden.

Nachdem aber die Burgoberbacher ausgetreten sind, so steht

ihnen kein Benutzungsrecht mehr zu und ist der Erdbohrer unbedingt zurückzufordern insbesondere weil auch der Beschluß gefasst wurde, dass Nichtmitglieder die Vereinsgeräthe nicht benutzen dürfen bei Conditionalstrafen von 5 Mk.

Es zeichnen die Herren Pfautsch, Beyhl, Herrmann und Knäulein.

Jahresbericht pro 1913

Das abgelaufenen 11. Vereinsjahr ist im Ganzen und Großen betrachtet ein seit einer Reihe von Jahren recht ungünstiges zu bezeichnen. Die Witterungsverhältnisse waren mit wenigen Ausnahmen recht schlecht. Die geringe Obstblühte ist erfroren, so dass eine fast vollständige Missernte eintrat. Äpfel gab es sehr wenig. Birnen an Hochstämmen fast nichts. Steinobst, namentlich die sehr beliebte Zwetschge

versagte ganz. Nüsse die zwar wenig vorhanden, fielen ebenfalls durch. Von Trauben war nicht eine Beere zu sehen. Auch die übrigen Gartengewächse so z.B. Johannesbeeren und Stachelbeeren waren z. Theil dem Frost verfallen und brachten halbe Ernte. Erdbeeren verfaulten in Folge anhaltenden Regens und Himbeeren konnten gar nicht reifen., namentlich fehlte das Aroma. Aus diesen Gründen wurde, was sonst selten vorkam, von auswärts Obst bezogen, um wenigstens den notwendigsten Eigenbedarf zu decken. Die Obstverwerthungsgeräthe führten in düsterer Ecke in Winterverfassung ein stilles Dasein. Wohl dem, der sich von der reichen Ernte 1912 für das vergangene trockene Jahr ein Fässchen aufbewahrt hat, um an künftigen heißen Sommertagen bei schwerer Arbeit draußen auf dem

Felde seinen Durst zu stillen. Dagegen stellte sich zwar manche ungebetenen Gäste ein, die angesichts der schlechten und nassen Witterung in erhöhtem Maße sich recht wohl fühlten. Die Obstschädlinge! Über thierische Schädlinge war gerade nicht zu klagen. Dagegen nahmen pflanzliche Parasiten, Moos, Schorfkrankheit, Mehlthau erheblich zu, da eine energische Bekämpfung mit Spritzmitteln nicht durchzuführen war. Die Thätigkeit des Vereins im Obstbau war demgemäß auch eine geringere. Nichtsdestoweniger wurde der Versuch fortgesetzt den Blumenschmuck zu heben und zur allgemeinen Freude auch von Erfolg begleitet, in dem am 18. Mai an sämtliche Mitglieder Geranien und Pelargonien vertheilt wurden. In den Generalversammlungen, von denen leider eine durch missliche Zufälle vereitelt war und einer Ausschusssitzung, gab es Gelegenheit über Obstbau etc. reichlich zu erfahren. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass laut einer Obstbaumzählung z.B. in Weidenbach eine stattliche Zahl von Obstbäumen zu verzeichnen ist. Es sind tragbare Obstbäume vorhanden 2007, nicht tragbare 764. Summe 2771 Stück. Im Lokalvereinsgebiet: 6072, b.3352, insgesamt 12194 Stück. Diese Zahl würde noch höher sein, wenn die ausgeschiedenen Orte mit jetzt neuem Verein noch angeschlossen wären!

Der Verein zählte zum Schluß 1913 141 Mitglieder. Der Abgang erklärt sich theils durch Tod, theils durch Übertritt in neu gegründete

Nachbarvereine.

Ausstellungen und Obstschau fanden keine statt. Über phänologische Beobachtungen noch einiges hervorzuheben: Fiel die Apfelblüte auf 30.4., 7 Tage früher als 1912. Die Birnenblühte am 28.4. = 2 Tage später als 1912. Johannesbeeren 22.4. = 4 Tage früher, Stachelbeeren 23.4. = 9 Tage später als 1912. Eine Vermehrung der Wandbäume kann konstatiert werden, doch gibt es in dieser Hinsicht noch viele leere Wände zu bebauen. Der Bezug von Gartensämereien war auch in dem abgelaufenen Jahre ein guter und haben die Mitglieder die besten Garantien für echte keimfähige Ware und Ersparnis an Extrakosten. Die zur Zeit angeregte Bepflanzung der Straße zwischen Schul- und Pfarrhaus musste wegen zweifelhaftem Besitz heuer unterbleiben. Mit dem Wunsche, dass der Verein eingedenk seiner wirthschaftlichen Premizien zum Wohle der Allgemeinheit in seiner Thätigkeit nicht erlahmen möge, sondern mit voller Kraft und Bewusstsein der Sache sich weiter entwickeln möge, schließe ich meinen Bericht und Danke für Ihre Mithilfe im Vereinsleben von gez. Pfautsch.

Generalversammlung am 15. Februar 1914

War vorschriftsmäßig durch Cirkular einberufen und in der Restauration des Kreisgutes zu Triesdorf abgehalten. Erschienen waren 50 Mitglieder. Nach Begrüßung derselben wurde der Jahresbericht verlesen, gegen welchen keinerlei Einspruch erhoben wurde. Alsdann wurde Rechnungsablage vorgenommen. Die Einnahmen betrugen 301.37 Mk., die Ausgaben 203.47 Mk., so dass ein Kassabestand von 97.90 Mk. verbleibt. Gegen dieselbe wurde kein Einspruch erhoben und Herrn Cassier Beyhl der Dank ausgesprochen sowie Entlastung ertheilt. Sodann wurde über den Erdbohrer verhandelt, der zur Zeit leihweise nach Burgoberbach gegeben und trotz mehrfacher Aufforderung bis jetzt noch nicht zurückgebracht wurde. Es stellte sich nun heraus, dass der Erdbohrer bereits seit Herbst in Triesdorf ohne jegliche Bestimmung bei Rögner gelagert hat und vor ca. 8 Tagen vom Straßenwärter Heller abgeholt wurde mit der Behauptung derselbe sei sein Eigenthum. Beschlossen wurde entweder den Bohrer gegen Kostenersatz von 3.50 dort zu belassen oder mit allem Nachdruck auf dessen Rückgabe zu drängen. Die Erlanger Ausstellung soll beschickt werden. Längere Diskussion

entstand bei dem Antrag für Dekoration mit schönen Fensterblumen und Wandbäumen unter Aufrecherhaltung des vorjährigen Beschlusses Aufmunterungsprämien, jedoch nur an Mitglieder zu gewähren. Eine Abstimmung ergab bis auf eine einzige Stimme (Gabler bekannt dafür) Annahme des Antrages. Ein zweiter Antrag, die Beiträge um 10 Pfennige per Mitglied zu erhöhen, fand einstimmige Annahme. Der 3. Antrag, die Summe von 50 Mk. zu Prämierungszwecken einzusetzen, fand einstimmige Annahme, jedoch sind die nötigen Bestimmungen zum Zwecke der Prämierung noch näher festzulegen. Über die Wandbäume gab Herr Oberlehrer Ries sehr treffliche Erläuterungen. In der nächsten Zeit soll ein Lichtbildervortrag über Conserven etc. stattfinden.

Nachdem weitere Anträge nicht gestellt wurden, schloß der Vorsitzende die Versammlung, nachdem er alle Anwesenden für ihr

zahlreiches Erscheinen, insbesondere 2 alten Pionieren Keitel und Hochmann der Dank ausgesprochen.

Gez. Pfautsch

Lichtbildervortrag am 8. März 1914

Derselbe war im Edersaale veranstaltet worden und weitgehende Einladung schriftlich und mit der Gemeindeglocke ergangen. Der Besuch war sehr stark und kein Platz mehr frei. Der Unterzeichnete

begrüßte die Anwesenden und wies auf die Bedeutung der Konserven hin. Sodann wurden die letztgefassten Beschlüsse bez. des Blumenschmuckes und Wandbäume bekannt gegeben und kleine Broschüre von H. Garteninspektor Kindshorn gegen 10 Pfennige je Stück abgegeben. Sodann referierte Herr Rall. Rieß über die Einführung der Conserven die Behandlungsweise der eingemachten Früchte sonst und jetzt insbesondere betonte derselbe, dass in seinem früheren Wirkungskreis die Conserven sich sehr eingebürgert haben. Von den vorgezeigten Conserven eine reiche Anzahl von Früchten, Gemüsen, Fischen und Fleischwaren aus dem Besitz der Herrn Brandl, Pf. und Ries wurden dann von Herr Obstb. Brandl eingehend besprochen und mehrere Kostproben namentlich in externpare Besitzer Selleriesalat erregten lebhaften Theilnahme und allgemeines Wohlgefallen. Nach kurzer Pause erstattete der letztere noch eine sehr lehrreichen Vortrag mit Lichtbilder u. Leitung der Hr. Ries über Entstehung und auf jetziger Ausdehnung. Auch die Glasbereitung wurde näher erläutert. Es waren verschiedene Systeme vorhanden, die in Folge Aufbruch den Anwesenden leider nicht mehr besprochen werden konnten und für später reserviert bleibt. Von den oben erwähnten Broschüren sind 200 Stück a 9 Pfennig angeschafft worden, von denen am obigen Tag sofort 65 Stück abgesetzt wurden.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung am 28.6.1914

War auf Sonntag den 28. Juni Nachm. bei Veitengruber durch schriftl. Einladung und Gemeindeglocke bekannt gemacht, Nachm. ½4 Uhr eröffnet worden. Erschienen waren ca. 36 Mitglieder. Nach Begrüßung durch den 1. Vorstand erstattete sodann Herr Obstbaulehrer Brandl

eingehendes Referat über die besuchte Obst- und Conservenausstellung anlässlich der Versammlung bayr. Landwirthe in Erlangen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Silber Medaille für verdienstvolle Leistung auf dem Gebiete des Obstbaues vom Kreisverband Mittelfranken an den 1. Vorst. Übergeben. Bezüglich der Blumenprämierung wurde vorgeschlagen und angenommen, dass der Ausschuß die Angelegenheit weiter zu behandeln habe. Es erfolgte eine Reihe von Anmeldungen zum Wettbewerb. Weiter wurde vom 1. Vorstand im Schreiben der K. Bez. Amt, Frostspanner betreffend nochmals bekannt gegeben. So dann wurde noch vom 1. Vorstand ein Präparat zum amerikanischen Stachelbeermehltau vorgezeigt und in Gemeinschaft mit Herrn Obstb. Brandl die Vertilgungsweise besprochen. Für die nächste Zeit soll ein Ausflug nach Kalbensteinberg vorgenommen werden. Jedes mitfahrende Mitglied erhält 50 Pfennige Reisekostenersatz aus der Kassa vergütet. Die Erdbohrerangelegenheit ist nunmehr endgültig zu erledigen. Sonstigen Wünsche und Anträge wurden nicht gestellt.

Gez. Pfautsch

Im Kriegsmonat August 1914

Es sollen die am 15. Febr. 1914 lt. Gen. Versammlungsbeschluß genehmigten 50 Mk. zu Prämierungen von Fenster- und Wandschmuck angesichts der kriegerischen Verhältnisse zu Wohltätigkeit bz. zur Labung unserer Kranken und Verwundeten verwendet werden. Und zwar sollen Obst- und Beerensäfte, Fruchtmarmeladen etc. hergestellt werden und die nötigen Auslagen hierzu von diesem Betrag bestritten

werden. Zu diesem Zwecke wurde auf heute Freitag, den 28.8. abends der Vereinsausschuß zu einer diesbezüglichen Besprechung eingeladen und wurde folgendes beschlossen: Daß sämtliche Ausschussmitglieder mit Obigem vollständig einverstanden sind. Die Verwendung dieser Fruchtsäfte und Marmeladen an Verwundete und Kranke bleibt dem Vereinsausschuß vorbehalten.

Es zeichnen die Herren Lindner, Pfautsch und Beyhl

Es wurden eine Anzahl Johannesbeersaft, Apfelmus und –gelee und Marmelade unter Mitwirkung hiesiger Damen und Mädchen im Hofgarten hergestellt und 1 Theil hiervon (Siehe Jahresbericht Seite 40) an das Rote Kreuz in Ansbach abgeführt. Vor Herrn Bürgermeister Stettner in Kleinbreitenbronn wurde 1 Sack Fallobst gestiftet, desgl. von Gastwirth Körber, Esbach und Pfautsch, ca. 5 Centner Obst von der Gemeinde Sommersdorf abgeliefert.

Jahresbericht pro 1914

Das abgelaufene Jahr war in jeder Hinsicht ein bedeutungsvolles. Was den Obstbau betrifft, so war die Witterung mit wenig Ausnahmen im Frühjahr recht ungünstig. Die Baumblüte wurde durch anhaltenden Regen sehr beeinträchtigt. Der überaus kalte und nasse Sommer ließ auch zur Entwicklung der Früchte zu wünschen übrig. Die Aussicht die noch zu erwartende bessere Ernte wurde durch einen am 13.9. eingetretenen Sturmwind abermals vereitelt. Im ganzen betrachtet war die Obsternte an Äpfeln eine mittlere, an Birnen eine geringe, desgleichen auch an Zwetschgen. Weichsel waren stark von Schorf befallen, Trauben fielen auch in diesem Jahr aus. Die Qualität des Obstes blieb auch gegen frühere Jahre ziemlich zurück. Eine Raupenplage ist zwar nicht zu verzeichnen, doch sind in späten Herbstmonaten namentlich Anfang Dezember in den Abendstunden Schmetterlinge des gefürchteten Frostspanners zahlreich aufgetreten. Die wirtschaftliche Verwertung von Obst blieb auch wider Erwarten sehr zurück. Beerenobst erfreute sich dagegen eines guten Jahrganges. Was die innere Vereinsthätigkeit anbelangt, so fanden 2 Generalversammlungen und eine Ausschusssitzung statt. Weiter wurde am 2. März durch Herrn Oberlehrer Rieß und Obstbaulehrer Brandl ein Lichtbildervortrag über Obst- und Gemüsekonserven im Ederschen Saale abgehalten, der überaus stark besucht war und allgemein Anklang fand. Möchten aber auch die damit gestreuten Samenkörner kräftige Halme zum Wohle unserer Familien künftighin treiben. Wie es stets im menschlichen Dasein zu gehen pflegt, hat auch der unerbittliche Tod Lücken in unseren Verein gerissen. 2 Mitglieder, Herr Privatier Heubeck von hier, ferner unser Gründungsmitglied Herr Adam Keitel von Weiherschneidbach, der auf unserem Gebiete sehr thätig war, zählen nicht mehr zu den Lebenden. (Ferner am 19.1.1914 Gran, Einfügung!). Ausgetreten sind 5 Mitglieder, so dass der Verein mit 140 Mitgliedern in das 12. Vereinsjahr eintritt. Leider zogen Ende Juli Gewitterwolken am pol. Horizonte auf, die mit mehrfacher Kriegserklärung endeten. Seit dieser Zeit wütet der uns infamerweise aufgedrungene Krieg. Viel edles Blut ist geflossen, und in vielen Familien ist Trauer eingekehrt. Aber trotzdem haben wir bislang die Oberhand und mit Vertrauen auf unseren Allerhöchsten ”Gott verlässt die Deutschen nicht” werden wir auch unsere Feinde niederringen. Mit vereinten Kräften wollen auch wir unsere Kulturaufgaben weiter vollbringen und unseren Obstbau, der so nötig ist, immer mehr zu vervollkommnen suchen. Wie bereits bekannt ist, wurde der in der Generalversammlung 15. Febr. 1914 genehmigte Betrag von 50 Mk. für Fenster- und Wanddekoration lt. Beschluß einer Ausschusssitzung vom 28. August 14 zu Wohltätigkeitszwecken verwendet. Es wurde ferner Zucker, sonstige Zuthaten und Gefäße zur Aufnahme von Obstkonserven, Marmeladen etc. gekauft. Eine große Anzahl an Krügen wurde geschenkt. Im ganzen wurden ca. 4 Zentner Äpfel von Gemeinde Sommersdorf. Ferner Gerolfingen u. Wieseth, Beerenobst vom Kreisgut Triesdorf, ferner H. Obstbaulehrer Brandl sowie weitere Portion Obst von H. Danner, Altenmuhr, Hofmann aus Stadeln, Bürgermeister Stettner aus Kleinbreitenbronn, von Einwohnern aus Bammersdorf, Körber aus Esbach, Pfautsch aus Weidenbach, gestiftet. Eine große Zahl Knaben und Mädchen und Erwachsene beteiligten sich mit großem Fleiße an der Herstellung von Obstkonserven unter fachgemäßer Leitung von Hr. Obstbaulehrer Brandl. Allen Gebern und Mithelfern sei an dieser Stelle herzlicher Dank ausgesprochen.

Laut Mitteilung des Herrn Obstbaulehrer Brandl wurden 902 Pfund Apfelmus, 379 Pfund Zwetschgenmus, 98 Pfund Apfelgelee, 136 l Johannesbeersaft, 75 Liter Stachelbeersaft, 6 l Hollunderbeersaft hergestellt und an verschiedene Lazarethe verteilt.

Möge uns das neue Jahr viel Glück und Segen bringen, insbesondere auch einen ausgiebigen, dauernden Frieden.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

War auf Sonntag den 21. Februar 1915 ortsüblich und schriftlich bekannt gegeben und Nachmittag 3 Uhr bei Hr. Reinert abgehalten. Nach Begrüßung der Gäste durch den 1. Vorstand gab derselbe den Jahresbericht bekannt, gegen den ein Einwand nicht gemacht wurde. Sodann erstattete der Cassier Beyhl Cassabericht ab. Die Einnahmen betrugen Mk. 256,37, die Ausgaben 172,05, so dass ein Cassabestand von Mk. 84,32 verbleibt. Gegen die Rechnungsablage fand kein Einwand statt und Herr Beyhl hierzu entlastet. Hierauf referierte Herr Obstb. Brandl über großzügigen Gemüsebau, Kartoffelsorten dann sich Herr Oberl. Rieß kräftig anschloß. Pfautsch brachte den Nutzen der Fanggürtel gegen den Apfelwickler in Erinnerung und wurde beschlossen bei Anschaffungen seitens der Mitglieder die Hälfte aus der Vereinskasse zu vergüten, welches Anerkennung fand. Für das verstorbene Ausschussmitglied H. Gran wurde Herr Bellert vorgeschlagen und ohne Debatte gewählt. Bezüglich der zu bestellenden Frühkartoffeln wird eine Liste angelegt. Ein spezieller Vortrag über Gemüse und Obstbau soll am nächsten Mittwoch Abend bei Veitengruber stattfinden. Weitere Anträge wurden nicht gestellt und die Versammlung um 6½ Uhr Abend geschlossen.

Gez. Pfautsch

Weidenbach, den 4. Oktober 1915

Anläßlich der Einberufung zu Militär des Herrn Cassier Beyhl wurde heute die Cassarechnung des Vereins geprüft und für richtig befunden. Herr Beyhl übergibt an den Vorstand die Cassabücher und Belege sowie den Cassabestand in bar, 86 Mark und 87 Pfennige.

Gez. Pfautsch zur Bestätigung gez. Beyhl

Generalversammlung

Am 9. Juli 1916 öffentlich mittels Glocke nur für die Gemeinde Weidenbach eingeladen. Um 4 Uhr durch den Vorstand eröffnet gab derselbe einige Rückblicke für 1915 bekannt. Sodann wurde die Freigabe von Zucker zu Einmachzucker einer Besprechung unterzogen.

Eine provisorische Zeichnung ergab 250 Kilo, was jedoch nicht ausreichend ist. Um für die Gemeinde Weidenbach ein größeres Quantum zu erreichen, wurde ein diesbezüglicher Bericht an das kgl. Bezirksamt gemacht.

Gez. Pfautsch

Am 11. Dez. 1916 starb unser Gründungs- und Ausschussmitglied Herr Hochmann – Leidendorf. R.i.p. Gez. Pfautsch

Am 23.2. starb unser Mitglied Kümpflein, hier. R.i.p. Gez. Pfautsch

Jahresbericht für das Jahr 1916

Ist nicht besonderes zu berichten. Die Thätigkeit des Vereins ruht während des Krieges. Monatsblätter sind z. Theil noch vollzählig

gehalten. Im Herbst wurde eine Anzahl Blumenzwiebeln bestellt. Die Obstverwertungsgeräthe wurden wenig benutzt und ergaben ein Einnahme von Mk.5,35 An Obstwein wurden 135 Liter hergestellt, außerdem wenig Obst gedörrt. Der Mitgliederstand hat sich wenig verändert. 125 Mitglieder treten in das Jahr 1917 über. Versammlungen wurden keine abgehalten. Die Obst- und Gemüsekurse, welche in Triesdorf abgehalten, waren allgemein öffentlich und überwiegend von Fremden besucht.

Die Obsternte war quantitativ gut, qualitativ aber ließ sie zu wünschen übrig. Neupflanzungen sind vereinzelt geschehen. Größere Anlagen sind nicht ausgeführt worden.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht 1917

Im Zeichen des Krieges hat sich im Verein nichts geändert. Versammlungen fanden nicht statt. Durch weitere Einberufungen sind die Mitglieder reduziert worden. Ausgetreten sind durch Tod Gg. Gehweyer, gefallen im Felde ein Freiwilliger, einer durch Wegzug (Rindfleisch). Dagegen sind 4 neue hinzugetreten. Das Jahr war für Obstbau verhältnismäßig günstig. Apfel ergaben ein Mittelernte. Birnen reichlich, Zwetschgen leider gar nichts. Die Benutzung der Geräthe ergab 900 Liter Obstwein. Die Dörre wurde dagegen mehr benützt und es kamen ca. 15 Centner Obst zum Trocknen. Die Schädlingsplage nahm

leider wieder etwas zu, was auf den Mangel an Baumwart bz. Arbeitskräften zurückzuführen ist. Namentlich der Frostspanner

machte sich gegen früher mehr bemerkbar. Die Obsternte ging mit Rekord gut vonstatten. Nur treten vielfach Klagen auf über verhältnismäßig geringe Haltbarkeit des Obstes. Stippe und Schorf treten mehr auf gegen früher. Apfelwickler war in seinem Element mangels Fanggürtel, obwohl solche vorhanden sind.

Im November verlor der Verein abermals ein Mitglied durch Tod: G. Wellhöfer von hier, so dass der Verein Ende 1917 131 Mitglieder zählt, von denen aber eine große Anzahl im Felde oder sonstigen Militärdienst stehen.

Generalversammlung vom 20. Januar 1918

Dieselbe war mittels Cirkulareinladung ergebenst erfolgt und auf 3 Uhr Nachm. Im Ederschen Gasthaus angesetzt. Erschienen waren 15 Mitglieder, davon 5 aus Weidenbach. Gegenstand derselben war ein Rundschreiben bezüglich der mangelhaften Thätigkeit der einzelnen Vereine. Vom Vorstand Pfautsch wurde dasselbe vorgelesen und dann

die einzelnen Punkte durchberaten. Hauptsächlich Punkt 4 die Ausfüllung des Jahresberichtes wurde als vollauf berechtigt anerkannt und wird im weitesten Sinne seitens der Vereinsleitung promt beraten werden. Nachdem auch seit Kriegsdauer keine Neuwahlen vorgenommen wurden, so sollen dieselben in der nächsten Zeit erledigt werden. Bezüglich der sehr mangelhaft besuchten Versammlung stellt sich nachträglich heraus, dass der betreffende Bote die Einladung den Mitgliedern leider nicht vorlegte. Durch Herrn Oberlehrer Ries und den 1. Vorstand wurden einige Apfel- und Birnensorten in schönster Qualität vorgezeigt, besprochen und entschlüsselt. Besondere Anträge wurden nicht gestellt und die Versammlung um 6 Uhr geschlossen.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

Dieselbe war ergebenst durch Laufboten etc. bekannt gegeben und auf Sonntag, den 3. März 1918 im Ederschen Gasthause einberufen. Auf der Tagesordnung wurden die Jahresberichte von 1915 an bekannt gegeben. Sodann Rechnungsabhör in Abwesenheit des bisherigen Kassiers Herrn Beyhl durch den 1. Vorstand vorgenommen. Die Einnahmen betrugen laut Kassabuch 174 Mk. 08 einschließlich des Bestandes aus 1916. Die Ausgaben beziffern sich auf 69 Mk und 63 Pfennige, so dass ein Aktivabestand von 104 Mk und 45 Pfennigen auf 1918 vorgetragen ist. Hinzu kommen noch bei dem hies. Creditverein angelegte Beträge von 100 Mk., sowie eine Reichsanleihe von 100 M, so dass der Gesamtbestand nominell die Summe von Mk. 304 und 8 Pfennigen betrug. Gegen den Jahresbericht wurde kein Einspruch erhoben und anerkannt. Die Abrechnung wurde ebenfalls als richtig befunden und Entlastung ertheilt.

Als 3. Punkt der Tagesordnung Neuwahl der Vorstandschaft wurde beschlossen, die bisherige Vorstandschaft mit der Führung des Vereins auf ein weiteres Jahr zu belassen. Desgleichen soll die Blumenprämie zu wohlthätigen Zwecken verwendet werden.

Zu Punkt 4. Vereinsangelegenheiten soll der Verein in das

Vereinsregister eingetragen werden.

Zu Ziffer 6 Wünsche und Anträge sollen Verlosungen aufgeschoben werden. Sonstige Anträge wurden nicht gestellt.

Zum Schlusse wurde noch der rationelle Zwiebelbau vom Vorstand erläutert und die Versammlung um 6 Uhr geschlossen.

Gez. Pfautsch

Telegramm abends 8 Uhr

Der Friede mit Russland ist heute Abend 5 Uhr unterzeichnet worden. Gez. Pfautsch

Eine am 30.8.19 abgehaltene Ausschusssitzung hatte über einen

angeblichen Obstdiebstahl bei Herrn Frd. Wagner hier zu verhandeln. Es konnte aus den bisher gemachten Recherchen nicht festgestellt werden, ob wirklich ein Diebstahl vorliegt und konnte der Ausschuß keinerlei Veranlaßung nehmen, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Herr Wagner wurde hiervon in Kenntnis gesetzt.

Es zeichnen die Herrn Pfautsch, Lindner und Knäulein

Jahresbericht 1918

Der unselige Krieg hat zwar als solcher sein Ende erreicht, indessen ist der sehnsüchtig erwartete Friede noch nicht abgeschlossen. Es ist daher das abgelaufene Vereinsjahr ebenso still verlaufen, wie die vorhergegangenen. Von den ins Feld oder zu sonstigen Militärdiensten eingezogenen Mitgliedern sind 2 auf dem Felde der Ehre gefallen und

zwar Johann Gehweyer von hier und Lößleitner, Triesdorf. Dagegen sind eine Anzahl Söhne unserer werthen Mitglieder zu beklagen. Mögen sie alle in fremder Erde gut ruhen und wir ihrer im Heimatlande in stiller Wehmuth gedenken. Außerdem hat der Verein durch Tod noch die Herrn Ringler, Metzger von hier verloren. Durch Rückkehr aller Soldaten etc. zählt der Verein 131, durch Zugang eines neuen Mitgliedes, Herrn Herrmann, Esbach, Sa. 133 und Herrn Direktor Wagner, Triesdorf.

Die Finanzen des Vereins stehen z.Z. günstig. Die Einnahmen betrugen einschließlich Barbestand von 55 Mk. und 4 Pfennigen bestehend bleibt. Hinzu kommt noch eine Kriegsanleihe von 100 Mk sowie ein Guthaben bei der hiesigen Darlehenskasse von 150 Mk., so dass das Gesamtbarvermögen von Mk 305 beträgt. Die Tätigkeit des Vereins erstreckte sich lediglich auf Bereitung von Obst- und Beerenwein und Dörrobst. Bei letzterem war die Zuckerung derartig, dass leider nicht alles gedörrt erden konnte. Es wäre in Erwägung zu ziehen, ob künftig besser Gelegenheit zu schaffen wäre, sei es durch Vergrößerung der Anlage oder sonstige Hilfsaggregaten. Die vorhandenen Obstverwerthungsgeräthschaften sind trotz starker Inanspruchnahme immer noch in guter Fassung. Die Schädlingsbekämpfung konnte mangels einer geeigneten Person leider nicht in entsprechend nothwendiger Weise durchgeführt werden. Doch konnte im Allgemeinen eine größere Umfangnahme nicht konstatiert werden.Die Obsternte war namentlich in Äpfeln und Zwetschgen eine sehr gute. Dagegen fehlten Birnen sehr, während andere Obstsorten außer Beeren wenig in Betracht kamen. Vereinzelte Nachpflanzungen von Obstbäumen und Sträuchern fanden noch weiter statt.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

Dieselbe war ordnungsgemäß bekannt gemacht und auf Sonntag, den 6. Juli 1919 Nachm. 3 Uhr im Ederschen Saale anberaumt. Nach Eröffnung und Begrüßung der erschienenen 23 Mitglieder seitens des

Vorstandes gab dieser den Jahresbericht sowie auch über den finanziellen Stand der Kasse Rechnungsablage. ‚Gegen diese wurde seitens der Anwesenden kein Widerspruch erhoben. Eine Verlosung soll nicht abgehalten, sondern die Gelder für spätere Unternehmungen aufgestapelt werden. Die noch im Besitz der Baumschule befindlichen N-Töpfe sollen nicht veräußert , sondern im Verein aufbewahrt werden. Bezüglich des weiteren Ausbau der Monatsblätter gab Herr R. Ries ausführliche Mittheilungen über die bisher gepflogen Verhandlungen der betr. Kommission, die noch nicht abgeschlossen sind. Eine Neuwahl wurde angesichts der bereits vorgeschrittenen Jahreszeit verschoben, und antragsgemäß diese im Dezember des Jhr. vorzunehmen. Herr Beyhl übernimmt die Kassaführung wie bisher. Punkt Wünsche und Anträge wurden keine gestellt und die Versammlung geschlossen.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht pro 1919

In der Hoffnung, dass das abgelaufene Jahr eine wirtschaftliche Besserung aller Verhältnisse bringen möchte, hat sich leider nicht erfüllt. Überall Korruption, so dass auch das gewünschte Neuaufleben vom Verein nicht eingetreten und die Thätigkeit eine sehr minimale zu bezeichnen ist. Die Obsternte war verhältnismäßíg gut ausgefallen mit Ausnahme Steinobst und Nüssen. Die Obstverwertung war auch deshalb keine große, da angesichts der unnormalen Preise das meiste Obst verkauft wurde. Die Obstpreise bewegten sich zwischen 40-50 Mk. pro 50 Kilo. Die Birnenernte war ebenfalls gegen frühere Jahrgänge als eine mittlere zu bezeichnen. Nicht vergessen soll werden, dass der gefürchtete amerikanische Stachelbeermehlthau in erheblichem Maße auftritt, wogegen eine rationelle Bekämpfung eintreten muß. Der derzeitige Stand des Vereins sind 132 Mitglieder. Durch Austritte und Wegzug verloren wir 4+1 Mitglieder, so dass der Verein mit 127 Mitgliedern ins neue Jahr übergeht.

Die Geräthe waren wie bereits erwähnt nicht in dem Maße benutzt wie früher und brachten nur 11 Mk. und 15 Pfennige ein. Von thierischen Schädlingen war im Laufe des Jahres verhältnismäßig wenig zu bemerken, was jedenfalls auf die nasskalte Witterung zurückzuführen sein dürfte. Dagegen vermehrt sich die Schorfkrankheit, die leider noch zu wenig Beachtung findet.

Die Einnahmen betrugen Mk. Die Ausgaben Mk., so dass ein Bruttovermögen von 120,36 Mk vorhanden ist. So wollen wir denn mit voller Zuversicht ins neue Jahr eintreten und besten Erfolg hoffen und wünschen.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung mit Neuwahl

Am Sonntag, den 4. Jan 1920 war dieselbe ordnungsgemäß schriftlich und mittels Glocke öffentlich bekannt gemacht auf Nachm. 3 Uhr bei Gastwirth Reinert hier einberufen. Es waren ca. 50 Mitglieder erschienen. Nach Eröffnung der Versammlung und Begrüßung der Erschienenen durch den 1. Vorstand gab dieser den kurzen Jahresbericht bekannt. Alsdann erstattete Herr Cassier Beyhl Rechnungsbericht, wogegen kein Widerspruch erhoben und Entlastung erteilt wurde. Eine längere Debatte entspann sich über die neue Wochenschrift, auf welche mit 24 Stimmen beziehungsweise Stück abboniert wurde. Nach späterem Erscheinen gab Herr Ries noch sehr erschöpfende Mitheilungen hierüber. Die Neuwahl der Vorstandschaft ergab keine Änderung und wurde der bisherige Vorstand Pfautsch und Cassier Beyhl durch einstimmige Akklamation wieder gewählt. Der Ausschuß, der schon seit Jahren durch Tod einiger Mitglieder und Kriegsverhältnisse mangelhaft besetzt war, ergab folgendes Resultat:

Als 2. Vorstand wurde Herr Lehrer Harreis Leidendorf und als Ausschussmitglieder die Herren Michael Herrmann, Joh. Lindner von hier, Harn – Esbach, Hufnagel – Oberndorf, Stettner –

Kleinbreitenbronn und Frank und Weckerlein – Weiherschneidbach bestellt. Eine Blumen- und Sträucherverlosung soll thunlichst abgehalten werden mit allen gegen 5 Stimmen genehmigt. Sehr lebhaft

gestaltete sich eine Aussprache über Baumdüngung und Bespritzung gegen Schädlinge. Schluß 6 Uhr.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung 1920

War am 5. Sept. durch öffentliche Bekanntmachung Nachmittag 3 Uhr bei Gastwirth Eder einberufen. Tagesordnung war Obstausstellung in

Feuchtwangen und Genehmigung eines Ehrenpreises. Nach Begrüßung des 2. Vorstandes Herrn Lehrer Harreis von Leidendorf und allerdings, der sehr kleinen Anzahl von Mitgliedern (12) referierte, so dann der 1. Vorstand über das Programm der Obstausstellung in Feuchtwangen. Es wurde beschlossen gegebenenfalls die auszustellenden Obstsorten mittels Sammelwagen nach dort gebracht werden sollen. Ein Teil der Transportkosten soll aus der Vereinskasse so wie ein Betrag von 25-30

Mk. für eine Ehrengabe getragen werden.

Gez. Beyhl

Obstausstellung

Die Obstausstellung in Feuchtwangen war leider vom hiesigen Verein nur sehr mäßig beschickt worden. Es hatten sich die Herren Pfautsch,

Beyhl, Schmiedmeister Reinert, Goth, Rögner, Wellhöfer hier, Schwab – Kolmschneidbach, betheiligt. Leider alle übrigen zum Verein gehörende Orte hatten sich passiv verhalten, was sehr zu bedauern ist. Preise haben sich erworben: 1 Ehrenpreis, zwei 1. Preise + Belobung Pfautsch,

 

        1. Preis Beyhl und Rögner. Goth und Wellhöfer jr. ein 2. Preis. Ein dritter Preis Symader. Die Ausstellung selbst schloß sich würdig der seinerzeit in Triesdorf 1912 stattgefundenen an und fand seitens der Preisrichter sehr große Befriedigung, siehe Grenzbote vom Okt., und Anerkennung. Möge diese Obstschau Früchte tragen und den Obstbau immer mehr in die Höhe bringen.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

Fand mittels Gemeindeglocke und schriftlicher Einladung bekannt

gegeben am Sonntag, den 28. Nov. 1920 bei Restor. Rögner Triesdorf statt. Diese war gut besucht. Nach Begrüßung und Eröffnung gab 1. Vorstand als Tagesordnung ”die Wegweiserangelegenheit” bekannt. Herr Ries und Herr Brandl äußerten sich in sehr eingehender Weise über dieses Unternehmen und heben insbesondere die Vortheile der Zeitung für die Obstbautreibenden hervor. Debatte wurde nicht geführt, besondere Anträge nicht gestellt. 16 Mitglieder haben den Wegweiser abboniert. Schluß 5 Uhr.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht 1920

Die politischen und wirthschaftlichen Zeiten beeinträchtigen das Vereinsleben immer noch entscheidend. Dazu die Theuerung der Obstbäume und sonstigen Zugehörigkeiten, welche auf die Entwicklung bzw. Thätigkeit des Vereins störend einwirken. Versammlungen fanden zwei statt. Das Hauptinteresse war vergangenes Jahr die Obstausstellung des B.O.V. in Feuchtwangen. Trotz aller Mühe hat sich der Verein verhältnismäßig – leider sehr schwach beteiligt. Es hatten sich beteiligt folgende Mitglieder: Beyhl, Goth, Pfautsch, Reinert

Schmiedmeister, Rögner Triesdorf, Schwab Kolmschneidbach und Wellhöfer hier. Trotz alledem, um die Scharte auszuwetzen wurde vom Vorstand alles aufgeboten, um wenigstens die Ehre des Vereins möglichst zu retten. An Preisen wurden erworben:

1 Ehrenpreis und zwei 1. Preise Pfautsch, Demmel und Belobigung. Beyhl 1. Preis, Rögner 1. Preis, Goth und Wellhöfer jr. Je ein 2. Preis. Schwab und Reinert Schmied Belobigung, bei letzterem ist leider ohne Verschulden des Vorstandes aber von Seiten der Feuchtwanger Herren Obst zu dem von Rögner zugeschlagen worden. Auf die Preiserkennung

hat dieses zwar keinerlei Einfluß gehabt, da das von Rögner ausgestellte Spalierobst demnach prämiert worden wäre. Denn die Aufgaben Spalier- und Hochstammobst ist bekanntlich zweierlei ! W. in Symader erhielt für Straßenobst einen 3. Preis.

Die Obstzeitung wird nur mit 25 Exemplaren gehalten. Gründe der Passivität – unbekannt.

Die Zahl der Mitglieder beträgt Ende 1920 135 Mitglieder gegen 127 von 1919.

Die Obsternte war im allgemeinen eine gute, Äpfel und Zwetschgen. Birnen dagegen sehr wenig. Seit Jahren gab es auch wieder schöne und gute Trauben. Die Beerenernte war sehr reichlich. Die Geräthe wurden verhältnismäßig gut benutzt. An Trockenobst wurden ca. 5 Centner erzielt und 10,64 Hektoliter Most bereitet.

Die Preise für frisches Obst schwankten zwischen 50,80-100 Mk. pro 50 Kilo Äpfel, Zwetschgen 50-80 Mk., Nüsse gab es leider nicht. Wildfrüchte wie Heidelbeeren waren in Qualität und Quantität

mittelmäßig und teuer. Preißelbeeren sehr gering. Fliederbeeren reichlich. Essbare Vogelbeeren reichlich. Himbeeren mittelmäßig.

Die im vergangenen Jahr geplante Blumenverlosung musste wegen der ungeheuren Kosten unterbleiben.

An Schädlingen war an Kernobst insbesondere Schorfkrankheit und

Hippe erhöht aufgetreten. An Steinobst trat verschiedentlich der

Pflaumenbohrer auf. (Meisen) und Stieglitze machten sich an Pflaumenknospen vergnügte Stunden. Apfelwickler und Blüthenstecher wurden mehrfach konstatiert – aus Mangel und Anwendung geeigneter Mittel. Auch der Stachelbeermehlthau hält weitere Ausdehnung.

Die Haltbarkeit des Kernobstes lässt im Laufe 1920/21 allgemein zu wünschen übrig, was wohl auf die regenlose Zeit der Entwicklung zurückzuführen sein dürfte, auch musste das Obst frühzeitig geerntet werden.

Die Einnahmen des Vereins betrugen 329,06, die Ausgaben 145,40 Mk. so dass ein Aktivrest von 183,66 Mkvorhanden ist.

Generalversammlung am 19. Juni 1921

Dieselbe war mittels Umlauf und per Glocke bekannt gegeben und im Ederschen Gasthause nachm. 3½ Uhr eröffnet. Nach Bekanntgabe des Jahresberichtes folgt Rechnungsablage. Gegen beide wurde kein Einspruch erhoben. Sodann wurde auf die übrigen Punkte der Tagesordnung eingegangen.

  1. Die Preise von Feuchtwangen wurden verteilt.

  2. Erhöhung der Beiträge wurde beschlossen. Für 1922 um 3 Mk zu erheben. Desgleichen werden künftig pro Liter 5 Pfennige, für die Dörre 3 Mk. pro Tag erhöht. 24 Mitglieder waren anwesend.

  3. Schädlingsmittheilung: Die Blattlaus und Stachelbeermehlthau wurden eingehend besprochen und Abwehrmittel empfohlen.

  4. An dieser Debatte betheiligten sich Herr Obstbaulehrer Brandl,

Hauptlehrer Harreis, Grünsteidlein.

Nachdem keine weiteren Wünsche und Anträge gestellt wurde die Versammlung um 5 Uhr geschlossen.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht pro 1921

Für den Obstbau war dieses abgelaufene Jahr kein besonders günstiges. Durch Frost wurden fast alle Blüthen vernichtet. Nur Spätblüher gaben einiges Erträgnis. Birnenernte war sehr gut. Apfel dagegen gering. Kirschen kamen nicht viel in Betracht. Leider hat auch das Steinobst sehr versagt. Auch die Beeren hatten durch Frost in der Blüthezeit sehr gelitten und konnten ebenfalls nur mit einer drittel Ernte gerechnet werden.

Von den Vereinsgeräthschaften konnte folglich auch nicht so ausgiebig wie früher Gebrauch gemacht

werden. Im Vereinsbezirk dürften etwas 1200 Liter Obstwein gekeltert worden sein. Dörrobst wurde mangels Materials sehr wenig bereitet. Die Obstpreise schnellten wie andere Lebensmittel ebenfalls sehr in die Höhe. Von den aufgetreten Schädlingen haben sich Schorfkrankheit, Mehlthau insbesondere an Stachelbeeren und leider auch in einigen Gärten Blattlaus eingefunden. Gegen ersten scheint wohl so gut wie nicht geschehen zu sein. Dagegen setze bei letzteren unter Staatsaufsicht sofort eingeleitete energische Vernichtung mit Erfolg ein. Der Apfelwickler ist wieder in großem Maßstabe aufgetreten und dürfte wohl die Folgen (mangels angelegter Fanggürtel) im nächsten Jahr sehr bemerkbar werden. Was nun den Gemüsebau betrifft, so kam leider von einem merklichen Aufschwung nicht gesprochen werden, da meist nur für den Eigenbedarf gesorgt wurde. Für Großbau wären auch nicht die klimatischen und Transportverhältnisse in geeigneter Weise gegeben. Leider fanden bisher manche Fruchtarten z.B. Tomaten, die in mannigfältiger Weise im Haushalt Verwendung finden könnten, namentlich in obstarmen Jahrgängen noch immer nicht die richtige Würdigung. Was nun noch Wildbeeren betrifft, so waren Heidelbeeren sehr rar geblieben, noch mehr über Preißelbeeren, desgl. fehlten Vogelbeeren. Sog. Hiffen wurden durch die Entfernung der Hecken an und für sich jedes Jahr rarer. Besonders bemerkenswerth erscheint, dass über die geringe Haltbarkeit des wenig geernteten Obstes allenthalben sehr geklagt wird. Die Ursache mag wohl in den abnormen Witterungsverhältnissen des v.J. liegen. Für die wenig vorhandenen Trauben war das abgelaufene Jahr wieder einmal als ein sehr günstiges zu verzeichnen, in dem fremde Südländersorten hübsche Erträge lieferten. Der Wegweiser für Obst und Gartenbau wurde im Ganzen mit 28 Exemplaren gehalten. Die Zahl der Mitglieder beträgt z.Z. 134.

Generalversammlung 11.12.21

Diese war allenthalben schriftlich und mittels Gemeindeglocke bekannt gegeben und auf Sonntag, den 11.Dez.1921 nachmittags 3 Uhr in der

Ströbelschen Wirthschaft anberaumt worden. Durch den 1. Vorstand erfolgte die Begrüßung der erschienenen 33 Mitglieder. Nach Verlesung des Jahresberichtes erfolgte die Rechnungsabhör. Gegen beide Punkte erfolgte kein Einwand und Herrn Cassier Beyhl Entlastung erteilt. Zur Wegweiserangelegenheit gab es eine ziemlich Aussprache, und trotz der höheren Kosten wurden wieder 24 Exemplare ohne die noch rückst. bestellt.

Bezüglich der im Laufe des Jahres 1921 wegen Erhöhung des Beitrages ausgetretenen Mitgliedern wurde

einstimmig beschlossen, die rückständigen Beiträge ohne Rücksicht einzuheben.

Eine längere Verhandlung entstand über die im nächsten Jahr in Nürnberg stattfindende Deutsche Landw. Ausstellung, welche thunlichst mit Obst, Konserven, Dörrobst beschickt werden soll. Nähere Direktiven erfolgen später. Herr Ries referierte über die Kreisfinanzen bzw. über etwaige zu erwartende Zuschüsse seitens des Kreises. Eine sehr lebhafte Diskussion setzte über die Anregung des 1. Vorstandes eine Schnapsbrennerei zu errichten ein und sollen zunächst Kostenvoranschläge eingeholt werden, um dann dem ganzen näher treten zu können. Ob auch eine eigene Genossenschaft oder der Verein als Unternehmer auftreten wird, ist von den weiteren Erfolgen zunächst in Erwägung zu ziehen. Herr Ries und Stettner - Kleinbreitenbronn betheiligten sich sehr an dieser Debatte und man könnte glauben schon einen ”Selbstgebrannten” vor sich zu haben ! Die nun vom Kr.V. bearbeiteten Statuten sollen ebenfalls beschafft werden. Herr Brandl besprach das neu erschienene Buch ”Obstsorten Bayerns” und sollen zunächst 10 Stück beschafft werden, um den Mitgliedern gegebenenfalls solche zu billigerem Preise überlassen zu können. Ferner wurden die Mitglieder bz. Ein- und Austritt in den Verein auf den Inhalt resp. genaue Einhaltung der Statuten ordnungsgemäß hingewiesen.

Nachdem weitere Anträge nicht gestellt, wurde die Versammlung um 5Uhr30 geschlossen. P.S. Der Antrag wegen Eintragung des Vereins soll bei nächster Generalversammlung zur Berathung auf die Tagesordnung gesetzt werden, obwohl bereits i.J. 1918 siehe Protokoll Seite 44 bereits Beschluß hierüber gefasst ist.

Der Verkaufspreis des Buches Obstsorten ist auf 12 Mk. für Mitglieder jedoch auf 9 Mk. ermäßigt.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung am 5.2.22

Diese war auf Sonntag, den 5. Febr. Nachm. ½3Uhr bei Eder dahier ordnungsgemäß einberufen. Die Zahl der Erschienenen betrug 33. Die Tagesordnung galt als Fortsetzung der letzten vom 11.12.21.Die Beschickung der im Juni zu Nürnberg stattfindenden Ausstellung wird mangels an Obst unterlassen. Der Eintrag des Vereins wurde lt. besonderem Protokoll wiederholt beschlossen. Sodann berichtete der Vorstand über den Stand der Brennereiangelegenheit insbesondere über die in Einsicht genommene Brennerei in Kalbensteinberg und

Neuenmuhr. Auf die Offerte des Herrn Ströbel die Brennerei in seinem Anwesen unterzubringen scheiterte an den hohen Forderungen und Bedingungen. Nach weitgehender Besprechung wurde beschlossen (31-2 Stimmen) eine Brennerei zu errichten, und z. Erledigung der Geschäfte ein Ausschuß bzw. Kommission gewählt, welche nachgenannte Herren angehören:

Brandl, Dürr, Knäulein Andr., Pfautsch, Rieß, Simon Bammersdorf, Stettner Kleinbreitenbronn, Zeitler , Weckerlein – Weiherschneidbach.” Diese Kommission hat die weiteren Erhebungen zu pflegen und Schritte zu thun baldmöglichst einen geschlossenen

Vertrag einzubringen, der der Beschlussfassung einer folgenden Generalversammlung unterliegt. Eine unverbindliche Zeichnung hat unter 33 Anwesenden 27 mit 14000 Mk. ergeben. Des Weiteren gab der Vorstand die einschlägigen in Frage kommenden Bestimmungen im Weingesetz sowie solche für Obstweinerzeuger bekannt.

Gez. Pfautsch

P.S. Herr Sattlermeister Pfeifer ist als Mitglied aufgenommen.

Leidendorf, 26. Febr. 1922. Auf heute Nachmittag war Versammlung für die Orte Leidendorf, Nehdorf und Weiherschneidbach

ordnungsgemäß schriftlich anberaumt und etwa 15 Mitglieder erschienen. Es wurde vom Vorsitzenden über die Formalitäten der Vereinsregistereintragung berichtet und eingehend über die geplante Gemeinschaftsbrennerei gesprochen. Trotz der Darlegung aller Vortheile und Nutzen einer solchen, konnte nichts erzielt werden. Humm, lächelnd wurde alles angehört ohne jegliche Erwiderung und

Antwort ! Durch Herrn Landwirtschaftsrat Brandl wurden noch einige Winke über Baumbehandlung gegeben und nach 1½ stündiger Dauer diese ominöse Versammlung geschlossen. Wahrlich, es ist schade für die verlorene Mühe und Zeit.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

Am 27.8.1922 fand bei Veitengruber Nachm. 4 Uhr dieselbe statt. Anwesend waren leider nur 9 Mitglieder. Der Vorstand gab kurzen Bericht über die Landesversammlung in Neustadt/A. Sodann wurde angesichts der hohen Reparaturkosten der Mühle und Dörrofen einstimmig beschlossen, die Gebühren zu erhöhen und zwar für die Mühle und Presse pro Liter 25 Pfennige, für die Dörre pro Tag 12 Mk.

Zur Deckung der Reparaturkosten von der Firma Heidecker sollen 800 Mk. von der Darlehenskasse aufgenommen werden. Desgleichen auf V.kosten ein Reisigbesen und Bürste zu beschaffen. Eimer und Körbe sind von den Mitgliedern selbst zu stellen. Die Frage der Hallenablösung soll einer späteren Generalversammlung vorbehalten werden. Auf Antrag des Herrn Stettner Kleinbreitenbronn wird die Miethe der Halle, sowie Entschädigung für Kontrolle und Aufsicht über die Geräthe für das lfd. Jahr auf 200 Mk. erhöht. Sonstige Anträge wurden nicht gestellt und die Versammlung um 6 Uhr geschlossen.

Gez. Pfautsch

Durch Tod verlor der Verein folgende Mitglieder:

Hörnlein Schreiner, hier, Maier, Michel Privatier, hier

Jahresbericht 1922

Seit Jahrzehnten brachte das verflossene Jahr eine außerordentlichen Obstertrag in Hülle und Fülle, was einerseits auf die obstarmen vorhergegangenen Jahre, anderseits aber auch auf das ausgezeichnete, warme Frühjahr zurückzuführen ist. Die Blüthe verlief unter besten Umständen, und der Fruchtansatz konnte infolge des feuchten Jahres sich ziemlich erhalten. Die Qualität der Früchte lässt gegen frühere Jahre mangels an Sonnenschein zu wünschen übrig, wodurch die Haltbarkeit wohl ebenfalls beeinträchtigt werden wird. Die überreiche Steinobst- namentlich Zwetschgenernte hatte durch anhaltenden Regen und stürmischen Winden gelitten, so dass die Reife nicht in dem Maße eintrat, als gehofft wurde. Vielfach gingen die Früchte zu Grunde und mochten meist gar nicht aufgelesen werden.

Wie glänzend hätte sich die im Februar d. J. geplante Obstbrennerei rentieren können, wenn mehr Einsehen und Unternehmensgeist

vorhanden gewesen wäre. Tausende sind verloren ! Leider ! etwa 200 Liter 90% Alkohol gleich ca. 200000.

Durch anhaltenden Regen haben sich Pilzkrankheiten namentlich Apfelfäule, Schorf und Neklesia stark vermehrt, wodurch besonders Birnen sehr unansehnlich wurden. Kirschen und Weichsel kommen hier weniger in Betracht, bei letzteren war die Ernte ebenso befriedigend. Die früher gewohnten schönen Herbsttage mussten leider diesmal vermißt werden, so dass auch Haustrauben nicht zur vollen Reife gelangen konnten. Wie vorauszusehen war, setzte die Obstverwertung sehr stark ein und waren die Geräthschaften sehr in Anspruch genommen. Es wurden gekeltert ca. 25000 Liter, was einer Obstmenge von 40000 Kilo entspricht. Die Dörre wurde eine zweitlang gar nicht mehr kalt und dürfte die Gesamtmenge an Dörrobst etwa 1000 Kilo = einer frischen Menge von 3000 Kilo – betragen. Die Resultate würden noch viel höhere Ziffern erreichen, wenn nicht in den letzten Jahren

mehrere Mostereien innerhalb des Vereinsgebietes angeschafft worden wären. Siehe graphische Tafel.

Im ganzen betrachtet lässt sich sagen, dass die seit 20 Jahren stetig erfolgten Neupflanzungen sich bereits bemerkbar machen. Trotz der reichen Ernte und gutem Absatz konnte der Nachfrage immer noch nicht genügt werden. Für Frühobst fehlte Absatz, und es ging vieles zu Grunde! Die Apfelblüthe trat ein um 11.5. gegenüber 1921 am 5.4., also 36 Tage später und nähert sich dem Jahre 1917 am 12.5.. 1920 überschritt sie den 11. und erreichte den 20. Mai. Frühlingsfrost war nur am 28. April mit 3° zu verzeichnen. Der Monat Mai war durchweg warm und wies eine mittlere Tagestemperatur um ca. 10°+ auf. Dagegen trat der erste Herbstfrost schon am 22.10. mit –3° ein.

Der Gemüsebau bewegte sich wie bisher in bescheidenem Rahmen für

eigenen Bedarf. Der Blumengarten kam auch angesichts der ungünstigen Witterung und dadurch bedingte anderweitige Hemmungen nicht recht zur Geltung.

Die Zahl der Mitglieder ist erfreulicherweise von 134 auf 151 gestiegen, so dass der Verein bisher immer noch an der Spitze des Bz.

Feuchtwangen marschiert.

Durch Tod verlor der Verein 2 Mitglieder.

Die Obstpreise bewegten sich im Allgemeinen für Apfel 300-400 Mk, Birnen 300 Mk., Zwetschgen 150 Mk. Pflaumen 500-600 Mk., wodurch aufgewandte Mühe für Obstbau wohl reichlich heimgezahlt sein dürfte.

Zu Beanstanden ist die nicht immer geübte sorgfältige Behandlung des Obstes, wodurch Schönheit und Haltbarkeit ziemlich unterbunden werden.

Obstausstellung konnte mangels Zeit und Gelegenheit nicht veranstaltet werden. Dennoch fehlte es nicht im Allgemeinen an Unterweisung über brauchbare Sorten und solche, die ausgemacht werden sollten. Bedauerlicherweise befinden sich immer noch eine große Anzahl minderwertiger Sorten im Vereinsgebiet, die mit leichter

Mühe durch bessernde Verhältnisse angepasste Sorten umveredelt werden könnten. An erprobten Mutterbäumen fehlt es nicht. Auch Wandbäume wären immer noch mehr zu berücksichtigen.

Die Thätigkeit im Inneren des Vereins erstreckte sich auf 2 Generalversammlungen und eine Wanderversammlung in Leidendorf.

Der Wegweiser wurde in 29 Exemplaren bezogen. Gez. Pfautsch

Generalversammlung am 17. Dezember 1922

Diese war mittels Cirkular an die beteiligten Orte und durch Boten

gegen Unterschrift bekannt gegeben, so dass eine Erinnerung hingegen ausgeschlossen ist. Nach der Tagesordnung wurde Jahresbericht und Rechnungsabhör vorgenommen. Die Einnahmen betrugen Mk. 5589, Dagegen die Ausgaben Mk. 4098,90, so dass ein Kassabestand von 1490,10 verbleibt. Gegen beide wurde kein Einspruch erhoben und dem Kassier Entlastung erteilt. Statutenänderung betr. Wurden die Landesstatuten angenommen. Bezüglich der Geräthebenutzung von

Seite der Nichtmitglieder oder Mitgliedern wird auf den Beschluß vom 17. Juli 1904 hingewiesen und die Conventionalstrafe auf 1000 Mk. erhöht. Die Ablösung der Mosthalle wird einer Commision überwiesen. Der Vereinsbeitrag wird auf gm. Beschluß auf 20 Mk. erhöht. Die Neuwahl der Vorstandschaft ergab folgendes Resultat: Als 1. Vorstand wurde gewählt Herr Apoth. Pfautsch, als 2. Vorstand Herr Hauptl. Harreis – Leidendorf. Als Ausschussmitglieder die Herren Weckerlein von Weiherschneidbach, Stettner – Kleinbreitenbronn, Harn – Esbach. Herrmann Altsitzer, Herr Knäulein, Andr., hier, welche sämtlich die Wahl wieder annahmen.

Bezüglich der unerlaubten Benutzung der Geräthe seitens des Herrn Enser von Esbach, welcher seit Jahren nicht mehr Mitglied, dieses

aber verschwiegen hatte, wurde einstimmig beschlossen auf Grund eines früheren Vereinsbeschlusses, dass Nichtmitglieder das 3-fache der festgesetzten Taxa zu zahlen haben und daher p. Enser den dreifachen Betrag von 18,75 – 57,50 nachzuzahlen hat.

Der Wegweiser verursachte verschiedene Meinungen und wurde derselbe in 16 Stücken bestellt.

Einen kurzen Vortrag seitens des Vorstandes über Obstweinbehandlung und gesetzliche Bestimmung fand ergötzlichen Beifall. Die Versammlung im Ederschen Lokal wurde von 34 Mitgliedern um 5Uhr 30 geschloßen.

Get. Pfautsch

Weidenbach, 18. Dez. 1922

Bezüglich der Fall Enser ist demselben heute eine Aufforderung zugegangen für Benutzung der Geräthe die Restzahlung von 57,50 zu leisten innerhalb eines Monats. Gez.Pfautsch

B. Wurde glatt erledigt!

Weidenbach, den 21. Jan. 1923 fand heute Vormittag Ausschusssitzung

statt. Die Tagesordnung betraf die Ablösung der vom Obstbauverein im Anwesen des Apothekers Pfautsch errichteten Halle zwecks Unterbringung der Geräthe und wurde beschlossen: ”Die Halle wird zum Herstellungspreis von 156 Mk. an Apotheker Pfautsch abgetreten.” Bezüglich der Miethe wird diese auf 3 Jahre beginnend mit 21. Januar 1923 verlängert und der jähliche Miethpreis auf 200 Mk. einschließlich Wasserverbrauch bewilligt. Für mutwillige oder unachtsame Beahndlung der Wasserpumpe nebst den Vereinsgeräthschaften haften die jeweiligen Benutzer derselben. Dieser Vertrag gilt für beide Theile ohne Rücksicht auf Besitzwechsel innerhalb der vereinbarten Miethzeit bis 1925. Unter Bezugnahme auf den Beschluß Generalversammlung vom 17. Dzbr. 1922 wurde als Entschädigung für aufgewandte Mühe während der Obstverwertungszeit und besonderer Verwahrung der Geräthschaften der Betrag von 1000 Mk. bewilligt.

Sonstige Anträge wurden nicht gestellt.

Es zeichnen die Herren Fr. Harreis , Horn, Hufnagel, Beyhl, Knäulein, Stettner und Pfautsch

Einschließlich Miethe pro 1922. Siehe Seite 53

P.S. Um Irrthümer zu vermeiden muß noch hinzugefügt werden, dass

obiger Beschluß betr. Der von der General-Vers. Am 17. Dzbr. Auf Antrag des Herren Stettner, Knäulein, A. und Genossen einstimmig jedoch in Abwesenheit des Vorstandes genehmigt wurde. Aus diesem Grunde ist dieser Beschluß nicht in das Sitzungsprotokoll (nebenstehend) aufgenommen worden.

Gez. Pfautsch

Großbreitenbronn, 4. April 1923. Vorm. Fand sich der Bz. gärtner Gerling ein und wurden verschiedene Gärten durchgegangen. Anleitung und praktische Unterweisung im Baumschnitt, Spaliere etc. gegeben. Der Besuch hätte zahlreicher sein können. Von Willendorf war trotz Ladung niemand erschienen, allerdings war die Zeit infolge Feldbestellung sehr ungünstig.

Gez. Pfautsch

Inflation bewirkte 72 Pfennige

Generalversammlung

War auf Sonntag, den 30. Sept. ordnungsgemäß durch Boten, schriftliche und mündliche Mittheilung einberufen.

Angesichts der jetzigen Verhältnisse ist es schwer eine solche im

Wirthshaus abzuhalten und wurde deshalb beim Bürgermeister dahier um Erlaubnis den Schulsaal zu benutzen, (wie es anderweitig auch geschieht) nachgesucht und dieser auch bereitswilligst zugesagt hat. Mittags 12 Uhr kam nun der Schuldiener Behr mit der Weisung, dass der Schulsaal nicht benutzt werden darf, in dem derselbe gereinigt sei und durch die Versammlung durch Rauchen und Spucken etc. verunreinigt würde. Hierzu muß bemerkt werden, dass mit Herrn Bürgermeister schon vorher vereinbart wurde für den Fall das Wetter ungünstig sei, würde seitens Vereins für eine exakte Reinigung gesorgt werde. Ob der Schulleiter in seiner Eigenschaft berechtigt ist über den Schulsaal allein zu verfügen, bleibt abzuwarten und wird näher verfolgt werden. Ein weiteres Plakat an der Schulhauslinde gab dem Vorgehen entsprechendes Verhalten. Der Besuch war folglich ein sehr geringer und betrug 8 Mitglieder. Darauf versammelten sich die Anwesenden im Beyhl´s Garten und wurde sodann die Tagesordnung erledigt. Die Gebühren für die Mosterei betrug pro Liter 1000 Mk, für die Dauer pro Tag 1 Million Mk. Der Vereinsbeitrag wurde auf 50000 Mk. mit wirkender Kraft p. 1. Jan. 1923 erhöht. Ein Zuschuß z. Wegweiser wurde nicht genehmigt und auf weiteres Abonnement verzichtet. Besondere Anträge wurden nicht gestellt.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht 1923

Wie auf allen Gebieten ein Rückschritt zu verzeichnen ist, so reiht sich leider auch der Obstbauverein den unwirthschaftlichen Verhältnissen

immer mehr an . Die jeweiligen Versammlungen sind im wahren Sinne des Wortes schlecht besucht. (Die letzte mit 8 Mitgliedern), so dass man immer mehr zu der Annahme hinneigen muß, das Interesse für den Obstbau, dessen Werth z.Z. leider verkannt wird, erlöscht gänzlich. Wes mag auch sein, dass das vergangene Jahr in Bezug auf das Obst als ein ganz missliches zu bezeichnen ist, viel zur Geringschätzung beigetragen hat. Auch wird wohl übersehen, dass das Jahr 1922 mit seinem riesigen Obstsegen viel Gutes gebracht hat und mancher einen

erheblichen Gewinn einheimste. Mag es wohl für momentan oder vorübergehender überflüssig erscheinen mehr an Obstbau zu denken, so dürfte wohl nicht zu vergessen sein, dass auch mal wieder andere Zeiten kommen werden, in denen besonders unsere Nachwelt über unser Verhalten, wie es die Geschichte lehrt, urtheilen wird. (Als Beispiel möge schon jetzt die ablehnende Haltung gegen die Einrichtung einer Vereinsbrennerei vor einem Jahr dienen, welche angesichts freien Grund und Bodens mit 3 Umfassungsmauern einen hübschen Gewinn abgeworfen hätte und dabei in dauerndem Betrieb geblieben wäre. Ein Privatmann, eine Stunde von hier, kaufte ein Brennrecht allein für 80000 Mk, seine übrige Einrichtung kam ihn noch auf ca. 30000 Mk zu stehen. Gegen ein Risiko der Vereins mit 130 Mitgliedern von ca. 12000 Mk!)

Die Geräthe des Vereins wurden weniger benutzt und nur 722 Liter Obstwein gepresst. Welche Menge mit Privatpressen erzeugt wurde, ist nicht bekannt geworden. Die Dörre wurde folglich auch wenig

benutzt und nur mit 100 Kilo Zwetschgen beschickt. Die verwertete Obstmenge dürfte demnach im Ganzen 12000 Kilo betragen. Die Preise für Obst waren sehr hoch und für 1 Pfund Äpfel 5000-6000 Mk gefordert worden. Beerenobst war gut geraten und meist im eigenen Haushalt verbraucht worden. Wildbeerenernte war gering und im Preise hoch. Schwarzbeeren pro Pfund 6000 Mk. und stiegen sogar bis 10000 Mk. Die Einnahmen der Geräthe betrug im Ganzen lt. Buch 2.972000 Mk. Die Vereinsthätigkeit erstreckt sich auf eine Ausschusssitzung und eine Generalversammlung mit Hindernissen am 30. Sept. Außerdem waren die Obstgärten der Gemeinde Großbreitenbronn, Bammersdorf unter Beiziehung des neuen Bezirksgärtners Herrn Gerling einer Besichtigung unterzogen und praktische Winke und Ratschläge erteilt. Einige Ortschaften verhielten sich theilnahmslos! Weiherschneidbach wurde auf Obstschädlinge gemütlich untersucht und beobachtet. Der Wegweiser für Obst- und Gartenbau hat angesichts der Verhältnisse meist wenig Beifall gefunden und dürfte wohl gar nicht mehr gehalten sein. Der Verein hat nicht die Mittel das Blatt zu halten, was auch der Kreisleitung mitgeteilt wurde. Trotzdem kam eine Postnachnahme, die aber verweigert werden musste.

Nicht übersehen darf werden, dass gerade unser jetziger Nachwuchs so wenig Interesse am Obstbau hat, was für spätere Zeiten eine große Wichtigkeit sein wird, nachdem jetzt im Bezirk eine technische Kraft, welche allen Anforderungen genügt, vorhanden ist.

In gartenbaulicher Hinsicht stehen wir leider immer noch zurück, in dem nicht mehr Gemüse gebaut wird, als in eigener Haushaltung, eignen Gebrauch erzeugt wird und wird sich dieser Zustand wohl kaum ändern,

umso mehr das Absatzgebiet mit Schwierigkeiten etc. zu kämpfen hat.

Für neue Gemüse wie auch bessere Obstsorten wurden angesichts des vorherrschenden Klimas wenig oder gar nicht beachtet noch gezogen. Auch der im Aufschwung begriffene Blumenflor, eine Zierde ländlicher Wohnfenster, hat leider nachgelassen. So muß denn alles und jeder Wunsch in den Schoß der Zukunft gelegt werden und möge für alle das Beste bringen.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

Diese war ordnungsgemäß bekannt gegeben und am 27. Jan. 1924 im Veitengrubers Gasthaus abgehalten worden. Nach Begrüßung der erschienenen 35 Mitglieder durch den 1. Vorstand gab derselbe den Jahresbericht bekannt, der keinen Anstand ergab. Hierauf erfolgte durch den Kassier Herrn Beyhl Rechnungsablage, die mit Einnahmen von 4860573466 Mk. und einer Ausgabe von 481138123 Mk. und 492665343 Mk Kassenbestand ergab. Gegen dieselbe erfolgte kein Einwand + Decharge erteilt.

(Bemerkung: Der Kassenbestand kann nicht höher sein als die Einnahmen!, Rohse) ( Eine Auswirkung der Inflation, Sturm )

Dabei ist noch festzustellen, dass noch eine ganz große Zahl Vereinsbeiträge rückständig ist. Die Vereinsbeiträge sind auf 1 Goldmark festgesetzt und der Ausschuß ermächtigt gegebenenfalls

außerordentlichen bedarfshalber weitere Beiträge zu erheben. Bezüglich der Anregung einer Ausstellung wurde der Ausschuß

ermächtigt bei allenfalltiger guter Ernte eine Obstschau zu veranstalten. Eine lebhafte Debatte entstand über der Bezug des Wegweisers, welcher in mehreren Exemplaren bestellt wurde. Für den Verein soll ein Exemplar gehalten werden. Hierauf folgt ein Vortrag des Herrn Bezirksgärtner Gerling über Obstbau namentlich Pflege, Düngung etc., welcher geziemenden Beifall erzeugte.

Zu Wünsche und Anträge theilt Herr Stettner mit, dass Hasenfraß an jungen Bäumen vermieden worden wäre, wenn überschüssiges Astmaterial abgesägt auf den Feldern verteilt gewesen wäre. Vorstand gibt bekannt, gegen Stachelbeermehlthau die Stauden mit einer Handvoll Salz auf 12 Liter Wasser gelöst zu bespritzen. Auch wird geklagt, dass die Hecken überall verschwinden und dadurch den Vögeln Nistgelegenheit entzogen und Schädlinge immer mehr überhand nehmen. Bezüglich der rückständigen Beiträge wurde festgestellt, dass die Säumigen für 1923 20 Goldpfennig zu zahlen haben. Ferner wurde der Termin zur Zahlung der Beiträge entgültig auf 1. April festgesetzt. Mehrfach wurde der Mangel eines Vereinsdieners gerügt, der eben auf fehlendes Geld in der Vereinskasse zurückzuführen ist. Nichtsdestoweniger sind die Ausschussmitglieder in den einzelnen Orten stets benachrichtigt worden, wenn diese versagt haben. So geht es eben auf Conto der derzeitigen Interesselosigkeit. Der Vorstand allein kann nicht alles thun und überall sein.

Die äußerst rege Versammlung wurde um ½7 Uhr geschlossen.

Gez. Pfautsch

Obstkurse

fanden statt: Am 12. Februar in Großbreitenbronn 7 Theilnehmer, am 13. in Leidendorf 25 Theilnehmer, am 14. Weiherschneidbach 20 Theilnehmer. Durch den Bezirksgärtner Gerling wurde über Obstsorten, Pflanzung gesprochen. Eine kleine Baumanlage abgepflockt.

Ein alter Baum (Dietz) zum Umveredeln abgenommen. Spalierschnitt sowie Kronenbehandlung vorgenommen. Leider war das Wetter ein recht unerträgliches, so dass Veredelungsmethoden vorgenommen werden konnten. Die Schädlingsfrage war vom 1. Vorstand genügend erledigt. In Vereinsangelegenheiten verbreitete sich auch Herr Augustin. Ferner wurden von verschiedenen Mitgliedern gute Werkzeuge beschafft. Dem Verein traten 6 neue Mitglieder bei und 2 junge Leute, Blank und Kernstock – Weiherschneidbach haben sich zu dem am 10.3. beginnenden 3 wöchentlichen Baumkurs angemeldet. Möge neues Leben aus alten Keimen blühen.

Gez. Pfautsch

Ausschusssitzung am 14. September 1924

Anwesend waren 4 Herren und die Gebühren für Mostpressen pro Liter 3 Pfennige und für Dörre pro Tag 1 Mk. festgesetzt.

Gez. Pfautsch

Außerordentliche Generalversammlung 1924

Diese war ordnungsgemäß unter genauer Angabe der Tagesordnung und rechtzeitig zum 4.12. hinausgegeben auf Sonntag den 14 Dezbr. Nachm. 2 Uhr in Eders Gasthaus anberaumt worden. 245 Uhr wurde die Versammlung unter Begrüßung der erschienenen 35 Mitglieder eröffnet. Die durch den L.V. in Straubing gefassten Beschlüsse in Bezug auf Erhöhung der Vereins- und Verbandsbeiträge verursachten eine längere Aussprache, die z. Th. Recht kleinlich erschienen. Bestellungen auf den Wegeweiser wurden 19 Stück betätigt, allerdings ein sehr klägliches Resultat. Im Lauf der nächsten Monate soll eine Verlosung von Gebrauchsgegenständen gratis unter den Mitgliedern abgehalten werden.. Über Obstbau, Sorten und Pflanzung wurde durch

Herrn Hpl. Brandl und den 1. Vorstand reichliche Ratschläge und Anregungen gegeben, wobei auch die vom Verein beschafften Deutschlands Obstsorten gezeigt und zur allgemeinen Benützung empfohlen wurden. Besonders auch die Heranzucht von Obstwildlingen, welche bekanntlich besser aushalten, wurde eingehend besprochen, ebenso auch die vom Landesverband gelieferten Schutzhosen aus Holz gegen Hasenfraß, welche thunlichst verteilt wurden. Zur Beitragserhöhung ist noch zu zufügen, dass ein Antrag gestellt wurde, Mitglieder, welche wenig Obstbäume haben, als passive Mitglieder zu betrachten. Dies konnte wegen nothwendiger Statutenänderung nicht weiter verfolgt werden. Herr Brandl kam noch unter Vorzeigung einer gut ausgeführten Reliefabbildung auf den Koloradokäfer bzw. dessen Schädlichkeit zu sprechen, wozu noch der 1. Vorstand auf das vor ca. 24 Jahren aufgetretenen Erscheinen des Käfers auch vielfach Verwechslung mit dem sog. Marienkäferchen, welches bekanntlich sehr nützlich ist, verursachte.

Sonstige Anträge wurden nicht gestellt. Drahthosen erhielten Eder,

Wirth, 2 Weckerlein, Schmid Weiherschneidbach, Horn in Esbach,

Herrmann Mich. je 1 Stück für 2 Stück + Knäulein Andreas hier. (Rohse: Satz ohne Punkt und Komma ergibt keinen richtigen Sinn!).

Gez. Pfautsch

Registergericht

Nach allgemeiner Rücksprache mit dem Registergericht Ansbach am 29. Dzbr. erscheint abgesehen von den 30 Mk. Kosten, es überflüssig, den Verein eintragen zu lassen, um so mehr der Verein keinen Grund

und Boden besitzt. Dergleichen verursachen auch die jeweiligen Anmeldungen bzw. Eintragungen von Vorstandschaftswechsel immer wieder unnötige Kosten. Es wurde deshalb auch v. Amtswegen hiervon abgeraten.

Siehe Seite 53 30. Dzbr. 1924 gez. Pfautsch

Wanderversammlung vom 28.12.24

war mit Einladung nach Willendorf, Groß- und Kleinbreitenbronn sowie Bammersdorf bei Gastwirth Frank Großbreitenbronn Nachm. 2 Uhr anberaumt. Erschienen waren im ganzen 6 Mann, so dass von einem Vortrag über Obstbau abgesehen werden musste. Das Wetter war unschön, Weg schlecht. Über diesen Fall wurde an den L.V. Bericht erstellt mit Bezugnahme auf den bekannten Ausspruch: ”Wie ein Vereinsvorstand sein soll und wie er nicht ist”.

Gez. Pfautsch

Jahresbericht 1924

Im gleichen Fahrwasser wie unser deutsches Reich, so gondelt auch der Verein unstet auf den Wegen der Zeit dahin, um da und dort an einen Felsen anzustoßen, und auch das Leck immer größer wird und das

Vereinsschifflein zu zerschellen droht. Noch sind zwar nasse Kämpen vorhanden, die Ausdauer und Muth haben das Vereinsschifflein vor dem Untergang zu retten, aber leider lichten sich die Reihen der Schiffer immer mehr, so dass der Gedanke eines Unterganges des nun 23-jährigen Schiffes nicht allzu fern betrachtet werden muß. Überlegen wir nun, was hat dieses Schiff während der 23 Jahre alles vermittelt, welche nützliche Frachten für das Wohl des Volkes als auch unserer kommenden Generation beförderte? Nun soll es stranden? Wie viele Alte und Junge labten sich an dem geförderten Obst und Wein, eingemachten Früchten und Dörrobst? Wie viele Kleine erfreuen sich selbst erzeugten Beeren- oder Beerensäfte. Auch in geistiger Hinsicht hat das Vereinsschiff viel Frucht mitgebracht zur Belohnung von Alt und Jung, was sich alles in der besten Entwicklung zeigt. Soll es untergehen? Das gefrachtete Gold und Silber verloren gehen? Nein! Auch im Obstbau müssen wir uns wieder aufraffen, die gerissenen Segel flicken, die Löcher im Schifflein gründlich verstopfen, wenn es auch hart ankommt. Sind wir ja an noch viel Härteres gewöhnt worden und haben es bislang ertragen. Tüchtige Steuerleute müssen wir unter den jungen Männern heranziehen, damit das Schiff wieder flott gemacht wird und seinen alten Kurs wieder intensiv aufnehmen zu können und neue Fracht einzuladen. Das soll auch unser aller Wunsch sein!

Das abgelaufene Jahr war in obstlicher Hinsicht kein gutes zu nennen. Anhaltender Regen und mangelnder Sonnenschein ließen eine gewisse Missernte erscheinen. Das wenige Obst war größtentheils unhaltbar und fault gerne im Lager. Selbst Sorten, die sonst in normaler Zeit

noch günstig sich erhielten. Birnen gab es wenig und diese meist stark schorfig. Zwetschgen fehlten gänzlich. Kirschen und Trauben blieben vollständig aus, dagegen war Beerenobst qualitativ sehr gut ausgefallen. Die Obstverwerthung blieb folglich auch gegen früher zurück. Doch konnten im Ganzen 5737 Liter Most gekeltert werden, die einem Quantum von 9560 Kilogramm entsprachen. (Gleich 47 Eisenbahnwagen a 200 Kilogramm gerechnet.) Allerdings trug viel dazu bei, dass durch den Landesverband ein Wagon österreichisches Obst hereingekommen war, welches trotz seiner Preislage willige Abnehmer fand und guten Most ergab. Im vergangenen Frühjahr fanden unter Heranziehung des Bezirksgärtners Gerbig in den Orten Groß- und Kleinbreitenbronn, Bammersdorf, Leidendorf und Weidenbach sog. Fliegende Unterrichtskurse statt, die sich auch auf die vorhandenen Baumanlagen praktisch ausdehnten. Eine im Dzbr. zu Großbreitenbronn angesagte Wanderversammlung musste mangels Betheiligung leider unterbleiben.

Durch die unzeitgemäßen Verhältnisse musste der Landesverband, um weiter bestehen zu können, seine Beiträge erhöhen, wodurch leider der Verein eine Einbuße an Mitgliedern erfahren musste. Der Bestand ist am 1. Januar 1924 von 144 auf 101 Mitglieder zurückgegangen und marschiert, zur großen Freude sei es gesagt, immer noch an erster Stelle des Bezirkes Feuchtwangen, aber trotzdem ist dieser Rückgang tief bedauerlich. Im Laufe des Jahres waren 2 Generalversammlungen und eine Ausschusssitzung abgehalten worden. Bezüglich Eintragung des Vereins in das Register zu Ansbach wird auf oberstehenden Eintrag Seite 62 verwiesen.

Die Einnahmen des Vereins betrugen 462,41 Mk., die Ausgaben 352,50 Mk., so dass ein Kassenbestand von Mk. 159,83 auf das Jahr 1925 übergeht. (Rohse: Kassenbestand ist um 50 Mark zu hoch eingetragen.)

Gez. Pfautsch

Generalversammlung und Gratisverlosung

War auf Sonntag, den 15. März 1925 , im Veitengruber Saale wie üblich festgesetzt und 86 Mitglieder erschienen. Nach Vortrag des Jahresberichtes und Rechnungsabhör wurden beide Punkte nicht beanstandet und nach Genehmigung dem Kassier unter Worten des Dankes für seine Mühe Entlastung ertheilt. Sodann wurde bez. Wünsche und Anträge folgendes vorgebracht. Nichts. Vom 1. Vorstand wurden nunmehr die in allernächster Zeit zu beobachtenden

Obstschädlinge unter Vorzeigung solcher in Naturpergamente hingewiesen und deren Bekämpfung eingehend besprochen, wie auch einiger nützlicher Kleinthiere auch der Kröte wurde gedacht. Ferner sprach Herr Augustin über Düngung von Obst- und Gartenland. Hierauf ergriff Herr Brandl das Wort, um in sehr eingehender Weise über Ernteerträgnisse der Obstbäume, sowie ständiger Düngung der Obstb. unter Angabe der Gewichtsverhältnisse von 150,0 Kalk, 150 Thomasmehl und 200 Kalk auf ca. 4 qm.

Auch die Umveredlung von nichttragenden oder schlechttragenden Bäumen wurde eingehend behandelt und beschlossen ein Geißfußmesser, sowie eine Strauchschere zu beschaffen. Herr Stettner berichtete noch über Versicherung von Obstbäumen etc. gegen Hagelschlag. Nach Beendigung der Aussprache wurde zur Gratisverloosung geschritten. Es

kamen 50 Dosen Baumwachs und 50 Portionen Cocosstricke, 25 Buscheisen, 30 Johannesbeersträucher, 7 Apfelbuschbäumchen, 3 Haselnußstauden, 3 Quitten, Kalender und Stickstoff zur Verlosung. Nach Erledigung derselben dankte der Vorstand für das zahlreiche Erscheinen der Mitglieder anknüpfend, dass auch künftig die Versammlungen stärker besucht werden möchten. Herr Brandl für seine Bemühungen zur Beschaffung der Stauden etc. zu ermäßigten Preisen + Herstellung der Gutscheine. Der infolge eingetretene Schneefall + Kälte es unmöglich wird die Sträucher + Stauden ohne Gefahr herauszunehmen. Mit dem Wunsche alles Gehörte in der Praxis umsetzen zu wollen, begrüßte derselbe auch noch das Erscheinen von 49 Ackerbauschülern Triesdorfs. Reicher Applaus war der Schluß 5 Uhr.

Gez. Pfautsch

Am 16. Nov. fand in Großbreitenbronn ein Baumkurs statt, der gar nicht

besucht war des Nachmittags arbeitete der Bz. Gärtner in Bammersdorf. Abends fand eine gutbesuchte Versammlung statt über Pflanzung, Pflege Obstsorten wurde eingehend berichtet. Der 1. Vorstand sprach über Romporitsprengungen + Organisation und gab die neuesten Errungenschaften des L.V. bezüglich Weinsteuer Baumbezug bekannt. Am 17. 11. war der anberaumte Wanderkurs in Leidendorf sehr schwach besucht, so dass die Thätigkeit mittags beendet wurde. Bedauerlich. Gez. Pfautsch

Jahresbericht 1925

Das abgelaufene Jahr war wiederum ein recht mageres. Die Obsternte war sehr gering und gab es zwar etwas Birnen + Steinobst, während Äpfel sehr ausfielen. Nussernte war wieder reichlicher. Andere

Früchte kamen für heuer fast nicht in Betracht. Der Verein zählt z.Z. 113 Mitglieder. Besondere Leistungen sind nicht zu verzeichnen bis auf eine abgehaltene Gratisverlosung von jungen Bäumen + Sträuchern etc. Die Benützung der Geräthe war ebenfalls eine sehr geringe. Es wurden im ganzen 743 Liter Most erzeugt, was einer Obstmenge von ca. 1250 Kilo entspricht. Dörrobst wurde nicht hergestellt. Die Preise waren infolge dessen sehr hoch gestiegen, weshalb auch der Bezug von Mostobst unterblieben ist.

Die Einnahmen betrugen Sa. 198,43, die Ausgaben Sa. 176,55, so dass ein Kassabestand von Mk. verbleibt 21,88.

An Obstschädlingen + Krankheiten war ein stärkeres Auftreten des Frostspanners + des Apfelwicklers zu konstatieren, was leider immer noch auf die so nötige Baumpflege zurückzuführen ist. Die mehrfach angelegten Klebegürtel zeitigten einen großen Erfolg namentlich gegen die Frostspannerfamilie.

Außer der am 15.3. stattgefundenen Generalversammlung war keine Zusammenkunft notwendig geworden. Dagegen wird das kommende Jahr verschiedene Neuheiten bringen und hoffentlich eine gute Obsternte erwarten dürfen.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung 6. Dez. 1925

Diese war ordnungsgemäß schriftlich eingeladen und am 6. Dzbr. Nachm. 2 Uhr in der Reinertschen Wirthschaft abgehalten. Erschienen sind ca. 50 Mitglieder. Nach Begrüßung derselben wurde obiger Jahresbericht und die Rechnungsabhör durch Kassier Beyhl vorgenommen. Gegen beide bestehen keine Einwände und wurde Entlastung erteilt. Aus dem Landesverband wurden einige erfolgreiche Errungenschaften und zwar Verbilligung von Bäumen + Beseitigung einer geplanten Obstweinsteuer für Selbsterzeugnisse bekannt gegeben.

6.12.25. Bezüglich der Vereinsbeiträge wurde beschlossen eine Erhöhung derselben nicht eintreten zu lassen und er Jahresbeitrag wie bisher eine Mark beträgt. Diejenigen Mitglieder, welche die Sondernummern wünschen, haben 2 Mark 25 zu leisten und solche, die den Wegweiser halten, wollen 3 Mark 50 außer dem Ortsvereinsbeitrag. Die Aussprache über diesen Punkt war ein sehr ergiebiger mit Rücksicht auf die herrschende Geldnoth ein durchschlagender Erfolg nicht erreichbar.

Bezüglich der Neuwahlen wurde beschlossen, dieselbe per Akklamation vorzunehmen und ergab dieselbe folgende Resultate: Die einstimmige Wiederwahl des 1. Vorstandes Apotheker Pfautsch, als 2. Vorstand W. Augustin von Willendorf, als Kassier J Beyhl, hier. Als Ausschussmitglieder Weckerlein von Weiherschneidbach, Stettner von Kleinbreitenbronn, Horn Esbach, Hochmann – Leidendorf, Weigand

Obergärtner Triesdorf, Galster Wilh., Herrmann Michel Weidenbach + Knäulein Andreas Zimmermeister hier.

Bezüglich Unterbringung der Geräthe erklärt sich Apoth. Pfautsch dieselben wie bisher weiter in seine Obhut zu nehmen, als eine geeignete anderweilige Unterbringung gegeben erscheint.

Anläßlich der im Herbst 1926 in Triesdorf stattfindenden Kreisversammlung soll nur eine einfache Obstausstellung arrangiert werden.

Über Komperitsprengungen bz. deren Erfolge und über sehr gute Resultate der Verwendung von Harnstoffdüngung wurde eingehend referiert.

Als neue Mitglieder wurden aufgenommen: Reinsfelder Landwirth

Kleinbreitenbronn, Frank Gg. Wirth und Körber Gg. Großbreitenbronn, Schwab Friedr. von Esbach.

Besondere Wünsche und Anträge wurden nicht gestellt. Und die Versammlung um 6 Uhr geschlossen.

Der Verein zählt nunmehr 116 Mitglieder. Ein solches wurde wegen Beitragsverweigerung gestrichen.

Gez. Pfautsch

Am 16. März 1926 wurden im Anwesen des Unterfertigten bei älteren

Bäumen Sprengungen vorgenommen. Deßgl. im Dr. Meiers neuem Garten zu Weidenbach eine größere Anzahl für Neupflanzungen unter Heranziehung der derzeitigen Baumschüler. Am 25.3. fand abends im Eder Saale ein Filmvortrag statt. Zur Vorführung kam der neue Film über Obstbau des Landesverbandes. Einladung hierzu erst am 24.3. eingelaufen, konnte nur die Ortsgemeinde und Schulen in Kenntnis gesetzt werden.. Ornbau wurde telefonisch benachrichtigt. Der Erfolg war leider ein sehr magerer. Außer den 18 z.Z. anwesenden Baumschülern + 4 Herrn aus Ornbau und 4 Weidenbacher Mitglieder – das war der Filmabend.

Gez. Pfautsch

Mit dem heutigen übergebe ich dem Obstbauverein meine Schädlingssammlung als künftiges Eigenthum mit dem Wunsche, dass dieselbe nicht nur erhalten sondern auch noch weiter vermehrt werden möge zum Nutzen der Allgemeinheit.

Weidenbach, den 15. April 1926 gez. Pfautsch

Triesdorf, 18. April 1926. Auf heute Nachm. 2 Uhr war Generalversammlung bei Rögner ordnungsgemäß bekannt gegeben, abgehalten worden, wozu 17 Mitglieder erschienen waren. Die Versammlung hat einstimmig beschlossen, dass im Herbst 1926 anläßlich der Tagung des Kreisverbandes Mittelfr. Obstbauvereine eine Obstausstellung z.E. des 25. Vereinsjubileums veranstaltet werden soll + als Lokal der Veitengrubersaal als am besten geeignet erachtet. Ein

gewähltes Ausstellungskomitee besteht aus den Herren Horn, Augustin, Beyhl, Kernstock – Weiherschneidbach, Weckerlein, Herrmann Michael und Stettner, Math. Kleinbreitenbronn.

Zur Dekoration sollen Fichtenbäumchen + Blumenstöcke verwendet werden. Die letzteren sollen nach Beendigung verkauft werden.

Wegen einer Vogelschutzausstellung soll mit der zuständigen Stelle verhandelt werden. Als Preise werden Diplome verteilt.

Die Zahl der auszustellenden Früchte soll 10 Stück nicht überschreiten von jeder vorhandenen Sorte, und die Ausstellung selbst auf einen Sonntag dem öffentlichen Verkehr anpassend verlegt werden. Eintrittsgebühr soll keine erhoben werden. Die nötigen Vorarbeiten sind thunlichst in Angriff zu nehmen und einer weiteren Versammlung bekannt zu geben.

Gez. Pfautsch

Weidenbach, den 22. August 1926 Nachm. 2½ Uhr fand in Eders Saale nach entsprechend vorausgegangener Bekanntgabe außerordentliche Generalversammlung statt. Nach Bekanntgabe eines Einlaufes v. Kreisverband betr. Einer Wanderversammlung mittelfränkischen Obstbauvereine in Weidenbach wurde als 1. Punkt der Tagesordnung die 25 jährige Feier des Vereins zur Diskussion gestellt. Herr Oberlehrer Walter glaubt nach persönlicher Anschauung das Jubiläum

sei erst 1927 = 25 Jahre, weil 2½ Monate fehlen. Dies jedoch auch in anderen Vereinen des angelaufene Jahr für voll gezählt wird und die Kreisversammlung mit stattfindet, hat man sich dahin geeinigt, die Feier gelegentlich der Kr.vers. abzuhalten. Ein Bericht von 6 Seiten über die Thätigkeit des Vereins soll gedruckt werden.

Der Eders Saal soll einfach geschmückt werden und hierzu 2 Mitglieder gewählt werden. Sonstige Anträge wurden nicht gestellt und die Versammlung (15 Mitglieder) 4 Uhr geschlossen.

Gez. Pfautsch

Gastwirth Frank Großbreitenbronn am 7.10. gestorben. R.i.p.

Gez. Pf.

Ausschußsitzung

Am 16. Oktober abends bei Gastwirth Eder anberaumt hat folgendes beschlossen. Am 21. Okt. findet Generalversammlung des Vereins

verbunden mit der gleichzeitig hier tagenden Kreisversammlung statt. Die Versammlung beginnt mit Rücksicht auf die auswärtigen Besucher Nachm. 1 Uhr. Begrüßung der Erschienenen durch den Kreisvorstand, dem Bericht über die 25 jährige Thätigkeit des hiesigen Vereins.

Der Saal soll dekoriert werden. Gez. Pfautsch

Desgleichen am 21.10. abends 6½ Uhr + wurden die näheren Details über Saaleintheilung, Dekoration besprochen. Vor dem Eingang werden 2 große Fahnen aufgestellt + mit Bäumchen geschmückt. Die vorderen Tische werden für Gäste mit Stoff dekoriert. Gez. Pfautsch

Jahresbericht 1926

Das 25. Jahr neigt sich dem Ende zu, ohne dass besonders wichtige Vorkommnisse zu verzeichnen sind.

Die Witterungsverhältnisse waren wie überall schlecht. Eingetretene Kälte vernichtete zum großen Theil die Baumblüthe, so dass eine Mißernte von Äpfeln zu erwarten war und auch eingetreten ist. Birnen hielten sich besser und ergaben stellenweise sehr reiche Ernte Zwetschgenernte war gut. Pflaumen dagegen nichts. Auch Johannisbeeren haben durch den Frost 1/3 ihrer Ernte eingebüßt. Nüsse waren erfroren. Folglich war auch die Obstverwertung mit den Vereinsgeräthen eine sehr magere. Mehrere Zentner Zwetschgen wurden gedörrt. Es war daher unmöglich die geplante Obstausstellung abzuhalten. Eine Neuerung kam hier erstmals zur Anwendung. Die Komperitsprengung des Erdbodens zwecks Anlage von Baumpflanzungen. Das Verfahren ist sehr einfach, billiger als Menschenkraft und dessen Anwendung namentlich in älteren Obstanlagen zu empfehlen.

Der Verein hat einen kleinen Zuwachs an Mitgliedern erhalten, so die Zahl derselben 118 beträgt. Ein 25jähriger Thätigkeitsbericht wurde ausgearbeitet und bereits gedruckt, wovon jedes Mitglied ein Exemplar

gratis erhält. Von den Gründungsmitgliedern kann leider keiner mehr festgestellt werden, da die Liste von dem damaligen Kassier nicht übergeben wurde. Während des Jahres fanden 2 General- und 2 Ausschußsitzungen statt.

Leider hat uns der Tod 1 Mitglied Gastwirth Frank von Großbreitenbronn entrissen.

Am 31. Okt. tagte die Kreisversammlung Mittelfr. Obstbauvereine. Die fremden Gäste besichtigten vormittags die Baumschule, Kr. Haushaltungschule und das Kreisgut. Nachm. 2 Uhr begann die Versammlung im dekorierten Saale bei Gw. Eder. Dieselbe war gut besucht. Herr Ries eröffnete dieselbe worauf der Vorstand Pfautsch

den Bericht bekannt gab. Ersterer gratulierte dem Jubilar für seine Verdienste in anerkennenden Worten und überreichte dem letzteren die vom L.verband bay. Obstb.V. verliehene große Silberne Medaille. Der O.V. widmete aus Dankbarkeit einen hübschen Frühstückskorb. Auch der Kreisverband ließ es sich nicht nehmen dem Jubilar einen Korb ”Boxbeutel” zu überreichen. Alsdann hielt Herr St.R. Brandl einen Vortrag über alkoholfreie Getränke unter Vorführung des entspr. Apparates. Die vom Verband gestifteten Proben von solchen Getränken fanden reichlich Beifall. Der 25-jährige Bericht wurde an die Mitglieder einzeln verteilt.

So möge denn ein neues 1/4Saeculum beginnen, der Obstbau frisch weiter florieren zum Segen + Nutzen unseren Volkes.

Gez. Pfautsch

Generalversammlung

am 28. November 1926

  1. Vorstand Herr Apotheker Pfautsch eröffnete um ½3 Uhr die Versammlung.

Nachdem er den Jahresbericht bekannt gab, machte Kassier Herr Beyhl Rechnungsbericht, worauf ihm Anerkennung, Dank und Entlastung zuteil wurde.

Laut Tagesordnungsbeschluß wird zur Neuwahl des 1. Vorstandes geschritten.

Herr Apotheker Pfautsch, der vor 25 Jahren den Verein gründete und 25 Jahre seine ganze Kraft und seine reichen Kenntnisse zur Verfügung stellte, lehnt eine Wiederwahl aus Gesundheitsrücksichten ab.

Als 1. Vorstand wurde einstimmig der bisherige 2. Vorstand Herr H. Augustin, Besitzer des Erholungsheimes b. Triesdorf (LandhausWaldeck) gewählt und als 2. Vorstand Herr Chr. Weigand, Obergärtner in Triesdorf.

Die Ausschussmitglieder bleiben dieselben. Beide Vorstände nehmen in Anbetracht des volkswirtschaftlichen Nutzens des Vereins die Wahl an.

Die Vereinsgeräthe, die unter der fürsorglichen Obhut des bisherigen 1. Vorstandes waren, sollen in einem anderen Raume untergebracht werden. Die Generalversammlung beschließt, dass die neue Vorstandschaft mit den Ausschussmitgliedern die Angelegenheit regeln soll. Herr Chr. Eder bietet im Falle, dass kein passender Raum zur Verfügung steht, in seinem Anwesen einen Raum an.

Zum Beweis der Dankbarkeit und Anerkennung seiner großen Verdienste wird bisheriger 1. Vorsitzender Herr Apotheker Pfautsch zum Ehrenvorstand ernannt. Der Ehrenvorstand drückt seinen Dank aus und wünscht dem Verein weiterhin blühen und gedeihen.

Bei Wünsche und Anträge angelangt, ergreift Herr Studienrat Ries das Wort und erzählt von seinen reichen Erfahrungen und Beobachtungen in anderen Obstbauvereinen, die sehr interessant und mit großem Beifall aufgenommen wurden. Der allgemeine Wunsch die Gärten zu besichtigen wird festgehalten und soll beim nächsten Hiersein unseres bewährten Bezirksgärtners durchgeführt werden.

Zum Schluß erwähnt 1. Vorstand, dass er an die Ziele, die der Landesverband für Obst und Gartenbau festgesetzt hat, festhält und erwähnt noch, dass die Methode ”macht Pflanzgruben” hier nicht angebracht ist, durch den grassen Wechsel unserer hiesigen Untergrundverhältnisse. Er bittet, dass es von jedem Mitglied unterstützt wird, so wird auch fernerhin der Verein blühen und gedeihen.

Gez. W. Augustin

Lose Beilage

8 Jahr Vorstand

1926 wurde Herr Augustin zum 1. Vorstand gewählt. Herr Weigand wurde 2. Vorstand. Der bisherige Vorstand Pfautsch wurde Ehrenvors. Probst Großbreitenbronn wurde 1931 in den Ausschuß gewählt. 1929 wurde H. Galster 2. Vorstand.

Ab 1934 wurde Eder Joh. zum Kassier bestimmt.

Am 16.9.1934 wurde Herr Brandl 1. Vorstand

Mietsvertrag

Herr Gastwirt Eder vermietet an den Obstbauverein Weidenbach u. Umgebung den uns von Augen gezeigten Raum (Größe 4,20 x 2,90) auf 10 Jahre.

Herr Eder ist verpflichtet eine vordere Mauer zwecks Absperrung des Raumes zu errichten. (Steinmauer oder gut verbrettert.)

Der Obstbauverein übernimmt die für sich notwendigen Veränderungen.

Als Mietspreis wird der gleiche Betrag bezahlt, den Herr Apotheker Pfautsch erhielt, das ist jährlich 20 Mark, in Worten zwanzig Mark.

Zu gleicher Zeit ist der Obstbauverein berechtigt, nebenstehenden Brunnen zu benutzen.

Der Raum ist auf 10 Jahre unkündbar. Sollte nach der abgelaufenen Zeit gekündigt werden, so muß am 1. Juli für 31. Dezember gekündigt werden.

Weidenbach, 30. Januar 1927

Gez. Christian Eder

Vermieter

Für den Verein zeichnen: W. Augustin, Beyhl, Stettner, Herrmann,

Hochmann, Weckerlein, Galster, Horn Rud. Andr. Knäulein, Weigand

Ausschusssitzung am 31. Januar 1927

im Gasthaus ”Eder”

Nachdem der uns angebotene Raum zur Unterbringung der Geräte besichtigt und für passend ernannt wurde, wird nebenstehender Mietsvertrag mit Herrn Gastwirt Eder vereinbart. Herr Eder bekommt einen Schlüssel für diesen Raum und muß die Anmeldungen zum Mosten u. Obstdörre sowie für die Beerenpresse entgegen nehmen. 1. Vorstand Augustin bekommt ebenfalls einen Schlüssel und übernimmt die gesamte Instandhaltung und verfertigt eine Arbeitsordnung, nach der sich jedes Mitglied zu richten hat.

Anfang März soll die Frühjahrsversammlung abgehalten werden und zwar sonntags Nachmittag. Vom 2. Vorstand, Herrn Weigand, wird vorgeschlagen Herrn Studienrat Brandl zu bitten, einen Vortrag über Beerenkultur und Beerenweinbereitung zu halten, was einstimmig für gut befunden wird. Bei Betonierung des Fußbodens unseres Geräteraumes sollen Obstpresse und Obstmühle mittels Palsen am Fußboden befestigt werden.

Gez. Augustin

Generalversammlung am 20. März 27

Die ordnungsgemäß einberufene Generalversammlung im Veitengruber´schen Saale konnte sich einer guten Beteiligung erfreuen. Bevor zu den üblichen Vereinsangelegenheiten geschritten wurde, gedachten wir unserer wertvollen Mitglieder, die uns der Tod entriss, Herr Ehrenvorstand Apotheker Pfautsch, Herr Gastwirt Frank Großbreitenbronn u. Herr Oberlehrer Walter Weidenbach. Zum Zeichen der Trauer erhoben wir uns und gedachten ihrer. Hierauf wurde die Niederschrift verlesen der Generalversammlung vom 28. Nov. 26. Herr Kassier Beyhl berichtete über unseren Kassenbestand. Aus der vorhandenen Statistik entnehmen wir, dass 1913 – 6836 u. 1922 – 8398 Baumbestand vorhanden ist, doch nicht die Zahl der Obstbäume erhöht den Ertrag, sondern alle nichttragenden oder mit schlechtem Obst behängten Bäume sollen umveredelt werden mit Sorten, die sich einzig und allein im Vereinsgebiet bewährt haben. Durch Aussage von Mitgliedern und durch Beobachtung des Bezirksgärtners Herrn Stahl wurde unter den Namen Winterstreifling bekannte Apfel gewählt, Reifezeit Herbst, bei bester Aufbewahrung bis Weihnachten. Als späte Sorte den Boskop, ganz raue windige Lage den Boiken. Sehr erfreulich ist, dass die Notwendigkeit des Umveredeln voll und ganz erkannt wurde u. so wurden angemeldet in Weidenbach 41 Apfel, 5 Birnen, 3 Kirschen, 3 Zwetschgen Weiherschneidbach 5 Apfel, 4 Birnen, 3 Kirschen, 1 Zwetschge. So hoffen wir, dass es möglich ist, Sorten hier zu verbreiten, die unserem rauen Klima u. Lage gewachsen sind und mit der Zeit das große Sortenwirrwarr beseitigt. Herr Studienrat Brandl übernahm in liebenswürdiger Weise das Referat u. brachte uns einen Vortrag über Beerenobstkultur, der mit großem Interesse verfolgt u. mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Mögen die wertvollen Themen auf fruchtbaren Boden fallen, damit der Fortschritt unseren heimischen Obstbaues keinen Stillstand erleide, sondern mehr und mehr das ausländische Obst verdränge.

Um 5 Uhr wurde die Versammlung geschlossen.

Gez. Augustin

Ausschusssitzung am 11.12.1927

Im Gasthaus ”Ströbel”

Der Ausschuß trat vormittags ½11 Uhr zur Besprechung zusammen. Es wurde die Tagesordnung, die vom 1. Vorsitzenden vorgelegt wurde, besprochen und genehmigt.

Die ordentliche Generalversammlung findet am 8.1.1928 Nachm. 2 Uhr im Gasthaus Eder in Weidenbach statt.

Tagesordnung:

  1. Jahresbericht

  2. Rechnungsabhör

  3. Statutenanschaffung 100 St.

  4. Vortrag

  5. Obstbaumpflege

  6. Neufestsetzung der Mostgebühren

  7. Beschlussfassung über die Einnahmen von Mosten

  8. Mostbehandlung

  9. Obstbaumbestellung

  10. Umveredeln

  11. Wünsche und Anträge

Gez. Augustin

Jahresbericht 1927

Das verflossene Arbeitsjahr 1927 war hauptsächlich dem intensiven Aufbau unseres Baumbestandes gewidmet, und so muß gesagt werden, dass der Verein die Vorschläge des Landesverbandes sich zu Nutzen machte und anfing, schlecht oder nichttragende Bäume umzuveredeln. Es wurden umveredelt: 52 Äpfel-, 12 Birnen- und 16 Steinobstbäume mit zusammen 901 Edelreisern. Nicht nur Umveredlungen wurden vorgenommen, sondern bei Rundgängen wurden ältere Bäume ausgelichtet und junge Bäume beschnitten. Dass natürlich der ganze Baumbestand nicht hergerichtet werden kann, ist selbstverständlich, denn es waren uns Muster, dass jeder Obstzüchter selbst seine Bäume daheim richtet und Pflegen kann. Die Veredlungen führte Mitglied Herr Hans Eder zur aller größten Zufriedenheit aus. Bei Rundgängen, die zum Teil auch mit Herrn Bezirksgärtner Stahl gemacht wurden, konnte man überall beobachten, dass die Bäume behandelt wurden und sind wir erst soweit, dass der Obstbaum zur allgemeinen Arbeit des Landwirtes herangezogen wird, so wird der Erfolg nicht ausbleiben.

Die Baumblüte war überaus reich, zwei Frostnächte mussten die zarten Blüten über sich ergehen lassen, wenn auch ein geringer Prozentsatz erfror, so konnten wir mit der Apfel- und Birnenernte sehr zufrieden sein, und man kann von einer sehr guten Mittelernte sprechen. Zwetschgen gab es keine, Kirschen hatten sehr unter dem Frost gelitten, so dass man hier nur von einer kleinen Ernte sagen kann, während es in noch höheren Lagen sehr viele Kirschen gab.

Unsere neue Gerätekammer bei Mitglied Herr Gastwirt Eder wurde im Sommer eingerichtet, so dass bis zum Herbst alles fertig war und sehr viel in Benützung kam, so dass seit Bestehen des Vereins am meisten gemostet wurde und zwar 5586 Liter.

Die Dörre wurde nicht benutzt. Nicht vergessen will ich unsere äußerst dankbaren Beerensträucher, die uns dieses Jahr wieder mit ihren schmackhaften Früchten erfreuten. Johannis- u. Stachelbeeren gaben gute Ernten. Himbeeren eine Vollernte. Bei der Erdbeere erfroren die ersten Blühten, doch konnte man auch hier mit dem Erfolg sehr zufrieden sein. Abgehalten wurde eine Generalversammlung, zwei Ausschusssitzungen und 8 prakt. Versammlungen unter Herrn Bezirksgärtner Stahl. Letztere wurden zum Teil sehr schlecht besucht und dürfte gerade jeder Interessent den Vorteil des Bezirksgärtners sich selbst zu Nutzen zumachen bestens empfohlen werden.

Das Jahr 1927 stand unter dem Zeichen der Wiederbelebung der gesamten Wirtschaft, wenn auch der Sommer sehr naß war und manches verdarb, so dürfen wir im Obstbau sehr zufrieden sein. Wie ich vorher schon erwähnte, gab es für Äpfel, Birnen und Beeren eine gute Mittelernte und trotz des vielen Regens gesunde Früchte und hauptsächlich unseren bewährten Boskop und Winterstreifling. Der Preis für Kostobst war 3-5 M., für Tafelobst 7-16 M. pro Zentner. Als Neuerung für Obstverwertung wurde die Süßmostbereitung eingeführt, wenn auch geringe Mengen Süßmost durch den vorhandenen neuen Süßmostapparat hergestellt wurde, so dürfte dieses Verfahren doch eine Zukunft haben, zumal es für Kinder an Bekömmlichkeit und hauptsächlich an Nährwert große Bedeutung hat.

Möge das Jahr 1928 Gottes Segen wieder auf unseren Fluren ruhen, uns gesund erhalten, auf dass wir alles verwalten und pflegen können zu unserem Nutzen und zum Nutzen unseres Volkes.

Get. Augustin

Ausschusssitzung am 10.2.29

im Gasthaus Eder

Es wurde die Tagesordnung für die Generalversammlung am 23.2.29 festgelegt:

  1. Jahresbericht

  2. Rechnungsbericht

  3. Bericht über den Landesverband in Prien

  4. Ehrung des Herrn Kassiers u. 13 Mitglieder

  5. Lichtbildervortrag ”Beerenobst” des H. Bezirksgärtners Goller

  6. Vorführung der Dosenverschließmaschine

  7. Verlosung

  8. Wahl

  9. Beitragserhöhung

  10. Gartenpflege - Veredeln

  11. Wünsche u. Anträge

Gez. Augustin

Jahresbericht 1928-29 (bis März 29)

Das Jahr 1928 war das Gegenstück von 1927. Durch späte Fröste wurde der Blütenstand unserer Obstbäume vollständig vernichtet. Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere u. Erdbeeren erfreuten uns durch ihre Früchte, wenn auch ein Teil der Blüten erfror, so ist es für hier besonders zu beachten, dass wir den Beerensträuchern ein größeres Vertrauen u. Augenmerk richten müssen.

Die letzte Generalversammlung zeigte ja, dass der gesamte Verein einmütig hinter der Vorstandschaft steht und dessen Ziele mithilft zu erreichen. (Von 125 Mitgl. waren 110 Mitgl. anwesend). So konnten wieder eine Anzahl Gärten hergerichtet sowie Umveredlungen durchgeführt werden. Die Arbeiten führte Baumwart Herr Beer Weidenbach u. Herr Weiß Brodswinden aus.

Abgehalten wurde eine Generalversammlung, zwei Ausschusssitzungen und 3 prakt. Versammlungen. Außerdem konnte der Mitgliederstand von 127 auf 135 sich erhöhen.

Was die Voraussage für 1929 betrifft, so hatten die Obstbäume viele Knospen angesetzt. Doch haben wir einen Winter hinter uns, den man sich seit 1879 nicht denken kann. 33-34-Grad unter Null konnte beobachtet werden und jetzt Ende Februar kalte Nächte 10-12 Grad unter Null und unter Tage nur die warme Sonne 6 Grad +, so kann man befürchten, dass die Bäume auffrieren, hauptsächlich die, die keinen Kalkanstrich im Herbst bekommen haben.

Möge der Wunsch, mit dem ich schließe, in Erfüllung gehen, dass uns ein in jeder Hinsicht gutes Jahr beschieden sein möge.

Gez. Augustin

Generalversammlung am 23. Febr. 1929

Die ordnungsgemäß einberufene Generalversammlung im Eder´schen Saale konnte sich eines Besuches von über 100 Mitgliedern erfreuen.

Nachdem 1. Vorstand Herr Augustin den Jahresbericht verlas, der reichen Beifall und Aufnahme fand, legte Kassier Beyhl den Kassenbericht ab, wo im Dank und Entlastung zu teil wurde.

1.Vorstand Herr Augustin berichtete über die Landesverbandstagung in Prien, schilderte die herzliche Aufnahme u. das Viele, was dort geboten wurde u. es sei nur schade, dass nicht jeder dort anwesend sein konnte.

Auf Grund 25 jähriger Tätigkeit u. Angehörigkeit im Verein wurde Herr Kassier Beyhl u. 13 Mitglieder durch Ehrenurkunde ausgezeichnet.

Bezirksgärtner Goller trug über Beerenobstkultur einen Vortrag vor, der durch herrliche Lichtbilder ausgeschmückt wurde. Auch seine praktische Vorführung der Dosenverschlussmaschine fand allgemein lobenswerte Anerkennung.

Herr Augustin stiftete 100 Gewinnste in Form von Dahlien, Monpretchen u. Bohnensamen. Der Erlös von 10 M. ist der Vereinskasse zugeflossen.

Die Wahl zeitigte als

1. Vorstand Herr Augustin 2. Vorstand Herr Galster

Kassier Herr Beyhl Schriftführer Herr Eder Joh.

Ausschussmitglieder: Stettner, Hochmann, Weckerlein, Horn, Herrmann Mich., Knäulein A.

1. Vorstand erwähnt, dass unbedingt Beitragserhöhung stattfinden muß. Nach lebhafter Debatte einigte man sich auf einen Jahresbeitrag von 2 Mk.

Hierauf erläuterte 1. Vorstand Gartenpflege u. weitere notwendige Veredelung.

Ausgiebige Besprechung zeigte lebhaftes Interesse u. es ging von allen Seiten eine reiche Baumbestellung ein.

Nachdem keine weiteren Wünsche und Anträge gestellt wurden, schloß 1. Vorstand die äußerst interessante Versammlung

Gez. Eder

Ausschusssitzung am 26. Jan. 1930

bei Gastwirt Volkert

Es wurde die Tagesordnung für die ordentliche Generalversammlung am 9. Feb. 1930 festgelegt.

Tagesordnung:

  1. Jahresbericht

  2. Rechnungsbericht

  3. Bericht über Dosenverschlussmaschine mit Abrechnung

  4. Lichtbildervortrag des Bezirksgärtners Goller, daran anschließend Lichtbilder herrlicher Landschaften.

  5. Verlosung wertvoller Gegenstände. Jedes Mitglied bekommt einen Gewinnst

  6. Wünsche und Anträge

Gez. Joh. Eder

Generalversammlung am 9. Feb. 1930

Die ordnungsgemäß einberufene Generalversammlung im Volkert´schen Saale dahier konnte sich einer sehr guten Beteiligung erfreuen. Bevor zur Tagesordnung übergegangen wurde, gedachten wir unserer im letzten Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder durch Erheben von den Sitzen. Es waren der Gastwirt Christian Eder u. Gründungsmitglied Keitel Weiherschneidbach.

Hierauf erstattete 1. Vorstand Herr Augustin ausführlichen Jahresbericht, der mit lebhaftem Beifall gezollt wurde.

Als Punkt 2 unserer Tagesordnung legte Herr Kassier Beyhl seinen Rechungsbericht ab, wofür ihm Anerkennung, Dank und Entlastung zu Teil wurde. 2. Vorstand Herr Galster berichtete kurz über die Eindosmaschine mit Abrechnung, wofür ihm ebenfalls gedankt wurde. Es soll auch fernerhin von der modernen Einrichtung fleißig Gebrauch gemacht werden.

Sodann begann Herr Bezirksgärtner Goller mit seinem überaus lehrreichen Lichtbildervortrag über Spalierobst und Blumenschmuck an Häusern. Daran anschließend noch einige Lichtbilder herrlicher Landschaften von Berchtesgadener Land.

Es ging nun weiter zur Verlosung. Jedes anwesende Mitglied bekam ein Los und einen Gewinnst. Da nun verschiedene Mitglieder durch ihr eigenes Erscheinen noch durch Vertretung anwesend waren und so ca. 15 Gewinnste nicht abgeholt wurden, worunter sich auch Blumen befanden, welche sich nicht aufheben ließen, wurde von der Generalversammlung einstimmig beschlossen, dieselben zu versteigern. Die in Betracht kommenden fehlenden Mitglieder sollen nun laut Ausschußbeschluß mit 50 Pfennigen pro Mitglied abgefunden werden.

Herr Studienrat Brandl hob ganz besonders die Anpflanzung der Sauerkirsche hervor, da sie meist, wo kein anderer Baum nicht fortkommt, noch sehr gut wächst und die Frucht zur Bereitung von Hausweinen manche andere in Qualität und Aroma übertrifft. Es wurden sogleich mehrere solche Bäumchen bestellt, auch einige Bäume sollen wieder veredelt werden.

Zum Punkt Wünsche und Anträge angekommen, wurde vom 1. Vorstand ein Antrag vorgelesen, der von einem Mitglied schriftlich eingebracht wurde.

Antrag

Die Generalversammlung möge die Vorstandschaft ermächtigen, die noch fehlenden Gegenstände, wie Strauchschere, Geißfußveredelungsmesser und Obstschälmaschine zu erfassen, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte.

Nachdem keine weiteren Wünsche und Anträge gestellt wurden, schloß 1. Vorstand Herr Augustin um 7 Uhr die äußerst zahlreich besucht Versammlung.

Gez. Der Schriftf. Eder

Weidenbach, den 3. Juni 1930

abends ½9 Uhr fand bei Gastwirt Reinert nach entsprechend vorausgegangener Bekanntgabe außerordentliche Generalversammlung statt.

Vorstand Herr Augustin begrüßte die erschienenen Mitglieder, dankte für ihr Erscheinen u. ging sogleich zur Tagesordnung über. Dieselbe war: Ausflug nach Rothenburg zur Mittelfr. Kreistagung u. Bestellung von Torfmull.

Herr Augustin ersuchte nun Herrn Studienrat Ries der Generalversammlung den Verlauf der Tagung näher zu schildern, was vom H. St. Ries in liebenswürdiger Weise klar und deutlich zum Ausdruck kam.

Es meldeten sich sogleich eine Reihe von Interessenten an dem Ausflug teilzunehmen, u. so kam man zu dem Entschluß mit dem Auto nach Rothenburg zu fahren. 1. Vorstand H. Augustin dankte H. St. Ries im Namen des Vereins für seine Ausführungen und ging dann zu Punkt 2 der Tagesordnung über. Von der Versammlung wurde beschlossen, einen Wagon Torfmull zu bestellen, wofür sich sogleich mehrere Verbraucher meldeten.

Nachdem nun keine weiteren Wünsche u. Anträge gestellt wurden, schloß Herr 1. Vorstand Augustin die Versammlung

Gez. Eder, Joh.

Generalversammlung

28.Sept. 1930

Die ordnungsgemäß einberufene außerordentliche Generalversammlung vom 28, Sept. 1930 bei Gastwirt Veitengruber dahier, war von ungefähr 35 Mitgliedern besucht. 1. Vorstand Herr Augustin dankte für ihr Erscheinen, insbesondere dankte er Herrn Studienrat Brandl, der die Versammlung durch eine Herbstblumenschau verschönte. Hauptpunkt der Versammlung war die Baumbestellung, die nicht wie in den letzten Jahren immer erst im Winter erfolgte, sondern von jetzt ab alle Jahre im zeitigen Herbst betätigt werden müsse, da man in den Baumschulen in Bezug auf Sorte und Qualität eine größere Auswahl hat. Wie aus den Worten des Herrn Studienrat Brandl zu vernehmen war, haben sich die Baumschulen im Preis geeinigt und denselben wesentlich herabgesetzt, ganz besonders aber für diejenigen, die durch Vereine bezogen werden. Herr Augustin munterte die Mitglieder auf, die Lücken, die uns der kalte Winter 28-29 in unseren Baumbestand riß , wieder zu ersetzen. Insbesondere wies er auf das Pflanzen von Beerenobst, Johannisbeere, Stachel- und Himbeere hin, nicht zu vergessen sei auch die Erdbeere, da wir beim Beerenobst alljährlich mit einem Ertrag rechnen können, was bei Obst in Folge der rauen, klimatischen Verhältnisse bei uns nicht der Fall ist. Ein Antrag des 1. Vorstandes für das Jahr 31 eine Blumenschau mit Prämierung für Fenster u. Gartenblumen durchzuführen, wurde von der Generalversammlung begrüßt und einstimmig beschlossen.

Sodann kam man auf die Anschaffung einer neuen Mostanlage zu sprechen, da die alte nicht mehr entsprechend arbeitet. Hierbei kam es zu größerem Wortwechsel, denn die Neuanschaffung sollte allmählich durch erhöhten Beitrag finanziert werden und die Anschaffung erst erfolgen, wenn ein obstreiches Jahr in Aussicht ist. Hierauf bat Mitglied Probst Großbreitenbronn um das Wort. Er betonte, dass es nicht am Platze sei, von den Beitragsgeldern im Verein eine neue Mostanlage zu schaffen, da sich die auswärtigen Mitglieder zum größten Teil schon, teils in der Ortschaft, teils einige Mitglieder miteinander, kleinere Mostereien gekauft haben und so für die Verwendung einer solchen im Verein nicht mehr in Frag komme. Andernfalls müsste sich der Verein in 2 solche teilen. Herr Studienrat Brandl erklärte sich in liebenswürdiger Weise bereit, den Mitgliedern durch die Benutzung der Mostanlage der Kreisbauernschule Triesdorf gegen Entgeld Mostgelegenheit zu verschaffen.. Dieser Punkt wurde nach langer Debatte zur ordentlichen Generalversammlung zurückgestellt. Nachdem nun keine weiteren Wünsche und Anträge gestellt wurden, schloß 1. Vorstand Herr Augustin die Versammlung.

Gez. Der Schriftführer Eder

Generalversammlung

vom 8. März 1931 nachm. 3 Uhr

Die ordnungsgemäß einberufene ordentliche Generalversammlung im Volkertschen Gasthaus dahier war mit zirka 120 Mann besucht.

Vorstand Herr Augustin begrüßte alle Erschienenen und dankte für der starken Besuch. Besonders begrüßte er Herrn Direktor Menger aus Nürnberg, Kreissachverständigen Herrn Studienrat Brandl, Herrn Studienrat Ries 1. Vorsitzender des Kreisverbandes Mittelfr., Herrn Direktor Strobel von der Kreisackerbauschule Triesdorf u. Herrn Dr. von Welz. Sodann erstattete Herr Augustin ausführlichen Jahresbericht, der mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Nachdem Schriftführer Eder durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, verlas 1. Vorstand das Protokoll der vorjährigen Hauptversammlung.

In Anbetracht seiner über 25-jährigen Aufopferung als Kassier wurde Herr Kassier Beyhl im Namen des Vereins gratuliert und mit 2 Blumenstöcken und 3 Flaschen Wein beschenkt.

Die Wahl ging schnell vonstatten, denn sämtliche Herren nahmen die Wahl wieder an. Für Großbreitenbronn wurde Herr Schmiedmeister Probst Leonhard neu gewählt.

Als besonderes Arbeitsgebiet schlug 1. Vorstand ein Preisausschreiben über Fenster und Blumenschmuck an Häusern und Ziergärten vor, welches von der Generalversammlung mit Freude aufgenommen wurde. Als Preisrichter wurden gewählt: Herr Studienrat Brandl, 1. Vorstand Herr Augustin u. Schriftführer Eder.

Außerdem wurde der Wunsch geäußert bei Herr Augustin im Laufe des Sommers eine Versammlung abzuhalten, wobei der Garten, insbesondere der reiche Blumenflor besichtigt werden soll.

Betreff Aufstellung eines Baumwartes beschloß die Generalversammlung dem bereits vom Ausschuß bestimmten Rüger Wilhelm von Leidendorf aufzustellen.

Herr Studienrat Brandl Triesdorf, der in liebenswürdiger Weise die Ziele zum Blumenwettbewerb gab, führt alsdann einen Lichtbildervortrag vor. Die Lichtbilder waren teils aus bekannten, teils aus unbekannten Gegenden. Für den überaus lehrreichen Vortrag wurde Herr Studienrat Brandl wärmster Dank gezollt.

Nachdem keine weiteren Wünsche und Anträge mehr gestellt wurden, schloß Herr 1. Vorstand die Versammlung mit dem Wunsche, dass uns heuer ein obstreiches Jahr beschieden sein möge.

Gez. Der Schriftführer Eder

Außerordentliche Generalversammlung

Am 23. August 1931 nachm. 3 Uhr bei H. Augustin

Nach ordnungsgemäß vorausgegangener Bekanntgabe hielt der Obstbauverein im Garten des Herrn Augustin eine außerordentliche Generalversammlung ab, welche gut besucht war. 1. Vorstand begrüßte die erschienenen Mitglieder und dankte für ihr Erscheinen.

Er schilderte alsdann nach längerer Ausführung, was er bei der Landesverbandstagung in Lindau Lehrreiches gehört und gesehen hatte. Auch Herr Studienrat Ries, 1. Vorsitzender des Mittelfr. Kreisverbandes erzählte vieles von dem schönen Lindau.

Sodann wurde von der Generalversammlung beschlossen, dass von jetzt ab in der Vereinsmosthalle nicht mehr alleine gemostet werden darf. Dazu wurde der angehende Baumwart Herr Rüger Leidendorf bestimmt, um vor allem die Maschinen in gutem Zustand zu erhalten. Er soll von den Mostgeldern bezahlt werden.

Nachdem der 1. Vorstand die Versammlung geschlossen hatte, wurde der große Garten besichtigt. Die Obstbäume zeigten einen überaus reichen Behang von Qualitätsfrüchten. Im Ziergarten konnte man sich erfreuen über die im Spätsommer blühende Farbenpracht von der einfachsten Blume bis zu der bescheidensten Rose, so dass jeder vollbefriedigt vom Kurhaus Waldeck scheiden konnte.

Gez. Der Schriftführer Eder

Ausschusssitzung

Am 28.8.31 bei Gastwirt Volkert

Nach vorausgegangener persönlicher Einladung versammelte sich der Ausschuß vollzählig am 28.8.31. abends 8 Uhr im Gasthaus Volkert. Herr Augustin begrüßte die Ausschussmitglieder u. dankte für ihr Erscheinen.

Zweck der Sitzung war Schaffung einer neuen Obstmühle, da die alte von Bäckermeister Meister Martin, was von Fachleuten bestätigt wurde, mit Gewalt unbrauchbar gemacht wurde. Es wurde beschlossen eine neue Obstmühle beim Landesverband zu kaufen, womit 1. Vorstand Herr Augustin beauftragt wurde. An Herrn Meister soll 1. Vorstand persönlich herangehen, um für die Neuanschaffung etwas beizusteuern. Es wurde eine Mindestsumme von 5 M genannt. Die alte Mühle wurde um das Angebot von 15 M, mit Worten fünfzehn Mark, an das Ausschussmitglied Herrn Hochmann Leidendorf abgegeben.

Hierauf schloß 1. Vorstand die Sitzung.

Gez. Der Schriftführer Eder

Ausschusssitzung

am1. Nov. 1931

Am Sonntag, den 1. Nov. nachm. 3 Uhr ließ 1. Vorstand den ganzen Ausschuß zu sich laden. Es erschienen fast alle Herren bis auf 2. Vorstand H. Galster, der entschuldigt war und Herr Horn Esbach.

Vorstand Herr Augustin begrüßte alle Erschienenen. Alsdann äußerte er den Wunsch, diesen Herbst noch eine größere öffentliche Versammlung, zu der er Herrn Direktor Strobel von der Kreisackerbauschule als Redner gewann, abzuhalten. Dabei soll auch der neue Triesdorfer Film vorgeführt werden. Es wurde beschlossen diese Versammlung am Sonntag, den 22. Nov. 31. Nachm. 2 Uhr im Saale bei Gastwirt Ströbel dahier abzuhalten. Auch soll für vereinstechnische Arbeiten, was sich nicht alles bis zur Hauptversammlung hinausschieben lässt, eine außerordentliche Generalversammlung verbunden mit Preisverteilung des Blumenwettbewerbs, stattfinden. Für dieselbe wurde der 13. Dez. nachm. 2 Uhr bei Gastwirt Reinert vorgesehen. Für diese Versammlung wurde folgende Tagesordnung festgesetzt:

  1. Kurzer Bericht über die Kreisverbandstagung in Weißenburg

  2. Was lehrt uns das obstreiche Jahr 1931?

  3. Winterbehandlung unserer Obstbäume

  4. Beschlussfassung von Zuschüssen vom Verein bei Neupflanzungen

  5. Preisverteilung des Blumenwettbewerbs

  6. Wünsche und Anträge

Vorstand schloß um 5 Uhr die Ausschusssitzung

Gez. Der Schriftführer Eder

Außerordentliche Generalversammlung

Am 22. Nov. 31. bei Gastwirt Reinert dahier

Nach ordnungsgemäß vorausgegangener Einladung fand bei Mitglied Reinert Martin am 22. Nov. 31. 3 Uhr außerordentliche Generalversammlung des Obstbauvereins statt, welche sehr gut besucht war. Nachdem 1. Vorstand Herr Augustin die Mitglieder begrüßt hat, erstattete er kurzen Bericht über die Kreisverbandstagung in Weißenburg. Dieselbe war verbunden mit einer schönen Obstschau. Den Begrüßungsabend der Verbandstagung entbot die Stadt Weißenburg.

Herr Studienrat Brandl hielt einen sehr interessanten Vortrag über Süßmostfragen. Vom Fremdenverkehrsverein Weißenburg wurden Weißenburger Lichtbilder vorgeführt.

Herr Bezirksgärtner Goller, der nachträglich von Herrn Vorstand begrüßt wurde, übermittelte der Versammlung Grüße von H. Studienrat Ries, der leider am Erscheinen verhindert war und hielt sodann einen Vortrag über die Winterbehandlung der Obstanlagen. Für seine Ausführungen wurde er von den Zuhörern mit reichem Beifall gezollt.

Herr Vorstand streifte hierauf noch kurz die Sortenwahl. Ein Antrag betreff Zuschuß vom Verein für Neupflanzungen wurde einstimmig Beschluß gefasst, dass bei Pflanzungen ein 10% Zuschuß geleistet wird, aber nur für solche Bäume, welche durch den Verein bezogen werden.

Ferner wurde beschlossen, die Beiträge für die Wegweiser im Obst- und Gartenbau von 3,50 M. von der Vereinskasse auszulegen u. ½ jährlich von den Lesern einzuheben.

Hierauf gelangten wir zur Preisverteilung des Blumenwettbewerbes. Es gelangten zur Verteilung: 21 erste Preise, 33 zweite Preise u. 32 dritte Preise.

Ein Antrag von Seiten d. H. 1. Vorstandes künftig alle 3 Jahre eine Verlosung des Blumenwettbewerbes wurde einstimmig angenommen.

Nachdem nun keine weiteren Wünsche und Anträge gestellt wurden, schloß Herr Vorstand die Versammlung und dankte den Preisträgern für ihre rege Mitarbeit des Blumenwettbewerbes.

Gez. Der Schriftführer Eder Augustin

Ausschusssitzung am 3.2.32.

Bei Gastwirt Volkert dahier

Zweck der Ausschußsitzung war Festsetzung der Tagesordnung der ordentlichen Generalversammlung. Dieselbe soll am 28. Febr. 1932 nachm. ½3 Uhr bei Gastwirt Volkert abgehalten werden. Es wurde nun folgende Tagesordnung festgelegt:

  1. Jahresbericht

  2. Kassenbericht

  3. Herabsetzen der Mostgebühren

  4. Baumpflege, Zuschuß für Spritzflüssigkeit

  5. Wünsche und Anträge

Weiter soll danach ein Film vorgeführt werden: Rundgang durch die Großgärtnerei u. Samenzucht Blumenschmidt in Erfurt.

Soll ein Antrag eingebracht werden wegen Beitragsermäßigung, so würde vom Ausschuß beschlossen, höchstens 10% zu bewilligen, da anderenfalls vom Verein wenig unternommen werden kann. Hierauf schloß 1. Vorstand H. Augustin die Ausschusssitzung und dankte den Mitgliedern für ihre Mitarbeit im Verein.

Gez. Der Schriftführer Eder, Joh.

Generalversammlung

Am 28. Febr. 1932 nachm. 3 Uhr

Die ordnungsgemäß einberufene ordentliche Generalversammlung fand im Volkert´schen Saale statt. 1. Vorstand H. Augustin eröffnete Punkt 3 Uhr die Versammlung, begrüßte die Erschienenen und dankt für ihr Erscheinen. Insbesondere dem Kreissachverständigen Herrn Studienrat Brandl. Bevor H. Vorstand zur Tagesordnung überging, gedachte er der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Durch Tod verloren wir Prof. Dr. Kleemann Triesdorf, Seitzinger Georg Großbreitenbronn u. Entner Joh. Weiherschneidbach.

Sodann erstattete H. Augustin ausführlichen Jahresbericht, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. Herr Kassier Beyhl gab den Kassenbericht bekannt:

Einnahmen 944,84

Ausgaben 697,45

Kassenbest. 247,39 M

Von der Generalversammlung wurden 2 Herren bestimmt, Herr Eschenbacher Hans von hier u. H. Obergruber Weiherschneidbach, welche die Kasse im einzelnen prüften u. für richtig befunden wurde. Herr Kassier wurde im Namen des Vereins für seine mustergültige Kassaführung gedankt und Entlastung erteilt.

Ein Antrag vom 1. Vorstand: Herabsetzung der Mostgebühren von 3 Pfennigen auf 2 Pfennige das Liter wurde von der Generalversammlung einstimmig angenommen.

Herr Studienrat Brandl hielt auf Ersuchen des Herrn 1. Vorstandes einen kurzen Vortrag über Winterbehandlung der Obstbäume. Ganz besonderen Wert legt er auf die Winterspritzung, die heuer im Vereinsgebiet durchgeführt wird. Zu der W. Spritzung wird für das Jahr 1932 vom Verein ein Zuschuß von 50% für die Spritzflüssigkeit gegeben, um es jedem möglich zu machen seine Obstbäume zu behandeln.

Herr Stettner von Kleinbreitenbronn brachte einen Antrag ein über Vogelschutz. Es solle den Vögeln mehr Nistgelegenheit geboten werden. Insbesondere soll unseren nützlichen Meisen durch Aufhängen von Nisthöhlen solche verschafft werden. Die Generalversammlung hat daraufhin beschlossen einen Betrag von 50 M für Nisthöhlen aufzuwenden und dieselben im Vereinsgebiet zu verteilen. Herr Studienrat Brandl stellte sich in liebenswürdiger Weise bereit dieses Frühjahr noch eine Vortrag über Vogelschutz mit Lichtbildern zu halten. Zugleich sollen bei dieser Gelegenheit die Blumenstöcke für die Preisträger des Blumenwettbewerbes verteilt werden.

Hierauf wurde ein Film von der Großgärtnerei Blumenschmidt Erfurt vorgeführt, welcher von den Anwesenden mit großem Interesse verfolgt wurde.

Herr Eschenbacher dankte im Namen der Mitglieder dem 1. Vorstand Herrn Augustin für seine aufopfernde Hingabe und zielbewußte Führung im Obstbauverein.

Nachdem keine weiteren Wünsche und Anträge gestellt wurden, schloß 1. Vorstand H. Augustin gegen 6 Uhr die Versammlung.

Gez. Der Schriftführer Eder

Außerordentliche Generalversammlung

Am 1. Mai 1932 abends

Nach ordnungsgemäßer Bekanntgabe fand im Saale bei Gastwirt Volkert außerordentliche Generalversammlung des Obstbauvereines statt. Nachdem Herr Augustin am Erscheinen verhindert war, hieß 2. Vorstand Herr Galster alle Anwesenden herzlich willkommen und dankt für ihr Erscheinen. Insbesondere begrüßte er Herrn Kreissachverständigen Studienrat Brandl, der in liebenswürdiger Weise einen Vortrag mit Lichtbildern über Vogelschutz hielt.

Anschließend daran wurden die Blumenstöcke an die Preisträger des Blumenwettbewerbes verteilt. Sodann wurde die Versammlung geschlossen.

Gez. Der Schriftf. Eder

Ausschusssitzung

des Obstbauvereins

Am 19. Aug. 1932 bei Gastwirt Volkert kamen die Ausschussmitglieder des Obstbauvereins zusammen wegen eines Ausfluges nach Dinkelsbühl. Nach einstimmigem Beschluß der Ausschussmitglieder soll die Hälfte der Fahrtauslagen von der Vereinskasse bezahlt werden.

Gez. Der Schriftführer Eder

Auschußsitzung

des Obstbauvereins am 11. Jan 1933

bei Gastwirt Volkert

Es wurde die Tagesordnung für die ordentliche Generalversammlung am 22. Jan. festgelegt

  1. Jahresbericht

  2. Protokollverlesung

  3. Kassabericht

  4. Vortrag d. Herrn Bezirksgärtners Goller über Vorschläge für neuzeitliche Obstverwertung im Obstbauverein Weidenbach u. U.

  5. Kurzer Bericht über Schädlingsbekämpfung im Frühjahr von Eder.

  6. Bericht des 2. Vorstandes H. Galster über neuzeitliches Eindosen.

  7. Wünsche und Anträge: 1. Antrag: Abhaltung eines Baumpflege- und Veredlungskurses. Nach getaner Arbeit zeigt uns H. Goller herrliche Lichtbilder über die Siegesfahrt des Zeppelin RIII nach Nordamerika

Gez. Der Schriftfr. Eder

Generalversammlung

des Obstbauvereins Weidenbach u. Umg.

Am Sonntag, den 22. Jan. 1933 nachm. 3 Uhr fand bei Gastwirt Volkert dahier, nach ordnungsgemäß vorausgegangener Einladung, die ordentliche Generalversammlung statt.

Vorstand Herr Augustin begrüßte alle erschienenen Mitglieder und dankte für ihr Erscheinen. Ganz besonderen Gruß entbot er H. Bezirksgärtner Goller, der trotz der Kälte den weiten Weg mit seinem Motorrad nicht gescheut hat, sowie dem Kreisverbandsvorsitzenden Herrn Studienrat Ries u. dem Kreisfachberater H. Studienrat Brandl.

Sodann erstattete 1. Vorstand den Jahresbericht, wofür ihm durchs starken Beifall Dank gezollt wurde. Auch der Tod hat uns im vergangenen Jahr wieder 2 Pioniere des Obstbauvereins entrissen, nämlich Joh. Schienagel u. Mich. Fucker von hier. Durch Erheben von den Sitzen wurde ihnen in Stille gedacht.

Schriftführer Eder verlas hierauf das Protokoll der vorjährigen ordentlichen Generalversammlung. Da gegen dasselbe keinerlei Einwände gemacht wurden, dankte 1. Vorstand ihm für seine Arbeit im vergangenen Vereinsjahr.

Kassier Beyhl gab nun den Kassabericht bekannt. An Einnahmen 715,96 M – Ausgaben 564,22 M verbleibt ein Kassabestand von 151,74 M. Die Kasse wurde im Einzelnen geprüft von H. Obergruber Weiherschneidbach u. H. Hauptlehrer Föttinger dahier. Die Revision hat gezeigt, dass die Kasse in bester Ordnung ist. Den beiden Herren wurde für ihre Mühewaltung im Namen des Vereins gedankt. Da gegen den Kassabericht nichts einzuwenden war, wurde Herr Kassier für seine mustergültige Kassaführung Entlastung erteilt und herzlichst gedankt.

Auf Antrag soll künftig am Tage der Generalversammlung und weitere 14 Tage die Kassa jedem Mitglied des Vereins beim Kassier zur Einsichtnahme aufliegen.Sodann hielt H. Goller einen sehr interessanten Vortrag über neuzeitliche Obstverwertung im Obstbau. Ganz besonders hob er hervor, die Obstmärkte im Frühherbst nicht mit haltbarem Winterobst zu beschicken, sondern sie in Lattenkisten in geräumigen Kellern zu lagern, die ja überall auf dem Lande durch eingegangene Brauereien meist leer stehen. In solchen Kellern aufbewahrtes Obst würde sich leicht bis März halten und mit wenig Ausfällen auch gut verkaufen lassen. Es dürfte da allerdings nur erstklassiges Obst eingelagert werden. Herr Studienrat Brandl wurde schon von längerer Zeit vom 1. Vorstand ersucht mit H. Sammeth Rücksprache zu nehmen wegen Bereitstellung eines Mostraumes, da der bisherige Raum gekündigt ist.

In längeren Ausführungen schildert H.St. Brandl wie sich das vereinsmäßige Einlagern von Obst und Wein in derartigen Räumen ausführen lässt. Er beglückwünschte sogleich den Verein zu seinem Unternehmen, was sich nur um Vereinbarungen mit Herrn Sammeth handelt. Auf Antrag des 1. Vorstandes soll der gesamte Ausschuß der Sache näher treten, um verbindliche Kostenvoranschläge für Umbauarbeiten einzuholen. In die Kommission wurde noch gewählt Herr Zeitler als Kellermeister u. Herr Obergruber Weiherschneidbach als Fachmann um die Voranschläge zu prüfen. Ist nun die Sache soweit vorangeschritten, dann soll eine außerordentliche Generalversammlung bei Veitengruber stattfinden, damit jedes Mitglied die Räumlichkeiten für passend oder ungeeignet erklären kann. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Schriftführer Eder forderte die Mitglieder auf sich an der Winterspritzung vollzählig zu beteiligen, da nur durch gemeinsame Bekämpfung den Schädlingen Einhalt gemacht werden kann.

Sodann erstattete 2. Vorstand Galster ausführlich Bericht über neuzeitliches Eindosen, welcher von den Anwesenden mit großem Interesse verfolgt wurde. Von Stettner Kleinbreitenbronn wurde der Antrag eingebracht, einen 2-tägigen Veredelungskurs abzuhalten. Nach längerer Debatte wurde derselbe einstimmig angenommen.

Ein Antrag vom 1. Vorstand, dass der Verein geschlossen zum Landesverband übertreten soll, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Den Mitgliedern werden dadurch keine neuen Lasten auferlegt, sondern von den 2 M Vereinsbeitrag, soll 1 M an den Landesverband abgeführt werden. Die Vereinskasse ist allerdings dadurch geschädigt. Herr Studienrat Ries begrüßte diesen Antrag aufs beste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass er in die Vereinskasse 20 M bezahle, wenn von sämtlichen Vereinsmitgliedern dieses Frühjahr alle Bäume gekalkt werden. Hierauf zeigt uns Herr Bezirksgärtner Goller herrliche Lichtbilder von der weltbekannten Siegesfahrt des Zeppelin R. III. nach Nordamerika. Nach Beendigung dieses Vortrages dankte H. Vorstand Augustin allen Anwesenden für ihre treue Mitarbeit und schloß die Versammlung mit dem Wunsche, dass uns heuer ein obstreiches Jahr beschieden sein möge.

Gez. Eder

Ausschusssitzung

des Obstbauvereins am 29. Mai 1933

bei Veitengruber dahier. Nach vorausgegangener schriftlicher Einladung fanden sich fast sämtliche Ausschussmitglieder ein. Zweck der Sitzung war eine Besichtigung bzw. Besprechung mit Herrn Sammeth wegen eines Mostraumes in der Brauerei Veitengruber. Zu einer Einigung mit Herrn Sammeth kam es jedoch nicht. Vorstand Augustin dankte allen Anwesenden Herren für ihre Mitarbeit und schloß die Ausschusssitzung.

Gez. Der Schriftführer Eder

Auschußsitzung

des Obstbauvereins am 3. Jan. 1934

bei Volkert dahier. Zweck der Sitzung war das 30-jährige Jubiläum des Bezirksobstbauverbandes sowie die ordentliche Generalversammlung. 2. Vorstand Galster eröffnete die Sitzung und erteilte dem seit Sommer beurlaubten 1. Vorstand das Wort. Dieser schilderte wie sich die Veranstaltung auswirken soll. Dem Verein sollen keine weiteren Kosten erwachsen. Für Saaldekoration hat der Verein Sorge zu tragen. Das Singen der Volkslieder soll von den Schulkindern, geleitet von Herrn Hauptlehrer Föttinger, die Sprechchöre werden vom Turnverein gestellt.

Für Generalversammlung wurde folgendes Programm aufgestellt:

  1. Jahresbericht v. 2. Vorstand

  2. Protokollverlesung

  3. Kassenbericht

  4. Wahl des Führers

  5. Referat u. Blumenschmuck

  6. Wünsche und Anträge

Das 30-jährige Jubiläum findet bei Ströbel am 28.1.34., die ordentliche Generalversammlung am 4.2. bei Volkertstatt. Hierauf schloß 1. Vorstand die Sitzung.

Gez. Der Schriftfr. Eder

Generalversammlung

Am 4. Febr. 1934

Die ordnungsgemäß eingeladene ordentliche Generalversammlung des Obstbauvereins Weidenbach u. Umg. fand heute nachm. 3 Uhr bei Augustin statt. 2. Vorstand Herr Galster eröffnete die Versammlung u. erstattete kurzen Jahresbericht. Den beiden Verstorbenen Herrn Weckerlein Weiherschneidbach und Herr Heumann Nehdorf wurde durch Erheben von den Sitzen in Stille gedacht.

Anschließend sprach 1. Vorstand vorerst dem 2. Vorstand Herrn Galster für seine Vertretung im Jahr 33/34 der herzlichsten Dank aus. Er gab noch kurze Erläuterungen von der Kreisversammlung in Uffenheim und von der Vertreterversammlung in Feuchtwangen. Sodann ernannte er Herrn Kassier Beyhl für seine über 30-jährige treue und gewissenhafte Tätigkeit als Kassier als Ehrenmitglied. Als äußeres Zeichen des Dankes wurde ihm ein Ehrenbrief verliehen.

Herr Beyhl dankte in kurzen Worten der Ehrung. Hierauf gab der Kassier den Kassabericht bekannt.

Kassabestand vom Vorjahr 151,74 M

Einnahmen 821,70 M

Ausgaben 742,57 M

Verbleibt ein Kassabestand von 78,60 M (Bemerk. Rohse: Sollte 79,13 M betragen)

Da gegen die Kassaführung nicht einzuwenden war, wurde ihm vom Vorstand Dank und Entlastung erteilt.

Schriftführer Eder verlas das Protokoll der vorjährigen ordentlichen Generalversammlung. Da keinerlei Einwände gemacht wurden, wurde auch ihm für seine Mitarbeit gedankt.

Zu Punkt 4 der Tagesordnung angelangt, übergab der 1. Vorstand die ganze Vereinsführung an Herrn Bezirksgärtner Goller, der als Unparteiischer die Wahl des 1. Führers zu leiten hatte. Die Wahl wurde schriftlich abgestimmt.

Von 35 abgegebenen Stimmen entfielen auf Augustin 33, auf Galster 2.

In Worten des Dankes sprach nun der neugewählte Führer für das vertrauen, das ihm durch die Wahl entgegen gebracht wurde. Da, wie überall der Führer bestimmt, ernannte er auch seine Mitarbeiter des Vereins.

Herr Beyhl legte sein Amt als Kassier wegen vorgerückten Alters nieder.

Alsdann wurden bestimmt als stellvertretender Führer der bisherige 2. Vorstand H. Galster, der bisherige Schriftführer Eder als Kassier, als Schriftfr. H. Helmreich Fritz dahier, als Ausschussmitglieder die Herren Stettner Kleinbreitenbronn, Probst Großbreitenbronn, Weckerlein Weiherschneidbach, Eder Nehdorf, Hochmann Leidendorf, Horn jun. Esbach und Herrmann Georg Weidenbach.

Herr Bezirksgärtner Goller verlas sodann die oberpolizeilichen Vorschriften für die Schädlingsbekämpfung, welche überall durchgeführt werden muß. Er erläuterte sehr eingehend die Durchführung der Generalreinigung, die in allen Gärten bis Ende März durchgeführt sein muß. Auch bei uns sollen diese Arbeiten unter Aufsicht der Vereinsbaumwarte ausgeführt werden.

Der Führer des Vereins stellte nun den Antrag, zur Behebung des Gemüsebaues an jedes Mitglied je eine Packung Kopfsalat, Gurken zum Einlegen und 1 Portion Rettich gratis zu verteilen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Nachdem keine weiteren Anträge gestellt wurden, schloß gegen 6 Uhr der Führer die Versammlung.

Gez. Eder

Ausschusssitzung

Des Obstbauvereins

am 16. Sept. 1934 bei Volkert dahier

Nach Begrüßung sämtlicher Vertrauensmänner durch den Führer H. Augustin wurde folgende Tagesordnung für die außerordentliche Generalversammlung am 23. Sept. 34 bei Volkert dahier, festgelegt.

  1. Blumenprämierung

  2. Bericht über die Landesverbandstagung in Würzburg

  3. Vortrag des Bez. Gärtners Goller über Generalreinigung

  4. Niederlegung des Führeramtes W. Augustin

  5. Wahl des neuen Führers

  6. Verbilligte Torfmullbestellung

  7. Sammelbestellung u. Wegweiserbestellung

  8. Obstbaumbestellung

Gez. Der Schriftfr. Eder

Generalversammlung

Des Obstbauvereins Weidenbach u. Umg.

Nach ordnungsgemäß vorausgegangener Einladung fand am 23. Sept. nachm. 3 Uhr bei Gastwirt Volkert dahier eine außerordentliche Generalversammlung statt.

Der 1. Führer Herr Augustin begrüßte alle Anwesenden mit dem Deutschen Gruß! Heil Hitler, und ging sodann in die Tagesordnung über. Er verlas die Namen der Sieger des Blumenwettbewerbes, von denen 10 erste Preise, 28 zweite Preise, 33 dritte Preise hervorgingen. Er forderte die Mitglieder auf auch weiterhin den Blumen am Fenster und Ziergarten die nötige Pflege angedeihen zu lassen. Nachdem nun Herr Bezirksgärtner Goller am Erscheinen verhindert war, übernahm H. Studienrat Brandl in liebenswürdiger Weise den Bericht über die Landesverbandstagung in Würzburg.

Herr Augustin erstattete Bericht über die Generalreinigung der Obstgärten, welche immer noch hier und das in schlechtem Zustand sich befinden. Er ermahnte die Mitglieder gerade in diesen dringenden Aufgaben in vorbildlicher Weise zu arbeiten.

Zu Punkt 4, Niederlegung des Führeramtes, ergriff Herr Augustin das Wort. Er schilderte den Anwesenden, dass es ihm auf Grund seiner beruflichen Umstellung nicht mehr möglich ist die Führung des Obstbauvereins weiterhin zu leiten. Als weiteren Führer ernannte er Herrn Studienrat Brandl, Triesdorf. Durch Erheben von den Sitzen wurde H. Studienrat Brandl einstimmig zum Führer des Vereins gewählt. Ganz unvorbereitet erklärte sich Herr Str. Brandl bereit die Führung des Vereins zu übernehmen. Er Dankte sogleich allen Anwesenden für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und forderte sie auf, auch mit ihm in gewohnter Weise weiter zu arbeiten zum Segen des heimischen Obstbaues und zum Segen des Deutschen Volkes und Vaterlandes.

Die Torfmullbestellung soll durch die Gemeinden betätigt werden.

Auch soll nach Beschluß der Versammlung die Gratisverteilung von Samen beibehalten werden, da heuer die Mitglieder sich sehr lobend ausgesprochen haben. Die Obstbaumbestellung wurde den Vertrauensleuten übertragen, die dieselbe bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bei Herrn Studienrat Brandl abzuliefern haben. Zu Wünsche und Anträge angekommen wurde der Antrag gestellt die Mostpresse entweder zu erneuern oder mindestens einen neuen Korb für die alte anzuschaffen. Auch eine zweite Beerenpresse und eine kleine Beerenmühle wäre dringend nötig, da die Erträge der Beeren von Jahr zu Jahr steigen.

Mit einem 3-fachen Sieg Heil auf unseren Führer und Volkskanzler schloß nun der bisherige Führer Herr Augustin die Versammlung.

Get. Der Schriftfr. Eder

Ausschusssitzung

Durch schriftliche Einladung des Vereinsführers H. Studienrat Brandl, versammelten sich fast alle Vertrauensleute am Sonntag, den 9. Dez. 34 nach dem Gottesdienst bei Volkert dahier zu einer kurzen Besprechung. Herr Studienrat begrüßte alle Anwesenden mit Heil Hitler. Zum ersten Male, so führte er aus, habe ich heute die Vertrauensleute hierher gebeten. Ich möchte nur wünschen, dass jeder an der Führung des Vereins seinen Teil beiträgt. Er habe beabsichtigt noch vor Weihnachten mit Herrn Bezirksgärtner Goller einen Teil der Obstgärten zu besichtigen.

Auch gedachte der 1. Führer dem bisherigen Führer Herrn Augustin für seine 8-jährige Tätigkeit als 1. Vorstand ein Ehrengeschenk zu überreichen. Es wurde einstimmig beschlossen ein solches im Werte von 10 RM zu kaufen. Mit dem Kauf wurde Herr Studienrat Brandl beauftragt.

Auch wurde Beschluß gefasst heuer wieder die Vereinsmitglieder durch eine Gratisverteilung zu erfreuen. Die ordentliche Generalversammlung soll wenn möglich noch Mitte Januar gehalten werden, was eine nochmalige Zusammenkunft der Vertrauensleute bedingt. Mit Worten des Dankes schloß der Führer die Sitzung.

Gez. Der Schriftfr. Eder

Auschußsitzung

des Obstbauvereins Weidenbach u. Umg.

Am 13. Jan. 35 bei Gastwirt Volkert dahier. Nach Begrüßung der Vertrauensleute durch den 1.

Vereinsführer wurde folgende Tagesordnung beschlossen.

Die ordentliche Generalversammlung soll am 27. Jan. nachm. ½3 Uhr bei Volkert dahier abgehalten werden. Auf Vorschlag des Führers soll dieselbe 1. in einen technischen Teil und 2. in einen geschäftlichem Teil bearbeitet werden.

  1. Technischer Teil

    1. Bericht über die Schulungskurse des Landesverbandes

    2. Vortrag d. H. Bezirksgärtners Goller über die Erzeugungsschlacht auf obstbaulichem Gebiet.

    3. Die Notwendigkeit weiterer Umveredlungen.

  2. Geschäftlicher Teil

    1. Ehrung des bisherigen Vereinsführers H. Augustin

    2. Tätigkeitsberichte

    3. Rechnungsbericht

    4. Beiträge u. Wegweiser

    5. Ortsgruppeneinteilung u. Obmänner

    6. Blumenschmuckprämierung

    7. Wanderversammlungen

    8. Samenverteilung

    9. Wünsche und Anträge

Gez. Der Schriftfr. Eder

Jahresbericht 1934

Der Verein zählt zur Zeit 141 Mitglieder. Durch Tod verloren wir am 20. Februar Meister Leidendorf, 20. März Eder Fritz dahier und am 1. April Frank Leonhard Großbreitenbronn. Das abgelaufene Jahr stand im Zeichen der Generalreinigung und Schädlingsbekämpfung, konnte aber im Frühjahr nicht ganz durchgeführt werden. Ganz besonders hatte wir an einer außerordentlichen Trockenheit zu leiden. Die Baumblüte war mit wenigen Ausnahmen günstig. Kirschen gab es reichlich. Äpfel und Birnen war eine gute Mittelernte zu verzeichnen. Zwetschgen gab es sehr wenig. Wir bemühten uns daher ein größeres Quantum Zwetschgen zu beziehen, wofür sich Herr Augustin um Baumwart Beyer ganz besonders in den Dienst gestellt haben. Im Namen des Vereins sei ihnen nochmals bestens gedankt. Dieselben konnten für 7 u. 8 Pfennigen das Pfund verkauft werden. Die Beerenernte war ebenfalls reichlich. Die Mostgeräte wurden nicht besonders in Anspruch genommen. Im ganzen wurden 38 hl gemostet, hiervon 5 hl Süßmost. Abgehalten wurden eine außerordentliche Generalversammlung und 3 Auschußsitzungen. Der 1. Vereinsführer H. Augustin musste wegen beruflicher Umstellung die Führerschaft niederlegen. Dieselbe liegt nun in den bewährten Händen des Herrn Studienrat Brandl Triesdorf. Die Blumenprämierung, die seit 3 Jahren durchgeführt wurde, geht ihrem Ende entgegen. Trotzdem möchte ich den Mitgliedern zurufen ”Schmücke Dein Heim”.

Möge denn im Jahr 1935 Gottes Segen wieder auf unseren Fluren ruhen, uns gesund erhalten, auf dass wir alles verwalten und pflegen können zum Nutzen unseres Volkes und Vaterlandes.

Get. Eder Schriftfr.

Ausschusssitzung

Am 9.3.34

bei Gastwirt Volkert

Generalversammlung

Des Obst- und Gartenbauvereins Weidenbach u. Umg.

Nach vorausgegangener schriftlicher Einladung jedes einzelnen Mitgliedes konnte die heute, den 27.1.35. im Volkert´schen Saale anberaumte ordentliche Generalversammlung gegen 3 Uhr nachm. ihren Anfang nehmen. 1. Vereinsführer Herr Studienrat Brandl Triesdorf begrüßte alle Erschienenen mit dem Deutschen Gruß Heil Hitler. Besonderen Gruß entbot er den Bezirksbauernfr. Herrn Dietz Großbreitenbronn, Ortsbauernfr. Eder dahier sowie Herrn Bezirksgärtner Goller Feuchtwangen.

Zu A. Technischer Teil erstattete als erster der Vereinsführer kurzen Bericht über die Landesverbandsschulungstagungen.

Sodann sprach Herr Goller über Erzeugungsschlacht auf obstbaulichem Gebiete. Den Obstbauern solle weiterhin mehr Sorgfalt angedeihen werden lassen.

Ganz besonders ging er auf die Generalreinigung der Obstbäume ein, welche sich auf Pflege u. Düngung derselben, sowie Schädlingsbekämpfung, sei es als Winterspritzung oder Vor- und Nachblütenspritzung bezieht. Auch mit der Veredlung schlechter Träger oder nicht passender Sorte dürfe kein Halt gemacht werden, solange noch solche in den Gärten zu finden sind.

Der Führer dankte dem Redner für seine mit großem Beifall gezollten Ausführungen. Es spielte sich eine längere Debatte ab über Obstsorten und Standort der Obstbäume.

Zum Teil B. Geschäftlicher Teil übergehend ergriff der 1. Vereinsfr. Das Wort und zwar Ehrung des bisherigen Führers Herrn Augustin. Er überreichte ihm eine Ehrengabe in Form einer Fruchtschale, wofür Herr Augustin dem Führer des Vereins und dem gesamten Verein herzlich dankte. Kurze Jahresberichte wurden bekannt gegeben vom Vereinsfr. U. Schriftfr. Eder.

Vom Kassier Eder wurde nun der Klassabericht erstattet. An Einnahmen 319,75 M. Ausgaben 268,56 M., verbleibt ein Kassabestand von 51,19 M. Da von Seiten der Mitglieder keine Einwendungen gemacht wurden, wurde ihm Dank und Entlastung erteilt.

Zu Punkt Beiträge und Wegweiser gab Herr Str. Brandl nähere Aufklärung.

Für die im vorigen Jahr durchgeführte Blumenschmuckprämierung wurden die Gutscheine für Preise verteilt. Die Preise können bei wärmerer Witterung bei dem 1. Vereinsfr. Abgeholt werden.

Auch die Samenverteilung an alle Mitglieder soll wieder gratis durchgeführt werden und alle Jahre beibehalten werden.

Bei Punkt Wünsche und Anträge kam es zu verschiedenen Aussprachen, Erneuerung der Obstpresse, Anschaffung einer Beerenweingarnitur und einer Spritze. Nach Beschluß der Generalversammlung wurden die Anschaffungen bzw. Instandsetzung der Vorstandschaft überlassen.

Mit den Worten des Dankes und einem 3-fachen Sieg Heil auf unseren Führer und Reichskanzler schkloß Herr Studienrat Brandl gegen 6 Uhr die Versammlung.

Gez. Der Schriftfr. Eder

Ausschusssitzung

am 10. Febr. 35.

bei Gastwirt Reinert

Nach Begrüßung durch den 1. Vereinsführer wurde einstimmig die Anschaffung einer neuen Spritze (Neptun) beschlossen. Dieselbe kann auf jedes Faß oder Schaff aufmontiert werden. H. Stdr. Brandl stelle dem Verein in liebenswürdiger Weise ein gebrauchtes Faß zur Verfügung.

Auf 2 vom Bezirksverband angesetzte Wanderversammlungen in Arberg und Thürnhofen machte der 1. Vereinsfr. Die Vertrauensleute aufmerksam und ermahnte sie zur Teilnahme an derselben. Mit dem Deutschen Gruß endete die Versammlung.

Gez. Eder Schriftfr.

Generalversammlung

des Obst- und Gartenbauvereins Weidenbach und Umg.

am Samstag, den 14. Dez. 1935

bei Mitglied Rögner Triesdorf

Der Obstbauverein hat für heute den 14. Dez. seine Mitglieder schriftlich zu einer Filmvorführung in der Turnhalle in Triesdorf eingeladen. Nach derselben versammelten sich ungefähr 51 Mitglieder und 4 Gäste des Vereins im Nebenraum bei Gastwirt Rögner Triesdorf zu verschiedenen vereinstechnischen Fragen. 1. Führer des Vereins Herr Str. Brandl begrüßte die Anwesenden mit dem Deutschen Gruß, besonders begrüßte er Herrn Bezirksgärtner Goller.

Sodann folgten von H. Str. Brandl u. H. Goller Aussprache über den Film. Herr Goller hob besonders die Bodenbearbeitung und Düngung der Obstbäume hervor, welche eigentlich die ersten und wichtigsten Förderungsmaßnahmen für unsere Obstgärten sein sollten.

Die Baumpflegearbeiten müssen heuer restlos im ganzen Vereinsgebiet durchgeführt werden.

Diejenigen Baumbesitzer, die zu einem von der Gemeinde festgesetzten Termin ihren Baumbestand nicht oder nur mangelhaft ausgeführt haben, werden auf Grund der bezirkspolizeilichen Vorschriften die Arbeiten auf Kosten der Säumigen ausgeführt.

Herr Bezirksgärtner forderte die Mitglieder zu Gemeinschaftspflanzungen und pflegen von Neuanlagen auf, da hierfür vom Reichsnährstand ganz erhebliche Zuschüsse bereitgestellt sind.
Im Laufe des Winters will H. Str. Brandl, wenn irgend möglich, einige Wanderversammlungen im Vereinsgebiet abhalten. Nachdem keine weiteren Wünsche und Anträge gestellt wurden, schloß der Vereinsführer mit einem 3-fachen Sieg Heil auf unseren Führer A. Hitler die Versammlung.

Gez. Der Schriftfr. Eder

Ausschusssitzung

am 12. Januar 1936

bei Gastwirt Volkert dahier

Nach schriftlicher Einladung aller Obmänner haben dieselben vollzählig Folge geleistet. 1. Vereinsfr. H. Str. Brandl begrüßte mit Heil Hitler und ermahnte sie auch im neuen Arbeitsjahr ihn in jeder Hinsicht zu unterstützen. Jeder Obmann, so führte er aus, müsse ihm für seine Ortschaft verantwortlich sein.

Er bestimmte für jeden Obmann einen Ersatz und zwar für Stettner, M. Wolf Joh. Willendorf. Für Probst L. Simon Bammersdorf, Leidendorf Reinhard u. Hochmann, Nehdorf. Eder u. Dürr Fr. u. Klein Rosenhof. Weiherschneidbach, Weckerlein u. Obergruber Fritz zu Schwab Kolmschneidbach, Seßler Irrebach Esbach Horn u. Meier M. für Haag u. Oberndorf Kernstock v. O.dorf.

Es wurde beschlossen für die Schädlingsbekämpfung wieder eine neue Spritze und an der alten Karrenspritze einen neuen Schlauch u. Spritzrohr anzuschaffen. Die im vorigen Jahr gekaufte Spritze soll fahrbar gemacht werden.

Lauf einstimmigem Beschluß soll den 3 Baumwärtern Beyer, Eder u. Rieger der Wegweiser für Obst- und Gartenbau von der Vereinskasse bezahlt werden. Ebenso soll für Spritzungen bei Nichtmitgliedern für sämtliche Flüssigkeiten 25% mehr verrechnet werden. Auch den Baumwarten wurde zur Pflicht gemacht, den Verdienst bei Mitgliedern u. Nichtmitgliedern um 5 – 10 Pfennige pro Stunde zu stufen, damit allmählich die uns noch fern stehenden den Wert der Organisation erkennen. Der Vereinsführer setzt sich mit den Bürgermeistern des Vereinsgebietes in Verbindung, welche einen Termin bestimmen, an dem alle Obstbäume gereinigt sein müssen. Eine Kontrolle bestehend aus H. Str. Brandl oder H. Bezirksgärtner und 2 Obmännern der Ortschaft werden nach dem genannten Termin sämtliche Obstanlagen besichtigen. Für Weidenbach wurde bestimmt Stellvertr. Vereinsfr. H: Galster u. Kassier Eder. Beide genannten und 1. Vereinsfr. H. Str. Brandl werden sich mit H. Brauereibesitzer Sammeth zwecks Unterbringung der Mostgeräte in Verbindung setzen, ob nicht in der Brauerei Veitengruber ein geeigneter Raum dem Verein pachtweise überlassen würde.

Die Hauptversammlung soll voraussichtlich am 2. Febr. bei Volkert dahier gehalten werden.

Mit dem Deutschen Gruß schloß nun H. Str. Brandl die Ausschusssitzung.

Gez. Eder Schriftfr.

Hauptversammlung des Obstbauvereins Weidenbach u. Umgeb.

im Gasthaus Volkert am 2. Februar 1936

Anwesend waren 46 Mitglieder. Vereinsführer Herr Studienrat Brandl eröffnete nachmittags 3 Uhr mit dem Deutschen Gruß die Versammlung. Er sprach an Ausschuß- u. Vereinsmitglieder herzlichen Dank für treue Mitarbeit aus, welche beizubehalten notwendig ist, um die vom Führer befohlene Erzeugungschlacht zu gewinnen. Der verstorbenen Mitglieder Probst Gg., Sammeth Alex, Gebert Wilh. U. Krug wurde durch Erheben von den Sitzen ehrend gedacht. Die Vorschrift einer gründlichen Säuberung der Gärten wurde meist befolgt, muß aber überall durchgeführt werden, um zum Ziel zu kommen. Die Teilnehmer des Obstbaulehrkurses führten heuer eine gründliche Reinigung in Kolmschneidbach durch unter sachverständiger Leitung. Unser Verein besuchte auch den Nachbar-Ver. Arberg u. fand dort die Obstgärten in guter Pflege.

Am 14. Dez. 35 fand ein Filmvortrag der J.G.F. in der Kreisackerbauschule Triesdorf statt.

Eine neue Baumspritze wurde angeschafft u. im Lauf des Jahres nochmals eine, um den vielen Schädlingen Einhalt zu tun. H. Reinert macht das Untergestell z. Spritze. H. Vorst. Schenkt dazu ein Faß.

Die Obsternte im Jahr 1935 war nicht zufriedenstellend. Der Hauptgrund war die große Trockenheit. Dazu gab es noch mehr Schädlinge als sonst. Besonders Apfelblattsauger u. Schorfkrankheit. Mit der guten Pflege soll nicht nachgelassen werden, wenn auch 1935 nur eine kleine Ernte war. Bäume mit guter Bodenfeuchtigkeit gaben gute Erträge u. war deshalb reichliche Bewässerung sehr lohnend. Regelmäßige Düngung u. im Frühjahr etwas Jauche sollen nicht vergessen werden bei allen Obstbäumen.

Heuer ist das letzte Jahr im alten Mostraum bei Volkert und muß sich der Ausschuß um eine neue gute Unterkunft bemühen. Jedem Ausschussmitglied in den Einzelnen Ortschaften wurde ein zweiter Obmann beigegeben, um der pünktlichen und rastlosen Arbeit, die gefordert werden muß, nachzukommen, wenn der Verein seinen Zweck erfüllen soll. Die Zahl der Wegweiserleser soll nicht zurückgehen, wenn jetzt derselbe direkt durch die Post bezogen werden muß.

Viele Vereinsmitglieder haben Gaben fürs Winterhilfswerk zum Eindosen geschickt u. wird hierfür gedankt. Das waren in den Hauptpunkten die Ausführungen des Ver.-führers.

Nun berichtete H. Hs. Eder über die Kassenführung.

An Einnahmen wurden gebucht M. 863,98, an Ausgaben M. 560,52, so dass ein Bestand von M. 303,46 zu verzeichnen ist. Nach Prüfungen der Rechnungen u. Einverständnis der anwesenden Mitglieder wurde Entlastung des Kassiers erteilt mit Worten herzlichen Dankes vom Vorstand für seine Mühewaltung.

Vom Eindosen berichtete W. Galster kurz, dass es immer noch zunimmt. Sonst gibt es nichts Neues dabei. Das Eindosen von Steinpilzen sei zu empfehlen. Der Vorstand forderte als ersten Pflichtpunkt die Schädlingsbekämpfung u. gab viele gute Anweisungen. Er wies hin auf die Ortspolizeilichen Vorschriften, in denen Strafe gegen Säumige ausgesprochen ist. Herr Bezirksgärtner Goller, der erst von einer anderen Versammlung eingetroffen ist, wird vom H. Vorstand begrüßt. Ersterer gibt nun viele genaue Anweisungen in den verschiedenen Schädlingsbekämpfungsmitteln. Wenn viele alte Bäume entfernt werden müssen, soll doch auf Neuland gepflanzt werden, auch bei Hausgärten ist es sehr ratsam. Überhaupt sollten die Gärten vergrößert werden. Leere Wandflächen sollen für Obstbau ausgenützt werden. Dem Vogelschutz, hauptsächlich der Anlockung durch Meisen als den natürlichen Schädlingsbekämpfern soll größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es wurden viele gute Anweisungen hierfür gegeben. Obstbau und Bienenzucht sollten Hand in Hand gehen, weil der Obstbau großen Nutzen von den Bienen hat. Nicht zur Flugzeit spritzen. Zum Anlocken der Bienen sollen Haselnuß, Saalweide u. versch. passende Kleesorten angebaut werden. Jedes Mitglied erhält auch heuer wieder eine Samengratisgabe u. wenn gewünscht, edle Pfefferminzwurzel. Auf die großfrüchtige, rankenlose Monatserdbeere wurde hingewiesen.

Für den Verein soll geworben werden. Jahresbeitrag nur M. 2.-. Nichtmitglieder haben für Spritzungen mehr zu zahlen. Die Baumbestellungen soll nun immer durch die Baumwarte erfolgen.

Herr Dr. Meier regt an, dass in Zukunft doch auch die Frauen kommen sollen, da für sie sehr viele wichtige Fragen behandelt werden.

Der Blumenschmuck soll auch nicht vernachlässigt werden. Die Gummihütchen auf Süßmostflaschen werden empfohlen. Im Jahr 1935 wurden 870 l Most u. 570 l Süßmost mit Vereinsgeräten bereitet. Auf ordnungsgemäße Benutzung des Gerätes wurde hingewiesen.

Im Sommer ist ein Ausflug u. fröhliche Zusammenkunft geplant. Mit dem Wunsch einer guten Ernte u. einem ”Sieg Heil” auf den Führer Adolf Hitler u. den Reichbauernführer wurde die Versammlung gegen 6 Uhr geschlossen.

Gez. Galster

Außerordentliche Versammlung

zwecks Annahme der neuen Satzungen

am Dienstag, den 10. März 1936 bei Reinert

Abends 8 Uhr begrüßte H. Studienr. Brandl die 58 erschienenen Mitglieder mit dem Deutschen Gruß. Er verlas sodann die neue Satzung mit einigen Erläuterungen. Auf Befragung durch den Vorstand wurde dieselbe einstimmig angenommen. Herr Vorstand teilte dann den Rücktritt der gesamten Vorstandschaft mit. Der Vertreter des Reichsnährstandes Herr Fritz Eder erwähnt, dass die bewährten Kräfte des Vereins, gegen die keine politischen Bedenken vorliegen, dem Verein erhalten bleiben müssen.

Der Vorstand betont die schwere Leitung des Vereins wegen der weiten Verzweigung an vielen Dörfern. Er könne die Vorstandschaft nicht beibehalten, wenn er nicht seine Mitarbeiter beibehalten können, die nach den Satzungen möglicherweise abtreten sollen. H. Eder sagt, dass er noch Rücksprache mit dem Kreisbauernführer nehmen werde, dass aber seiner Voraussicht die Mitarbeiter bleiben können, da sonst ein gedeihliches nicht möglich ist. Herr Studienrat Brandl übernimmt dann die Vorstandschaft wieder u. bestimmt als Stellvertreter Herrn Hans Eder u. Schriftführer Galster. Der Rechner wird später noch von ihm bestimmt.

Im übrigen wird nochmals, wie an der Hauptversammlung, auf die dringenden praktischen Arbeiten im Obstbau hingewiesen. Im Frühjahr soll noch mal eine Versammlung stattfinden. Mit einem dreifachen ”Sieg Heil” auf Führer Adolf Hitler u. Reichsbauernführer wurde die sehr anregende Versammlung um ¾ 10 Uhr geschlossen.

Gez. Galster

 

Teil 3

Protokolle: 10.03.1936 bis 14.03.1937

 

Niederschrift der außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag, den 10.3.36 im Gasthaus Reinert.
Anwesend: 58 Mitglieder
Vereinsführer Herr Studienrat Brandl eröffnete die vor 14 Tagen anberaumte Versammlung abends 8 Uhr mit dem deutschen Gruß.Auf der Tagesordnung stehen:
1. Die neuen Satzungen des Gartenbausvereins
2. Neuwahl
3. Aufforderung zur Schädlingsbekämpfung
4. Pflanzen- und Samenbezug
5. FachblattZu 1.) Die neuen Satzungen werden durch den Vereinsführer verlesen und die Versammlung gefragt, ob diese angenommen werden. Es erfolgt einstimmige Annahme. Auch wird die Versammlung gefragt, ob der Verein eingetragen werden soll, und es wird dies beschlossen.zu 2.) Der Vereinsführer erklärt den Rücktritt der gesamten Vorstandschaft und bittet den Vertreter des Reichsnährstandes Ortsbauernführer Fritz Eder die Neuwahl zu betätigen. Dieser erwähnt, daß nur bewährte Kräfte an der Spitze des Vereins sind und diese erhalten bleiben sollen. Der Vereinsführer bespricht die schwere Leitung des Vereins wegen der vielen Ortschaften, die hierher gehören. Er müßte unbedingt auch die bisherigen Obmänner haben. Herr Eder sagt, daß auch diese bleiben können, wenn es auch nicht in den Satzungen steht. Er will bei Gelegenheit mit dem Kreisbauernführer sprechen. Als Vereinsführer bleibt nach lebhafter Zustimmung der Anwesenden, Herr Studienrat Brandl, als Stellvertreter wird Herr Hans Eder, als Schriftführer Herr Wilh. Galster von ihm bestimmt. Ein Rechner wird später bestimmt.Zu 3.) Herr Eder fordert jetzt dringend die sofortige Spritzung. Vereinsführer erwähnt, daß jeder spritzen muß, denn es wird die Schädlingsbekämpfung von der Regierung aus gefordert. Herr Bez. Gärtner Goller soll jetzt die Gärten kontrollieren. Es wird von verschiedenen Seiten zur Vorsicht bei Spritzungen auf Unterkultur geraten, z.B. stirbt Klee ab. Man soll mit alten Decken oder Papier die Unterkultur abdecken. Vereinsführer: Die neue Spritze ist in Großbreitenbronn bei Herrn Probst für die dortigen Gärten bereit.Zu 4.) Der bestellte Samen ist verteilt. Der Gratissamen kann nächste Woche Ortsweise im Hofgarten abgeholt werden. Samen wie auch Pflanzen können in Zukunft dort bezogen werden, so daß eine Bestellung in Zukunft nicht mehr in Frage kommt. Obstbäume können auch bei den Vereinsbaumwarten bestellt werden.Zu 5.) Herr Eder fordert auf, daß der Wegweiser für Obst- und Gartenbau von jedem gelesen werden soll, was der Vereinsführer noch dadurch unterstreicht, weil auch die Hausfrauen viele nützliche Anregungen erhalten.Im Frühjahr soll nochmals eine Versammlung abgehalten werden.Mit einem dreifachen "Siegheil" auf unseren Führer Adolf Hitler und den Reichsbauernführer Darrè wurde die Versammlung um 3/4 10 Uhr durch Herrn Vereinsführer Brandl geschlossen.gez. Galster gez. Eder gez. Brandl
Außerordentliche Mitgliederversammlung am 15.11.36 im Gasthaus Volkert.
Der Vereinsführer eröffnete die Versammlung um ½ 3 Uhr mit dem Deutschen Gruß.
Er schilderte kurz das Erntejahr der verschiedenen Obstarten. Besonders die Äpfel haben uns heuer im Stich gelassen. Die Gebefreudigkeit der Mitglieder wurde durch die in Triesdorf gefüllten Konservendosen bewiesen.
In der Vorstandschaft sind: 1. Führer H. Stdrat. Brandl. 2. Fhr. Eder,J. Schriftwart Galster, dann Probst Großbrbr., Obergruber Weiherschneidbach.H. Bezirksgärtner Goller wurde zur Versammlung eingeladen, konnte aber aus gesundheitlichen u. anderen Gründen nicht erscheinen. Entschuldigt sind H. Galster u Probst. H. Vereinsführer erteilte H. Baumwart Beyer das Wort. Dieser legte besonderen Wert der Baumpflanzung auf neuem Gelände. Der Führer dankte dem Baumwart für seine Ausführungen und erläuterte noch verschiedene Punkte im Obstbau. Nach einer kurzen Pause wurden allerlei Fragen und Anträge vorgebracht. Es kam heuer wieder vor, daß ein Mitglied mehrere Geräte sehr lange bei sich behielt. Nun wurde beschlossen, daß die Geräte von den Vertrauensmännern der betreffenden Ortschaften zu betreuen sind.Der 2. Ver. Fhr. erinnerte an die Entleerung der Meisenkästen u. machte auch den Vorschlag wegen starkem Auftreten von Obstmaden, Frostspannern u. weil vielfach keine Leimringe angelegt wurden, im nächsten Jahr schon im Sommer mit der Schädlingsbekämpfung zu beginnen. Er gab dann noch mehrere praktische Anweisungen.Nachdem keine weiteren Wünsche u. Anträge gestellt wurden, schloß der Vereinsführer mit einem dreifachen "Sieg Heil" auf unseren Führer und Reichskanzler die Versammlung.Anwesend waren 45 Mitglieder.Bericht von H. Eder wegen Erkrankung des Schriftführers.gez. Galster gez. Eder gez. BrandlOrdentliche Mitgliederversammlung am 14. März 1937 im Gasthaus Volkert, Wdbch.
Beginn 4 Uhr 10.
Begrüßung durch Herrn Studienrat Brandl. Sein Vortrag: Hohe Temperaturen u. große Feuchtigkeit im Jahr 1936 waren für den Obstbau nicht gut. In diesem Fall muß man für Wasserabzug sorgen. Die Schädlinge sind leider gut durch den Winter gekommen, da strenge Winterkälte fehlte. Der Verein muß sich jetzt auch um alle Angelegenheiten im Obst- und Gartenbau kümmern. Wir sind jetzt dem Kreisverband Ansbach-Feuchtwangen angegliedert. Herr Stutzmann erklärte in der Kreisversammlung, daß wir in den Reichsnährstand gehören. Es soll vor allem mehr Gemüse angebaut werden, damit auch in die Städte genügend geliefert wird. Der bestellte Torfmull kommt wahrscheinlich nächste Woche. Bei der Samengratisverteilung gab es: Große Gurke "Neckarruhm", Pfingstrettich, Sommersalatsorten: Wunder von Marbach, Heidelberger Schloß. Herr Hans Eder wird gebeten Kassabericht zu erstatten. Herr Hahn kontrollierte die nach dem Kassabericht verlesenen Beträge für richtig. Herr Stdr. Brandl dankte u. entlastete Herrn Kassier Eder. 2 Spritzen wurden um 125.- M. angeschafft. Ebenso auch Nistkästen. Karbolineum und Kalkbrühe sind da u. kann zur richtigen Zeit dann gespritzt werden. Es sollen noch 2 Neptunspritzen angeschafft werden, zu denen die Landesbauernschaft 25% der Kosten vergüten wird. Bis 20.3. muß der Antrag gestellt sein. H. Stdrt. Brandl bittet Herrn Bezirksgärtner Goller seinen Vortrag zu beginnen. Er spricht über die neue Eingliederung in den Reichsnährstand u. über die notwendige Ertragssteigerung. 2 1/4 Millionen Ztr. Marmelade wurden verbilligt hergestellt mit vom Reich unversteuertem Zucker. Dazu wurden 60% Äpfel u. 20% Birnen (zur Verfeinerung) benützt. Die Süßmostbereitung stieg in den letzten 10 Jahren um 30% u. dadurch stieg auch der Obstbedarf kollosal. Nicht nur Spätfröste sondern auch die Schädlinge verringern die Obstmengen wie auch die Unterernährung der Obstbäume. Beim Grasland nimmt dieses die meisten Nährstoffe auf. Deshalb muß unter die Grasnarbe gedüngt werden auf 25-30 cm. Gut geeignet ist Thomasmehl und Kali, dem in 14 Tagen bis 3 Wochen Jauche oder Ähnliches folgt. Gut ist die Bodendurchlüftung, weil die Wurzeln auch Sauerstoff brauchen. Die Nützlichkeit ist in Dürnhofen u. im Feuchtwanger Krankenhaus erwiesen. Der Fruchtwechsel darf nicht vergessen werden. Bei Pflanzungen auf Neuland, zu der angeregt wird, werden Entfernungen in der Reihe 15 m u. Reihenabstand 15-20 m empfohlen. Umveredlung ist auch Ertragssteigerung bei schlecht tragenden Bäumen. Bodenständige Sorten pflanzen. Essigstichige Fässer werden nach 2 Stunden unter Dampf mit der Kartoffeldämpfkolonne wieder brauchbar. Peinlich sauber mosten, damit nichts verdirbt. - Herr Vereinsführer dankt Herrn Goller für seine trefflichen Ausführungen. Nach der Blüte, beim Ansatz der Früchte ist Feuchtigkeit nötig. Die Baumwärter sollen mehr in Anspruch genommen werden, damit alles richtig wird. Es ist Pflicht seinen Garten gut in Stand zu setzen. Durch Gemeinschaftsarbeit kann noch mehr geleistet werden. Krebskrankheit kommt manchmal durch Unterernährung. Herr Augustin spricht aus Erfahrung in seinem Garten, wenn er rät: Flach die jungen Bäume zu pflanzen u. nicht in tiefe Baumgruben. Herr Vereinsführer rät zu Baumgrubensprengung bei größeren Pflanzungen u. den Boden lassen, wie er ist. Es gibt auch flachwurzelnde Apfelbäume. Hausgärten sollen vergrößert u. mehr Gemüse wie auch Blumen gezogen werden. Mustergarten in Wieseth. Nord- und Westseite Ligusterhecke. Alte Bauerngartenblumen, Heilpflanzen und Gewürzkräuter nicht vergessen. Beerensträucher für sich pflanzen, damit der Gemüsebau nicht behindert wird. Sonnenseite für Tomaten, Gurken und ähnliches ausnützen. Rübenpflanzen u. Rangeres auf dem Feld heranziehen, damit die Hausgärten für Gemüse gleich im Frühjahr frei sind. Gurken dürfen nicht erst nach den Rübenpflanzen zu ihrem Recht kommen. Den Frauen muß man im Sommer mehr Zeit zu Gartenarbeiten geben. Spinat und Endivie auf abgeernteten Beeten. Es folgt Ortschaftweise an den Obmann die Gratissamenverteilung.Die Versammlung wurde um 6 Uhr 10 geschlossen.

 

 

Teil 4

Jahresberichte: 1930 bis 1969

 

Obst- und Gartenbauverein Weidenbach und Umgebung

Jahresberichte 1930 - 1969

1929/30

Am 9. Februar 1930

Nach dem sehr strengen Winter des Vorjahres, der die stärkste Kältewelle mit -35° Mitte Februar brachte und sich so gründlich austoben konnte, folgte ein frostfreies Frühjahr. Die Blüten konnten sich ungestört entwickeln, und es war vorauszusehen, daß ein obstreicher Sommer und Herbst uns beschieden sein würde.Die ungeheure Kälte hinterließ aber auch große Schäden an unserem Baumbestand. Hauptsächlich erfroren Zwetschgenbäume und unveredelte Apfelbäume. Mancher Baum wird auch noch in diesem Jahre zugrunde gehen, denn man konnte beobachten, daß verschiedene Bäume nur vegetierten und kein rechtes Wachstum zeigten. Was gut durch den Winter kam, konnte sich ungestört entwickeln, und trotz des sehr trockenen Sommers erreichten die Früchte zwar nur mittlere Größe, waren aber dafür von bester Qualität.Die Befürchtung, daß das Obst, da es in Masse vorhanden war, keinen guten Preis erzielen würde, traf nicht zu, denn gutsortierte, haltbare Winteräpfel wurden um RM 15.- der Zentner gekauft. Als Beweis hierfür sei auch die Bezirksobstschau in Feuchtwangen angeführt, welche zeigte was für gutes Obst im Bezirk sowie im Vereinsgebiet Weidenbach gedieh. Die Mitglieder Frank, Breitenbronn, Sturm, Leidendorf, Obstbaumschule Triesdorf und Augustin erzielten bei dieser Gelegenheit Preise und Anerkennungen.Auch das bisher so stiefmütterlich behandelte Beerenobst brachte reichen Ertrag. Es ist nur zu bedauern, daß hauptsächlich die Johannesbeere nicht in jedem Garten in genügender Anzahl vertreten ist, denn gerade sie liefert uns regelmäßige und reiche Ernten und jeder, der Beeren schon gemostet hat, weiß den Beerenwein besonders zu schätzen.Wenn wir auch noch die Verwertung der anderen Früchte in Betracht ziehen, so müssen wir zunächst vom Vermosten der Äpfel sprechen. Das reiche Obstjahr zeigte den Umstand, daß die Mostanlage des Vereins den Ansprüchen scheinbar nicht gewachsen war. Trotzdem sollten die Vereinsmitglieder so viel Gemeinsinn aufbringen, daß sämtliche die Einrichtungen des Vereins benützen und nicht auswärts mosten, wo sie zwar kostenlos arbeiten konnten, aber den Verein und sich selbst dadurch schädigten. Den Mostertrag von 3857 Liter wäre auf das doppelte gestiegen, wenn alle Mitglieder hier gemostet hätten. Der Geldbetrag für das Mosten belief sich auf ...., während er die Höhe von RM .... erreicht haben könnte. Ein besonderer Fortschritt in der Obstverwertung ist die Eindosungsmaschine, die schon im ersten Jahre äußerst in Anspruch genommen wurde und zwar für Obst mit .... Dosen mit einer Gesamtliterzahl von ..... Desgleichen wurde die Maschine von verschiedenen Mitgliedern zum Konservieren von Fleisch- und Wurstwaren verwendet.Im abgelaufenen Vereinsjahre wurden zwei Ausschußsitzungen und eine Generalversammlung abgehalten. Zweimal wurde der Verein von dem Bezirksgärtner Herrn Holler besucht, und es ist nur zu bedauern, daß diese wertvolle Einrichtung so wenig Entgegenkommen fand. Es ist daher sehr zu wünschen, daß sich im heurigen Vereinsjahre alle diejenigen einfinden, die Wert auf ihren Obstbau legen.Erfreulich ist, daß der Ausfall an eingegangenen Bäumen durch Neupflanzung wieder ersetzt worden ist, ein Zeichen, daß die Mitglieder den Obstbau richtig erfaßt haben und ihm die verdiente Bedeutung im Landwirtschaftsbetriebe zuerkennen. Daß der Verein auf dem Boden bester Entwicklung steht, zeigt auch die Tatsache, daß der Mitgliederbestand von Jahr zu Jahr zunahm und heute die Zahl 137 ereicht hat.Leider haben wir im abgelaufenen Vereinjahr die Mitglieder
Herrn Gastwird Eder, Weidenbach
Herrn Keitel, Joh. Weiherschneidbach, (Gründungsmitglied)
durch den Tod verloren. Ich ersuche die Anwesenden denselben einen Augenblick stillen Gedenkens zu weihen und sich von Ihren Sitzen zu erheben.---------- Ich danke Ihnen!Wir wollen mit dem Wunsche in das neue Vereinsjahr gehen, daß die bisherigen Mitglieder in ihrer Treue und ihrem Eifer zum Verein nicht nachlassen, daß sie vielmehr sich bemühen für denselben zu werben und noch fernstehende für ihn zu gewinnen, damit der Obstbauverein Weidenbach sich dahin entwickeln möge, daß er durch seine Stärke Einfluß gewinnt, den neuzeitlichen Anforderungen an den Obstbau in höchstem Maße gerecht zu werden vermag.
gez. Wilhelm Augustin
Vorstand

1930/31Am 8. März 1931Über das abgelaufene Vereinsjahr ist kurz folgendes zu berichten:Wenn unsere Obstanlagen auch von Spätfrösten verschont blieben, so wurde doch die Blüte durch die während der Blütezeit einsetzende Regenperiode vernichtet. Infolgedessen war im allgemeinen ein obstarmes Jahr zu verzeichnen. Doch möchte ich hierbei bemerken, daß ich selbst durch richtige Sortenauswahl eine ganz befriedigende Ernte erzielen konnte. Einzig die Kirschen machten eine Ausnahme, da ihre Blütezeit schon vor der Regenperiode vorüber war, und sie lieferten in den bekannten Kirschengegenden eine noch nie dagewesene Rekordernte.Auch Zwetschgen lieferten einigen Ertrag.Die Beerenzüchter konnten sich auch einer besonders reichen Ernte erfreuen, hauptsächlich an Johannes- und Himbeeren, und ich wiederhole hier, wie ich schon alle Jahre den weitgehendsten Anbau des Beerenobstes empfahl, auch heuer wieder die Mahnung, der Anpflanzung von Beerensträuchern mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden.Wie bekannt hielten wir im Herbst gelegentlich einer Generalversammlung eine kleine Blumenschau, zusammengestellt durch Herrn Studienrat Brandel und mich, welche sehr beifällig aufgenommen wurde. Dabei entstand der Plan, daß wir im Jahre 1931 einen Wettbewerb für Blumenschmuck am Haus und im Ziergarten veranstalten wollen.Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit 136. Leider haben wir in dem abgelaufenen Vereinsjahr auch wieder zwei liebe Mitglieder durch den Tod verloren. Es sind dies der ehemalige Herr Bürgermeister Müller und Herr Zimmermeister Knäulein von Weidenbach. Ich ersuche die Anwesenden den Verstorbenen einen Augenblick stillen Gedenkens zu weihen und sich von ihren Sitzen zu erheben. ----Ich danke ihnen!----Auf einen Umstand möchte ich noch aufmerksam machen. Alljährlich kommt unser rühriger Bezirksgärtner Holler in unsere Gemeinden, um die Gärten zu mustern und etwaige Fehler zu beseitigen. Es ist sehr bedauerlich, daß von dieser Einrichtung ganz und gar keinen Gebrauch gemacht wird. Doch hoffe ich, daß sich unsere Mitglieder endlich daran gewöhnen, von dieser Gelegenheit eifrig Nutzen zu ziehen.Ich schließe mit dem Wunsche, daß unsere Mitglieder dem Verein auch in Zukunft treu bleiben und reges Interesse entgegen bringen, dann wird er infolge seiner Stärke dazu berufen sein, den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden.
gez. W. Augustin
1931/32Am 28. Februar 32.Das abgelaufene Vereinsjahr stand im Gegensatz zum Vorjahre im Zeichen einer sehr reichen Obsternte. Schon im späten Frühjahr und in Anbetracht des äußerst üppigen Blütenbehangs konnte man auf einen außerordentlichen Obstsegen schließen. Durch vereinsmäßige Baumbehandlung und Spritzungen konnte die Vorstandschaft der Wirkung tierischer- und pflanzlicher Schädlinge vorbeugen.Durch Frühjahrsversammlungen in den einzelnen Ortschaften: Breitenbronn, Leidendorf, Weiherschneidbach konnten wir unsere Mitglieder von der Nützlichkeit und Notwendigkeit dieser Maßnahmen überzeugen, so daß Spritzungen überall vorgenommen wurden. Insbesondere seien Leidendorf und Weiherschneidbach erwähnt. Nicht allein Äpfel und Birnen brachten große Obstfülle, sondern auch die Kirschen gaben reichen Ertrag, während Zwetschgen nur mäßig behangen waren. Wenn auch die tierischen und pflanzlichen Schädlinge nicht in Massen auftraten, besonders bei Äpfeln und Birnen, zeigte sich an den Zwetschgenbäumen die Schildlaus in Massen. Die Kirschen, insbesondere die Frühherzkirschen, litten an Monilia. Auch die Beerensträucher brachten, wenn auch keinen großen Ertrag, doch eine gute Mittelernte. Das massenhafte Auftreten der Stachelbeer- und Johannesbeerblattwespe machte öffteres Spritzen mit Uraniagrün notwendig. Auch die Bekämpfung des Stachelbeer-Mehltaus mußte wie alle Jahre vorgenommen werden.Die Regenperiode im Spätsommer und Herbst ließ deutlich erkennen, daß das Obst durch reichliche Wasserzufuhr sich bedeutend größer und schöner entwickelt, ein Zeichen dafür, daß wir unbedingt darauf achten müssen, unseren Obstanlagen mehr Feuchtigkeit zuzuführen.Am aller wertvollsten war die Erfahrung, daß man trotz der überaus reichen Obsternte für gute, aussortierte Ware im Herbst einen äußerst hohen Preis erzielen konnte. Ich selbst verkaufte Boskop 1. Qualität bis zu M 15.- den Zentner. Andere Sorten gingen mit M 10.- für den Zentner ab. Geringwertige Sorten wurden von M 3.- bis M 7.- der Zentner verkauft. Zweite und dritte Qualität verwendete man im Hausverbrauch und zu Most. In der Voraussicht, daß durch die Vereinsmitglieder viel Obst vermostet würde, schaffte der Verein eine neue Obstmühle an. Eine große Begünstigung unserer Mitglieder war die Beihilfe beim Mosten durch den Vereinsgärtner. Vermostet wurde zu vergärtem Most ..... Liter, zu süßem Most ..... Liter. Dörrobst wurde nur in wenigen Fällen hergestellt.Als besondere Vereinsarbeit ist die Weckung der Liebe zum Blumenschmuck am Haus und im Ziergarten zu bezeichnen, die durch einen Blumenwettbewerb gefördert wurde. Schon bald im Frühjahr beobachtete man allerorts, daß man der Anregung gern folgte, und Häuser und Gärten während der ganzen Blütezeit in herrlichem Blumenschmuck prangten. Preisrichter waren Herr Stud.-Rat Brandl, Herr Hans Eder, meine Wenigkeit und von jedem Ort der betreffende Ortsvertrauensmann. Für die besten Leistungen konnten folgende Preise verteilt werden:
21 1. Preise 33 2. Preise 32 3. PreiseAls 1. Preis wurde gegeben: Ein Birnspalier und ein Blumenstock, 2. Preis 1 Birnspalier, 3. Preis einen Blumenstock.
Damit der Verein auf der Höhe bleibe, beteiligte ich mich im Auftrage des Vereins an der großen "Landesverbandstagung für Obst- und Gartenbau" in Lindau und an der "Kreisverbandstagung" in Weißenburg in Bay. Über die beiden Veranstaltungen erstattete ich besonders Bericht.Im Lauf des Vereinsjahres wurden 2 außerordentliche Generalversammlungen abgehalten, im August in meinem Garten und im Herbst bei Mitglied Gastwirt Reinert. Außerdem hatten wir noch sieben Ortsversammlungen in Breitenbronn, Nehdorf, Leidendorf und Weiherschneidbach veranstaltet. Insbesondere sei eine außerordentliche, öffentliche Versammlung erwähnt, in der die Vorstandschaft, die gesamte Mitgliedschaft und die ganze Öffentlichkeit der näheren und weiteren Umgebung einlud. Herr Direktor Strobel, Triesdorf, hatte in dankenswerter Weise das Referat übernommen, und so lautete das Thema:
"Triesdorf, seine Bedeutung für die mittelfränkische Landwirtschaft und den Mittelfr. Obstbau."
Daran anschließend wurde uns noch ein Film über Triesdorf gezeigt. Diese Versammlung wurde von über 300 Leuten besucht.Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit 149, also gegen das Vorjahr eine Zunahme um 9 Mitglieder.Möge das kommende Jahr uns weiter vorwärts bringen zum Nutzen und Frommen des heimischen Obstbaus und unserer Mitglieder.
gez. W. Augustin
Jahresbericht 1932-33Wenn auch die Generalversammlung 1932 mit dem Wunsche geschlossen wurde, Gott möge uns bessere Zeiten und gute Ernten geben speziell auch in unserem Obstbau, so steht einwandfrei fest, daß Getreide und Kartoffeln uns Rekordernten lieferten, die guten Preis trotzdem erzielten. Im Obstbau bekamen wir von den Zwetschgen gute Ernte, und wer den Rat des Obstbauvereins befolgte und mit Karbolineum seine Bäume spritzte hauptsächlich gegen die ungeheure Schildlausplage, der konnte seine Zwetschgen von 8-12 Pfg pro Pfund verkaufen. Andere Ware war fast unverkäuflich oder erzielte den Preis von 6-8 Pfg, auch der Behang der Kirschbäume kann als befriedigend bezeichnet werden. Bei Äpfel und Birnen war die Ernte nicht befriedigend. Wenn auch manche Bäume guten und gesunden Behang aufwiesen, so war das ein sichtliches Zeichen eines besseren Nährzustandes des betreffenden Baumes, und es muß immer wieder darauf geachtet werden, daß die Bäume gerade bei reichem Fruchtbehang doppelt gedüngt werden müssen, erstens zur Ernährung der Früchte, zweitens zur Ansammlung von Reservenährstoffen für das nächste Jahr. Eine besondere Freude bereiteten uns die Beeren wieder. Reiche Ernten brachten uns die Johannis-, Stachel- und Himbeersträucher. Auch die Erdbeere spendete ihre köstliche Frucht uns in reicher Menge.Die Vereinstätigkeit lenkte ihr ganzes Augenmerk auf die Schädlingsbekämpfung und erfreulich ist, daß fast alle Mitglieder sich daran beteiligten.Abgehalten wurden 3 Ausschußsitzungen und 6 Ortsversammlungen wie in Großbreitenbronn, Nehdorf, Weiherschneidbach, Leidendorf, Esbach und Weidenbach. Bis auf Weidenbach waren die Versammlungen bestens besucht.Herrn Studienrat Ries, 1. Vorsitzender des mittelfränkischen Kreisobstbauverbandes, wurden zu seinem 60. Geburtstag Glückwünsche des Vereins übermittelt, die mit herzlichem Dank erwidert wurden.Ganz besonders möchte ich hier den Ausflug mit Auto nach Dinkelsbühl erwähnen. Das Auto (Walter-Ornbau) war voll besetzt, und unvergesslich werden uns die schönen Stunden sein. Die Veranstaltung wie Gustav Adolf-Feier, das Festspiel der Kinderzeche, der Festzug, Schwertertanz und andere herrliche Tanzreigen ließen uns nicht lange Zeit in dem schönen Wirtsgarten Mittag machen. Ein Rundgang durch das herrliche, mittelalterliche Städtchen mit seinem mustergültigen Blumenschmuck beendete die Tagung.Anfang Januar 1933 veranstaltete der mittelfränkische Obstbauverband sein 25-jähriges Jubiläum, verbunden mit einer Obstausstellung. Hierzu wurden alle Mitglieder eingeladen.Am Schlusse meines Jahresberichtes möchte ich hier noch festhalten, daß der Preis des Obstes zu anderen Lebensmitteln sich so geändert hat, daß die Bedeutung des Obstes ungeheuer gestiegen ist.Preise: 1 Kalb kostet jetzt 38-40 Mark = 1½ Ztr. Äpfel
1 Pfund Butter 60 Pfennige = 2½ Pfund Äpfel
der Zentner Äpfel zum Handelspreis von 25 Mark.Trotz der Nöte der Zeit entwickelt sich der Verein aufwärts, hervorgerufen durch die aktive Mitarbeit seiner Mitglieder.Möge uns das Jahr 1933 bessere Zeiten und reiche Ernten bringen.
gez. Wilhelm AugustinDurch Erheben von den Sitzen wurde der Toten gedacht. Der Mitgliederbestand hat die Höhe erreicht von 149 Mitgliedern und ist heute der größte Obstbauverein des Bezirkes Feuchtwangen.
Jahresbericht 1941-42Über das abgelaufene Vereinjahr ist kurz folgendes zu berichten:Die Mitgliederzahl beträgt 134. Leider nahm der Tod aus unseren Reihen die alten Mitglieder Hufnagel und Kernstock, Oberndorf, und Schübel, dahier. Ich ersuche die Anwesenden zum stillen Gedenken sich von ihren Plätzen zu erheben.Das Jahr 41 brachte uns auf obstbaulichem Gebiet nicht den erwarteten Erfolg. Der strenge Frost forderte, wie schon im Winter 39-40 , unter den Baumbeständen großen Ausfall, namentlich bei Birnen und Zwetschgen. Die Ernte selbst konnte als mittelmäßig bezeichnet werden. Auch die Beerenernte war nicht so reichlich wie wir es sonst gewöhnt waren, was hauptsächlich dem späten Frühjahr zuzuschreiben war. Noch am 18. Mai konnte eine Temperatur von 5-6° unter Null gemessen werden. Trotzdem möchte ich nicht versäumen die Mitglieder aufzufordern, pflanzt Beerenobst, wie viele brachliegende Plätze könnte man noch durch Neupflanzung ertragreich umgestalten, da man, namentlich bei Beerenobst, in 2-3 Jahren zum Teil schon sehr reiche Ernten erzielt. Sonst hat sich im abgelaufenen Vereinsjahr wenig ereignet, was sich hauptsächlich auf den uns aufgezwungenen Krieg gegen den Weltfeind zurückzuführen ist. Die Baumwarte stehen alle unter den Waffen.Möge uns nun das Jahr 42 reiche Ernten bringen und so Gott will einen siegreichen Frieden.
Weidenbach, den 15. Febr. 1942
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 42-43Über das abgelaufene Vereinsjahr ist kurz zu berichten:Die Mitgliederzahl beträgt 148. Leider hat der Tod die alten Mitglieder Gabler dahier, Scherb Leidendorf und Seßler Irrebach aus unseren Reihen gerissen. Unser Baumwart Wille Rüger von Leidendorf hat sein junges Leben in Afrika geopfert. Wir wollen aber auch der Helden gedenken, die in dem größten Ringen aller Zeiten ihr Leben dahin geben mußten.
Ich ersuche die Anwesenden zum stillen Gedenken sich von ihren Plätzen zu erheben.Das vergangene Jahr brachte uns wieder nicht den erwarteten Erfolg, was in der Hauptsache auf die drei strengen Winter zurückzuführen ist. Die Lücken im Baumbestand werden von Jahr zu Jahr größer. Die Ernte an Äpfeln war mittelmäßig, dagegen die der Birnen gut. An Steinobst kann die Ernte als gering bezeichnet werden. Auch die Beerenernte fiel nicht im gewohnten Maße aus.Nach Bekanntmachung vom Landrat-Feuchtwangen wurde in den letzten Wochen mit der Bespritzung sämtlicher Obstbäume und Sträucher begonnen und wird in den kommenden Wochen beendet werden können. die Spritzung wird mit dem Winterspritzmittel "Selinon Neu" durchgeführt.Möge uns das Jahr 43 für diese Mühe mit einer reichen Ernte lohnen und so Gott will einen siegreichen Frieden schenken.
Weidenbach, den 21.3.43
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 43-44Über das abgelaufene Vereinsjahr kann folgendes berichtet werden:Die Mitgliederzahl beträgt 146. Auch heuer hat der Tod wieder 2 Mitglieder aus unseren Reihen gerissen. Es sind dies Herr Braun Leidendorf u. Herr Eschenbacher dahier.
Ferner wollen wir all der Lieben gedenken, die auf den Schlachtfeldern für uns in der Heimat ihr Leben dahin gaben. Ich ersuche die Anwesenden zum stillen Gedenken der Toten, sich von ihren Sitzen zu erheben. Ich danke ihnen.Das vergangene Jahr brachte uns trotz er sehr starken Trockenheit auch auf obstbaulichem Gebiet eine überaus starke Ernte. Ganz besonders hat sich der früher einmal so beliebte Boskop hervorgetan, was wohl ganz bestimmt als Ergebnis der vorjährigen Winterspritzung zu werten ist. Auch die Beerenernte war sehr reichlich. Die Vorratsräume und Mostfässern konnten so wieder einmal gefüllt werden, was besonders für unsere Hausfrauen bei so mancherlei Einschränkungen von großem Nutzen ist.Die Winterspritzung am vergangenen Frühjahr konnte mit wenigen Ausnahmen alle Obstbäume des Vereinsgebietes bis auf eine Ortschaft, Bammersdorf, durchgeführt werden. Ich möchte nicht versäumen an dieser Stelle nochmal den Mitarbeitern des Vereins insbesondere Herrn Str. Brandt, sowie dem Kassier Herrn Wellhöfer zu danken. Zugleich möchte ich erneut die Bitte an Sie richten auch im kommenden Arbeitsjahr nicht minder ihre Pflicht zu erfüllen. Am 5. Jan. wohnte ich der Tagung des Landesverbandes in München bei.Mein Stellvertreter Herr Galster wurde im Januar zum Heer eingezogen. Als langjähriger Fachmann im Eindosen wird er ganz bestimmt ungern vermißt.Möge uns das Jahr 44 den langersehnten, siegreichen Frieden bringen und uns wieder mit einer reichen Ernte segnen.
Weidenbach, d. 20.2.44.
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1949-50Der Obst- und Gartenbauverein Weidenbach u. Umg. zählt z.Z. 165 Mitglieder.Im vergangenen Jahr verloren wir durch Tod das Gründungsmitglied Georg Zippel, Leidendorf.Die Winterspritzung im vorigen Jahr konnte nur teilweise ausgeführt werden. Trotz verhältnismäßig schlechter Witterung ging die Baumblüte fast reibungslos von statten. Jedoch konnte sich das Obst durch die Trockenheit im Sommer nicht so entwickeln wie in normalen Jahren. Der Ertrag der Beerenernte ist merklich zurückgegangen, was hauptsächlich auf das Dürrejahr 47 zurückzuführen ist, wo sehr viele im Ertrag stehende Sträucher abgestorben sind.Vom 24.-26. September konnte im Saale Volkert eine Obstschau in kleinem Rahmen abgehalten werden. Nur 36 Mitglieder beschickten die Ausstellung. Außerdem beteiligte sich die Kreisbaumschule Triesdorf an der Obstschau. Ich möchte nicht versäumen an dieser Stelle der Kreisbaumschule Triesdorf, Herrn Goller und den anderen beteiligten Mitgliedern nochmals herzlich zu danken.In Esbach, Irrebach, Kolmschneidbach, Leidendorf und Weiherschneidbach hielt ich im Laufe des Herbstes Versammlungen mit Gartenbegehung ab. In Weiherschneidbach war Herr Pompejus zugegen. Leider waren diese Versammlungen nicht zufriedenstellend besucht. Ein Besuch in Nehdorf wird in Bälde nachgeholt. Gepflanzt wurden im Vereinsgebiet zirka 400 Obstbäume aller Art und ungefähr 380 Sträucher.Dreimal mußte ich die Ausschußmitglieder zu einer Sitzung zusammenrufen. Der Erfolg der Werbeaktion für den Ratgeber im Obst- und Gartenbau war, 26 Abonnenten zu gewinnen.
Weidenbach, den 12. Febr. 1950
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1950-51Für das abgelaufene Jahr ist kurz folgendes zu berichten:Der Obst- und Gartenbauverein zählt z.Z. 156 zahlende Mitglieder und ein Ehrenmitglied. Durch Tod verloren wir Gg. Winteralt (?), Esbach, Johann Wolf, Willendorf und Bernhard Dürr dahier. Außerdem betrauern wir den langjährigen Geschäftsführer Friedl des Landesverbandes, der durch einen tragischen Tod dahingerafft wurde. Eine kurze Besprechung mit den Vertrauensleuten war zweimal erforderlich. Ein Ausflug nach Stuttgart zur Gartenschau war nur von etlichen Mitgliedern oder deren Angehörigen gestartet.Die Baumblüte im vergangenen Frühjahr ließ bald Aussichten auf eine gute Ernte erkennen. Das starke Auftreten der Obstmade zerstörte jedoch die Obsternte ganz beträchtlich. Die Beerenernte war im allgemeinen gut, doch konnten die Beeren wegen der damaligen Zuckerknappheit nicht restlos verwertet werden.. Durch vereinsmäßigen Bezug der Obstbäume und -sträucher konnten im vergangenen Herbst Obstbäume um 10% verbilligt bezogen werden.Mögen wir nun alle gesund und in Frieden das angefangene Jahr erleben.
Weidenbach, den 28. Jan. 1951
gez. Joh. Eder
Jahresbericht 1951-52Über das abgelaufene Geschäftsjahr des Obst- und Gartenbauvereins Weidenbach u. Umg. ist kurz folgendes zu berichten:Der Verein zählt z.Z. 160 zahlende Mitglieder u. 1 Ehrenmitglied. Wiederum hat der Tod 2 Mitglieder aus unseren Reihen gerissen. Es sind dies Gründungsmitglied Johann Lindner und Mitglied Friedrich Lang von hier. Ich ersuche die Anwesenden zum stillen Gedenken derselben sich von ihren Sitzen zu erheben. ---- Ich danke ihnen.---.Die Obsternte im vergangenen Jahr ist zufriedenstellend ausgefallen. Dagegen war der Ertrag der Zwetschgen überaus reichlich. Auch die Beerenernte konnte als gut bezeichnet werden.Eine von mir geplante Fahrt zur Gartenschau nach Fürth scheiterte wiederum an zu schwacher Beteiligung. Anläßlich der Bezirksverbandstagung in Fürth hatten noch mehrere Mitglieder Gelegenheit die Ausstellung zu besuchen. Fahrtgelegenheit dazu gab der Kreisverband Feuchtwangen.Laut Beschluß der Generalversammlung vom 28.1.51. führte der Verein einen Fensterblumenwettbewerb durch, wobei drei 1. Preise, sieben 2. Preise, elf 3. Preise und sechs 4. Preise hervorgingen. Die Preiskommission setzte sich zusammen aus Frau Schwenk, Herrn Reg. Fachberater Pompejus, Hern Kreisfachberater Goller und von der Vorstandschaft Herr Wellhöfer.Ich möchte nicht versäumen an dieser Stelle allen Blumenfreunden und den Preisrichtern nochmals herzlich zu danken. Möchte den Wunsch anschließen auch weiterhin an der Verschönerung der Dörfer und Ortschaften mitzuwirken.Die Vertrauensmänner mußte ich dreimal zu einer kurzen Besprechung zusammenrufen. Auch ihnen sei gedankt für ihre Mitarbeit, ebenso der Schriftführerin Frl. Dorsch. Die Preisverteilung fand bereits im Herbst statt und wurde von Herrn Goller vollzogen. Anschließend zeigte Herr Goller Lichtbilder über Blumenschmuck und Vorgärten.Durch vereinsmäßigen Bezug von Obstbäumen u. Sträuchern aller Art wurden 280 Stück bestellt.Möge uns nun das kommende Jahr vor allem Gesundheit erhalten und uns für unsere Mühen mit einer reichen Ernte lohnen.
Weidenbach, den 20. Januar 1952
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1952-53Für das hinter uns liegende Geschäftjahr ist zu berichten:Der Mitgliederstand ist 163 zahlende Mitglieder.Der Tod brachte in unsere Reihen eine überaus schmerzliche Lücke. Das Ehrenmitglied, Herr Studienrat Brandl, sowie die Mitglieder Hörnlein, Joh. dahier, Stettner Joh. Kleinbreitenbronn u. Kernstock Georg, Oberndorf sind von uns gegangen.Die Ernte fiel bei Apfel zum Teil gering, bei Birnen gut aus. die Beerenernte wäre reichlich zu bezeichnen gewesen, wenn nicht die ernorme Hitze einen Teil der Früchte vernichtet hätte. An Schädlingen konnte die Apfelgespinstmotte u. die Obstmade festgestellt werden. Eine durchgreifende Winterspritzung im vor uns liegenden Winter wäre angebracht.Zum bevorstehenden Vereinsjubiläum waren einige Ausschußsitzungen zusammen mit der Vorstandschaft des Kreisverbandes nötig. am 5. Okt., am Erntedankfest, konnten wir wie beschlossen das 50-jährige Jubileum zus. mit dem Kreisverband Feuchtwangen begehen. Die vorbildlich aufgebaute Obstschau im Saal Ströbel unter der Leitung von Herrn Bezirksfachberater Goller u. Gartenbautechniker Herrn Friedl, Triesdorf, konnte sich guten Besuches erfreuen. Leider war am Sonntag schlechtes Wetter, sonst wäre der Besuch noch stärker gewesen. Auch war der Besuch der Versammlung im Saal Eder befriedigend.Ich möchte nicht versäumen an dieser Stelle allen, den Obstlieferanten und den freiwilligen Helfern beim Aufbau der Ausstellung im Namen des Vereins nochmal herzlich zu danken. Mein Dank gilt auch Herrn Stern für die kostenlose Bereitstellung der Bretter, sowie Herrn Sammeth für die Bei- u. Abfuhr der Geräte von Feuchtwangen. (Ebenfalls kostenlos). Dank guten finanziellen Abschlusses der Veranstaltungen konnten wir wieder wie im Vorjahr einen Fensterblumenschmuckwettbewerb durchführen. (Ich möchte vorausschicken, daß bei der Generalversammlung am 20. Jan. beschlossen wurde, daß aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens 1,-- DM Sonderbeitrag erhoben wird. Dieser Beschluß entfällt). Herr Reg. Fachberater Pompejus, Herr Goller, Fr. Dorsch u. Kassier Herr Wellhöfer waren die Preisrichter. Auch ihnen sei im Namen des Vereins gedankt. Mögen nun endlich alle Fernstehenden diesem Beispielgebenden nachahmen.Am Sonntag den 12. Okt. wohnte ich mit Herrn Wellhöfer der Bezirksverbandstagung in Rothenburg bei, der ebenfalls eine sehr schöne Obstlehrschau angegliedert war. Angesichts der starken Inanspruchnahme der Ausschußmitgieder im Sommer ging der heutigen Generalversammlung keine Besprechung voraus.
Weidenbach, den 23. Nov. 1952
gez. Joh. Eder
Vorstand


Jahresbericht 1953-54Über das abgelaufene Geschäftsjahr kann folgendes berichtet werden:Der Mitgliederstand hat sich auf 141 erhöht. Durch Tod verloren wir das Mitglied Gabler Ernst, dahier.Im vergangenen Frühjahr wurden viele, uns sehr am Herzen liegende verwahrloste Obstanlagen, durch die Kursteilnehmer unter Aufsicht der Kursleitung in Triesdorf in Stand gesetzt. Die Obstblüte im Frühjahr versprach eine reiche Obsternte. Doch die Eisheiligen am 11. Mai zerstörten die Blüten fast restlos, ausgenommen Spaliere an geschützten Wänden.Am 16. Juli startete der vom Kreisverband Feuchtwangen organisierte Ausflug nach Veitshöchheim. Die Fahrt ging über Rothenburg, das Taubertal entlang bis Creglingen. Von da ab ging es Richtung Würzburg zum Ziel. Besichtigten das staatliche Versuchsgut in Gradheim(?). Danach ging es wieder zurück nach Veitshöchheim zur Mittagsmahlzeit. Anschließend besichtigten wir die Weinkellerei, die mit einer Weinprobe endete. Von da ging es unter Führung von Herrn Gabler in den herrlichen Schloßgarten. Allzufrüh entschwand der Nachmittag, und so führte uns die Heimreise gegen Abend auf die Marienburg bei Würzburg. Nach kurzem Aufenthalt und Ausblick über die Stadt und das Maintal ging es weiter in Richtung Heimat. Als nochmalige kurze Pause wurde Randersacker gewählt. Der köstlich mundende Sonnenstuhl wird wohl manchem noch in Erinnerung sein. Von da ging es pausenlos über Ansbach zurück. Die Fahrt konnte bei herrlichem Wetter als schön bezeichnet werden.Der Bezirksverbandstagung, verbunden mit einer Obstausstellung in Neustadt an der Aisch, wohnte ich am 11.10. bei.Mehrere Ausschußsitzungen mußten abgehalten werden.Die Besichtigung des Fensterblumenschmuckes, vorgenommen v.H. Reg. Fachber. Pompejus, Herrn Goller u. meiner Wenigkeit, wurde vielleicht etwas verspätet aber doch durchgeführt. Den beiden Herren möchte ich an dieser Stelle bestens danken. Es konnten elf I. Preise, 25 II. Preise und 15 III. Preise festgestellt werden.Möge uns im heurigen Jahr eine reiche Obsternte beschieden sein.
Weidenbach, den 17. Januar 1954
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1954-55Über das abgelaufene Geschäftsjahr kann folgendes berichtet werden:Der Mitgliederstand ist ein Ehrenmitglied und 175 zahlende Mitglieder.Unser Mitglied Fritz Obergruber aus Weiherschneidbach, der viele Jahre in der Vorstandschaft bez. Ausschuß mitwirkte, ist nach Ellingen verzogen. Wir danken ihm für seine Mitarbeit und wünschen ihm einen gesunden Lebensabend.Durch Tod verloren wir das alte Mitglied Georg Betz aus Esbach.Die von der Kursleitung in Triesdorf geplante Weiterentrümpelung der Obstgärten konnte durch das überaus kalte und schlechte Wetter während der Kursdauer im Winter 54 nicht so weit durchgeführt werden wie vorgesehen war. Hoffen wir, daß für die bald beginnende Kurszeit das Wetter etwas günstiger wird.Die Winterspritzung wurde leider sehr lückenhaft durchgeführt, obwohl bei der vorjährigen Versammlung alle Baumbesitzer wiederholt auf das starke Auftreten der Schädlinge hingewiesen wurden. Ich möchte nur in Erinnerung bringen das starke Auftreten der Gespinstmotte nicht nur an Obstbäumen, sowie die Blatt- und Schildläuse. Die Blüte war sehr gut und gar bald zeigte sich reicher Behang. Diejenigen Obstbauern, die ihre Obstbäume im zeitigen Frühjahr gedüngt und gespritzt haben, wurden im vergangenen Jahr mit einer Rekordernte belohnt.Die Beerenernte ist auch sehr gut ausgefallen. am 22. Juli konnte mit einem Omnibus der Firma Walter Ornbau ein Ausflug gemacht werden. Wie mir erklärt wurde, waren alle Fahrtteilnehmer sehr befriedigt. Am 4. + 5. September nahm ich als einziger Vertreter des Obstbauereins Weidenbach an der Tagung des Landesverbandes für Obst- und Gartenbau in dem für uns so nahe gelegenen Dinkelsbühl teil.Am 16. Dez. fand in Herrieden die Kreisverbandsversammlung statt, die von Kassier Herrn Wellhöfer und Herrn Beier besucht wurde.Mehrere Besprechungen mußten im Laufe des Jahres abgehalten werden. Hervorzuheben wäre die Ausschußsitzung vom 1.2.55., wo beschlossen wurde, an der Hauptversammlung jedem Mitglied ein Päckchen Samen gratis zu überreichen. Ferner wurde laut Beschluß die alte selbstfahrende Motorspritze an die Firma Häußler dahier in Reparatur zu geben. Die Spritze soll bis Ende Januar 56 in Betrieb genommen werden können. Die dazu fehlenden Strahlrohr und Schläuche werden von Verein besorgt.Möchte auch nicht versäumen allen Mitarbeitern für ihre Mühe im abgelaufenen Geschäftjahr zu danken.Mögen nun alle Mahnungen u Ratschläge, die wir in der heutigen Versammlung zu hören und zu sehen bekamen, aus fruchtbaren Boden fallen und wir dafür wieder mit einer reichen Obsternte belohnt werden.Weidenbach, den 23. Januar 1955
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1955-56Für das hinter uns liegende Geschäftsjahr kann kurz folgendes berichtet werden:Der Mitgliederstand ist 1 Ehrenmitglied und 174 zahlende Mitglieder.Durch Tod verloren wir die Mitglieder Joh. Muser und Joh. Keitel, Weiherschneidbach, u. Mich. Krug, Esbach, Johann Steinbauer, Nehdorf, und am 21.2. Simon Georg aus Bammersdorf, der seit 12.11.02. Mitglied war.Die Kursleitung der staatlichen Gartenbaustelle Triesdorf konnte wiederum im vergangenen Frühjahr einen Teil der Baumbestände in Ordnung bringen lassen. Sehr schlechtes Wetter verhinderte weitere Arbeiten. Genau so war es im unlängst laufenden Kurs, wo wegen des sehr starken Frostes die vorgesehenen Arbeiten nicht alle vorgenommen werden konnten.Im Frühjahr konnte die instandgesetzte Motorspritze in Betrieb genommen werden, allerdings mit etwas Verspätung, was auch zur Folge hatte, daß eben nicht alles gespritzt werden konnte. Die anhaltend naßkalte Witterung während der Blütezeit war äußerst ungünstig zur Befruchtung. Die Obsternte konnte im vergangenen Jahr als schlecht bezeichnet werden. Die Beerenernte dagegen war gut.Am 21. Aug. fand in Weißenburg die Tagung des Mfr. Bezirksverbandes statt, an der der Verein mit 8 Mann vertreten war. Am Nachmittag wurde die Versuchsanlage des Landesverbandes in der Beispielgemeinde Weimersheim besichtigt. Schade, daß nicht alle Vereinsmitglieder solche Anlagen sehen.Am 4.12.55. fand eine Ausschußsitzung statt. Grund derselben war eine Beitragsfrage, Ratgeberwerbung u. Ehrennadel.
Am 4.12.56. war die Versammlung des Kreisverbandes Feuchtwangen in Feuchtwangen, an der ich und Herr Wellhöfer teilnahm. Der Reg. Fachberater Herr Landwirtschaftrat Pompejus gab die Richtlinien für das heurige Jahr bekannt. Neben obstbaulichen Arbeiten, Auslichten, Düngen, Schädlingsbekämpfung sollten sich unsere Arbeiten auch auf Dorfverschönerung u. Landschaftsgestaltung erstrecken.So hoffen wir nun, daß die kurz hinter uns liegende Frostperiode nicht allzuviel Schaden in unseren Gärten und Baumbeständen angerichtet hat und wir heuer eine etwas bessere Obsternte bekommen.Allen Mitarbeitern möchte ich für ihre Mühe im abgelaufenen Jahr herzlich danken.Weidenbach, den 26. Febr. 1956
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 56-57Über das nun abgelaufene Geschäftsjahr kann ich kurz folgendes berichten:Der Mitgliederstand ist 1 Ehrenmitglied und 174 zahlende Mitglieder. Ein Mitglied ist verzogen und ein Mitglied abgemeldet. Die Lücke ist aber durch Neuanmeldung wieder geschlossen.Wiederum hat der Tod einige Mitglieder aus unseren Reihen gerissen. Es sind dies am 25. April Georg Herrmann, am 27. April Johann Köpplinger, am 2. Juli Lina Knäulein von hier, am 13 Sept. Georg Dietz von Großbreitenbronn, am 25 Sept. durch einen Unglücksfall Johann Wagner von Weiherschneidbach u. am 25. Nov. Cristoph Wiegel von Leidendorf.Der starke Frost im vergangenen Wintern brachte zwar verschiedene Schäden in unseren Obstgärten, ging aber verhältnismäßig noch gut ab.Die Baumblüte war sehr günstig, was sich in einer reichen Ernte bemerkbar machte. Allerdings war durch die nasse Witterung der Schorfbefall sehr stark. Der Blattlausbefall war ebenfalls sehr begünstigt. Eine Winterspritzung in nächster Zeit ist daher unbedingt notwendig.Unter Führung von Kreisfachberater Herrn Goller startete am ... ein Ausflug ins Württemberger Land, besichtigten dort einige Obstbauanlagen. Die Fahrt verlief bei sehr schönem, warmem Wetter gut. Alle Teilnehmer waren befriedigt.Einige kurze Besprechungen im Ausschuß waren nötig. Durch vereinsmäßigen Bezug konnten im Herbst über 150 Bäume, meist Stammbildner, gepflanzt werden.Am 24.1.57. war in Feuchtwangen die Versammlung des Kreisverbandes Feuchtwangen. Am Abend selbigen Tages hielt in der Aula der Ackerbauschule der Geschäftsführer des Bayr. Landesverbandes Herr Pfannenschmidt, München, einen sehr interessanten Lichtbildervortrag. Der Besuch dieser Veranstaltung war zwar gut, doch hatte ich von den Mitgliedern erwartet, wenn schon ein Herr vom Landesverband kommt, daß sie oder ihre Angehörigen auch kommen. Der gestern zu Ende gegangene Obstbaulehrkurs konnte wiederum einige Gärten in Stand setzen, wofür ich der Kursleitung insbesondere Herrn L.R. Pompejus im Namen des Vereins danke. Ebenfalls allen Mitarbeitern besten Dank.Mögen wir nun wieder mit einer reichen Ernte belohnt werden und vor allen Dingen der Friede erhalten bleiben.
Weidenbach, den 3. Febr. 1957
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1957-58Vom abgelaufenen Geschäftsjahr kann kurz folgendes berichtet werden:Der Verein zählt z.Z. 172 Mitglieder und 1 Ehrenmitglied.Wiederum hat der Tod 4 Mitglieder aus unseren Reihen gerissen, nämlich am 6. April H. Christoph Goth v. hier, am 13. Juni H. Georg Meister v. Leidendorf, am 25 Aug. H. Johann Rühl aus Esbach und am 9. Febr. 58. H. Reinhard v. Leidendorf.Nach gut überstandenem Winter 57 fügten die starken Fröste im Mai der Baumblüte großen Schaden zu. Die Obsternte war fast völlig vernichtet. Johannes- und Stachelbeeren u. auch die Erdbeeren hatten zum Teil großen Ausfall. Was nicht vom Frost zerstört war, besorgten noch die Schädlinge.In der Zeit vom 16.-18. Juli startete ein voll besetzter Omnibus unter der Leitung von Kreisfachberater Goller zur Bundesgartenschau nach Köln. Befriedigt gingen alle Fahrtteilnehmer wieder nach Hause.Am Sonntag den 1. September lud ich alle Mitglieder mit Angehörigen ein, die Nachbarortschaften Zandt und Unterrottmannsdorf zu besichtigen. An Blumenschmuck stehen diese im Landkreis Ansbach fast an 1. Stelle. Besonders hervorzuheben ist der Schulgarten in Zand. (Der schönste im Landkreis Ansbach.) Was da an Blütenpracht und ganz besonders an Pflege zu sehen war, ist einmalig. Zirka 40-45 Mann waren anwesend. Den Fensterblumenschmuck im Vereinsgebiet besichtigte ich zusammen mit Herrn Kreisfachberater Goller. Anmerkungen wird später Herr Goller zum Ausdruck bringen.2 Ausschußsitzungen waren abgehalten worden. Am 27. Febr. 58 fand in Feuchtwangen die Kreisverbandsversammlung statt, an er ich mit Herrn Wellhöfer teilnahm.Auf Grund der fast völligen Mißernte hat sich der Baumbestand sehr gut erholt, was sich jetzt schon am reichen Knospenansatz zeigt. Eine gründliche Winterspritzung aller Obstbäume wäre dringend zu empfehlen.Hoffen wir, daß uns im kommenden Jahr eine reiche Obsternte beschieden sein wird.
Weidenbach, den 16. März 1958
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1958-59Der Mitgliederstand ist z.Z. 165 und ein Ehrenmitglied. Vor kurzem, am 5.2.59 verstarb das Mitglied Konrad Volkert, dahier.Im vergangenen Jahr wurde wieder ein großer Teil des Baumbestandes gespritzt. Der starke Frost in den Märztagen (-18° bis -20°) richtete bei den Zwetschgen in tiefen Lagen Schaden an. Die Blütenknospen fielen ab. Alle sonstigen Blüten wurden in ihrer Entwicklung nicht gestört, was sich auch bald am reichen Fruchtbehang zeigte, und begünstigt durch die Witterung, zu einer fast noch nie dagewesenen Rekordernte heranwachsen konnte. Der Herbst war mild. Die stärkeren Fröste setzten erst ab 1. Dez. ein. So konnten die Pflückarbeiten der Obstmengen bewältigt werden.Im Juli (10.-11.) wurde vom Kreisverband Feuchtwangen unter Führung von Kreisfachberater Herrn Goller ein 2-tägiger Ausflug gestartet. Bei schönen Wetter ging es über Feuchtwangen, Pforzheim, Baden-Baden in den südlichen Schwarzwald. In Breisach am Rhein wurde übernachtet. Am anderen Tag ging es dann über Freiburg, Rottweil, Stuttgart wieder der Heimat zu.
Allen Teilnehmern der Fahrt wird dieser Ausflug in den herrlichen Schwarzwald in Erinnerung bleiben.2x mußte eine Ausschußsitzung abgehalten werden. Nun liegt es wieder an uns selbst die Obstbäume zu pflegen, zu spritzen und was wohl das Wichtigste wäre, zu düngen. Denn trotz der reichen Ernte des vorigen Jahres kann jetzt schon ein sehr schöner Knospenansatz festgestellt werden. Allen Mitarbeitern möchte ich für ihre Mühe danken.Wollen wir nun alle mithelfen, dann wird auch im heurigen Jahre der Erfolg nicht ausbleiben.
Weidenbach, den 12. Febr. 1959
gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 59-60Der Mitgliederstand zählt z.Z. ... Mitglieder und 1 Ehrenmitglied.Im bereits verflossenen Geschäftsjahr verstarben 5 Mitglieder, nämlich am 15.3. Fritz Hahn dahier, am 14.4. Stettner Nehdorf, am 3.7. Georg Endreß dahier, am 1.8. Georg Körber von Großbreitenbronn. u. am 15.11. Mich. Hörauf, Bammersdorf.Nach den sehr milden Märztagen im vergangenen Frühjahr, wo die ganze Vegetation bereits 3 Wochen voraus war, setzte ab 20. April sehr starker Frost ein, ein Frost von -11°. Beerensträucher u. Zwetschgen hatten bereits verblüht, haben aber trotzdem einigermaßen gut getragen, aber bei Äpfel und Birnen sah es sehr schlecht aus. Im Gegensatz zu 58 können wir die heurige Obsternte als Mißerfolg im Obstbau verzeichnen.Der vom Kreisverband Feuchtwangen geplante Ausflug unter Leitung von Kreisfachberater Goller ins Bodenseegebiet startete am 7.-9. mit 2 Bussen. Von unserem Verein waren 14 Mann dabei. Der 2. Tag führte uns in die Schweiz zur Bundesgartenschau in Zürich direkt am Zürichsee gelegen. Übernachtet wurde 2x in Konstanz. Am 3. ging es von Konstanz zur Insel Mainau, von da mit der Fähre nach Meersburg. Nach der Mittagspause ging es über Friedrichshafen nach Lindau. Nach einstündiger Rundfahrt auf dem Bodensee ging es wieder Richtung Heimat. Wie beliebt diese Ausflüge sind geht schon daraus hervor, daß sich bereits für nächstes Jahr mehrere Reiselustige gemeldet haben, obwohl noch kein Reiseplan vorliegt.Am 11. Oktober war die Bezirkverbandstagung in Eichstätt, an der ich teilnahm.Die vom Landesverband München angesetzte Wanderversammlung am 9. Nov. fand für die Kreise Ansbach und Feuchtwangen in Ansbach statt. Einige Herrn vom Verein waren anwesend. Der Geschäftsführer des L.V. Herr Pfannschmitt gab verschiedene Richtlinien bekannt.Besprechungen mit den Obmännern war 2x nötig. Allen Mitarbeitern sowie der Staatlichen Gartenbaustelle Triesdorf für ihre Beratung und Unterstützung möchte ich im Namen des Vereins danken.So gehen wir nun in Kürze dem kommenden Jahr entgegen und hoffentlich einer guten Obsternte.
Weidenbach, den 12.12.59.
gez. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1960-61Der Verein hat gegenwärtig 180 Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder.Im abgelaufenen Jahr verloren wir durch Tod 6 Mitglieder, nämlich am 18. Jan. Mich. Meier, Esbach, am 19. Jan. Schmiedmeister Fritz Winkler, Leidendorf, am 20. Jan. Joh. Enser von Kolmschneidbach, am 12. März Fritz Wagner, Kolmschneidbach, am 12. Mai ? Baron, am 9. August Zimmermeister Fritz Knäulein dahier und am 28. August Mich. Herrmann aus Weiherschneidbach.Das hinter uns liegende Geschäftsjahr kann ich als das arbeitsreichste während meiner Tätigkeit als Vorstand bezeichnen. Begann es bereits schon Anfang Februar mit einer Ausschußsitzung, zu der ich die Herrn Bürgermeister auch eingeladen hatte.
Betreff: Ortsverschönerung und Anschaffung von Ruhebänken an schön gelegenen Punkten, vorerst um den Ort. Bereits am 8. März konnte die 1. außerordentliche Versammlung, verbunden mit einem Lichtbildervortrag von Herrn Professor Dr. v. Welz, der eigentliche Miturheber dieser Aktion, abgehalten werden. Mein Bestreben war die Vereinskasse dadurch nicht zu belasten.Schon der 1. Abend zeigte, daß reges Interesse vorhanden war, denn sogleich meldeten sich verschiedene Herren, sich mit der Spende einer Bank zu beteiligen. Als 1. der Malermeister Reiter, 2. H.D. v. Welz, 3. H. Hptl. Reif. Auch wurde ein gesonderter Ausschuß berufen und zwar Eder, Joh., Bürgermeister Eder, H. Reiter, H. Hauptl. Reif, H. v. Welz und Bürgermeister Schwab, Kolmschneidbach. Herr Dr. v. Welz erklärte sich bereit einen weiteren Vortrag mit Lichtbildern aus Triesdorf abzuhalten und zwar am 5. April. Noch vor der Kirchweih standen die ersten Bänke. Insgesamt wurden 21 Bänke freiwillig gestiftet. Durch Nachbestellung von 10 Bänken trat zwar eine kleine Verzögerung ein, jedoch am 25. Juni standen die 21 Bänke.
Bemerken möchte ich, daß alles auf freiwillig opferbereiter Grundlage geschaffen wurde. Allen Spendern u. Mitarbeitern möchte ich, obwohl schon schriftlich geschehen, nochmals herzlich danken. Noch war diese Arbeit nicht beendet, so wurde wiederum der Ruf laut, die Anschaffung einer Obstverwertungsanlage voran zu treiben.Verschiedene Punkte spielten eine Rolle. 1. waren die Obsternteaussichten sehr gut und 2. dadurch, daß die staatliche Gartenbaustelle Triesdorf von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten getrennt wurde, noch dazu der Wechsel im Direktorat in Triesdorf, führten verschiedene Gespräche zwischen dem neuen Direktor Herrn Bauer und dem derzeitigen Leiter der Abteilung Gartenbau in Triesdorf, Herrn Grünstäudl, zu diesem Entschluß. Es wurde uns der alte Mostraum unter verschiedenen Bedingungen kostenlos überlassen. Da damit alle Voraussetzungen gegeben waren, konnte am 17. Juni die 3. außerordentliche Versammlung abgehalten werden. Es wurde beschlossen eine neuzeitliche Anlage anzuschaffen. Die Finanzierung soll durch Anteilscheine in Höhe von 50 Dm gedeckt werden. Herr Kreisfachberater Goller, Feuchtwangen, wurde beauftragt sich mit einer Firma ins Benehmen zu setzen. Am 28. Juni konnte mit der Firma Amos Heilbronn der Kaufvertrag abgeschlossen werden. Die Veränderung im alten Mostraum ließ der Bezirksverband Mfr. ausführen. Dadurch entstanden uns keine Unkosten. Laut Kaufvertrag sollte die neue Anlage am 1. September in Betrieb genommen werden können, war aber der Firma infolge Überlastung nicht möglich. So konnte am 19. Sept. die neue Anlage erstmals in Betrieb genommen werden. Es wurden in 42 Mosttagen bis 25. Nov. etwas über 1200 Ztr. Obst verarbeitet. 25000 l Gärmost, wovon zu Hause sehr viel zu Süßmost, teils durch erhitzen, teils auf kaltem Wege verarbeitet wurde. Im Mostraum stellten wir 17600 l Süßmost her zum großen Teil in Flaschen. Über 7000 Gummikappen fanden dabei Verwendung.Wie bereits erwähnt war die Obsternte 1960 sehr gut. Auch Zwetschgen und Beerenernte war sehr reichlich. Meine Anregung in der vorjährigen Hauptversammlung am 12. Dez. 59., die Winterspritzung überall durchzuführen, verhallte wie schon so oft ins Leere. Der Schädlingsbefall im vorigen Sommer war daher dermaßen stark von Blattläusen, Gespinstmotten an den Hecken, daß wir gezwungen sind, doch Ernst damit zu machen.Der Kreisverband Feuchtwangen veranstaltete auch wieder eine Ausflugsfahrt und zwar vom 12.-14. Juli nach Südtirol. Unter der Leitung von Herrn Kreisfachberater Goller ging die Fahrt reibungslos vonstatten. Vom Verein waren 10 Mann dabei.Am 1. August besichtigte ich mit Herrn Goller den Blumenschmuck im Vereinsgebiet. Leider hat es den ganzen Tag geregnet, so daß es unmöglich war, die bestgeschmückten Häuser im Bild festzuhalten.Gegen Ende des Jahres 1960 verzog das Mitglied Hans Horn aus Esbach. Er war lange Jahre Obmann der Ortschaft Esbach. Dank sei ihm gesagt für seine Mitarbeit. Meinen Mitarbeitern und allen Mitgliedern, die das Unternehmen mit Anteilscheinen unterstützten, sei an dieser Stelle nochmals gedankt.
Besonders danken möchte Herrn Direktor Bauer Triesdorf, unserem Schriftführer Grünstäudl u. dem Kreisfachberater Herrn Goller Feuchtwangen. Möge uns im neuen Jahr 1961 der Erfolg nicht versagt bleiben.
Weidenbach, den 19. Februar 1961
gez. Eder
Tätigkeitsbericht 1961Vom vergangenen Jahr kann kurz berichtet werden:
Der Mitgliederstand ist gegenwärtig ... zahlende und 4 Ehrenmitglieder.Wiederum hat der Tod 3 Mitglieder aus unseren Reihen gerissen.
Am 19. Okt. verstarb Georg Meister v.d. Wannenmühle, am 14. Nov. Sammeth Karl dahier und am 25.2.62 wurde Michael Reuter von Kolmschneidbach zu Grabe getragen.Der Winter 60-61 war außerordentlich trocken und mild. Die ganze Vegetation war 14 Tage - 3 Wochen früher als in normalen Jahren, was zur Folge hatte, daß die Baumblüte sehr bald ihre Pracht entfaltete. Steinobst und Birnen waren verblüht bis im Mai eine naßkalte Witterung einsetzte, was in unserem Gebiet für die Apfelblüte teilweise sich ungünstig auswirkte.Die Beerenernte war reichlich, die Zwetschgenernte war überaus stark. Der Ertrag bei Birnen war je nach Sorte gut. Bei Äpfeln dagegen spärlich.Der Schädlingsbefall war im Gegensatz zum Jahr 1960 sehr gering.Am 23. Juli veranstalteten wir eine Fahrt nach Stuttgart zur Bundesgartenschau. Beteiligung 33 Mann.Die Obstverwertungsanlage kam nur 3 Tage in Betrieb. 28 Ztr. Äpfel und Birnen u. 18 Ztr. Weintrauben.4X mußte der Ausschuß zusammen gerufen werden.An der Kreisverbandsversammlung, die in Herrieden stattfand, waren wir mit 4 Mann vertreten.Am Freitag, den 8. Dez. war eine Versammlung, bei der sehr schöne Lichtbilder v. Gartenbauinspektor Friedl dahier und vom Kreisfachberater Goller aus Feuchtwangen gezeigt wurden.
Anschließend war die Preisverteilung der Blumenprämierung. Es wurden 18 I. Preise, 33 II. Preise u. 18 III. Preise verteilt.Möge uns im Jahr 1962 eine reiche Ernte beschieden sein.
Weidenbach, d. 10. März 1962
gez. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1962Über das zu Ende gehende Geschäftsjahr kann folgendes berichtet werden:Der Mitgliederbestand ist zur Zeit 148 zahlende u 4 Ehrenmitglieder.Leider haben wir durch Tod 1 Mitglied, nämlich die Frau Reinert von hier, verloren. Sie war vor einigen Jahren mit dem goldenen Verbandszeichen geehrt worden.Das vergangene Frühjahr war außerordentlich kalt, naß u. unfreundlich. Zur Zeit der Baumblüte konnten nur dann und wann für kurze Zeit Sonnenstrahlen durchkommen.Der 1. richtig warme Tag war der 8. Juni. Dagegen der 1. Juli mit starkem Frost.Ende April machte der Kreisverband Feuchtwangen einen Sonderausflug nach Holland zur Tulpenblüte. Einige Mitglieder von unserem Verein waren dabei. Vielleicht sind sie auf den später gezeigten Lichtbildern festgehalten?Der alljährliche Lehrausflug vom Kreisverband startete im September unter der Leitung von Herrn Kreisfachberater Goller. Die Reise führte uns nach Wien, ins Burgenland und über Salzburg zurück in die Heimat.Die Beerenernte war trotz schlechten Wetters gut. Die Zwetschgenernte fiel mit wenigen Ausnahmen schlecht aus, auch die Apfelernte war nicht überreich, dagegen die Birnen gut.An 16 Mosttagen wurden zirka 500 Ztr. Obst verarbeitet und zirka 5800 Ltr. Süßmost meist in Flaschen abgefüllt.Am 28. Oktober hielt der Nachbarverein Sommersdorf und Umgb. sein 50-jähriges Vereinsjubiläum ab., wo wir uns mit einigen Mitgliedern unseres Vereins beteiligten. Bis zur Neugründung des Vereins Sommersdorf waren diese alle Mitglied des Obst- u. Gartenbauvereins Weidenbach.Am 10. Dez. war eine Vorstandsbesprechung vom Kreisverband Feuchtwangen anberaumt, bei der Geschäftsführer des Landesverbandes Herr Pfannschmidt, München, anwesend war.3X mußte ich die Vertrauensmänner zu einer Besprechung zusammenrufen. Für ihre Mitarbeit möchte ich ihnen Dank aussprechen.Zum bevorstehenden Jahreswechsel möchte ich Ihnen allen Wohlergehen u. Gesundheit wünschen.Möge uns das Jahr 1963 mit einer reichen Ernte segnen.Weidenbach, den 28. Dez. 1962
gez. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1963Vom hinter uns liegenden Jahr kann folgendes berichtet werden:Der Mitgliederstand ist z. Zeit 170 zahlende u. 4 Ehrenmitglieder.Durch Tod verloren wir am 14 März Herrn Apotheker Syringer, am 27. März Herrn Hans Huber sowie am 4. Sept. Herrn G. Stettner von Nehdorf. Stettner war seit vielen Jahren Obmann der Ortschaft Nehdorf. Seine Verdienste um den Obstbauverein möchte ich hier nochmals würdigen.
Wie wir alle noch in Erinnerung haben, war der vorjährige Winter sehr kalt und lang, begann er doch schon Mitte Nov. 62 mit Frost und Schnee und hielt bis Mitte März hinein an. Die ganze Frostperiode nicht 1x ganz aufgetaut. Aber trotzdem waren die Frostschäden nicht ganz so schlimm ausgefallen wie allgemein befürchtet wurde. Die Baumblüte schob sich durch das späte Frühjahr bis ins Monat Mai hinaus. Die Eisheiligen traten nicht in Erscheinung, haben scheinbar doch durch den langen Winter ihre Wut schon ausgelassen gehabt.In der Zeit vom 9.-12. Juli startete der Kreisverband Feuchtwangen einen Lehrausflug zur internationalen Gartenbauausstellung nach Hamburg u. der Insel Helgoland.Die Versammlung vom Mfr. Bezirksverband fand am 11.8.63. in Feuchtwangen statt.Auf der Jubiläumsfeier am 26.+27.10. anläßlich des 60-jährigen Bestehens des Obst und Gartenbauvereins Weidenbach u. Umgb. zus. mit dem Kreisverband Feuchtwangen möchte ich noch hinweisen u. gleichzeitig allen Mitgliedern der Feier nochmal herzlich danken. Auch nochmal herzlichen Dank dem Direktorat der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf für die Zwetschgenbäume für alle Vereinsmitglieder.Der Ausschuß wurde 4x zu Besprechungen zusammen gerufen. Auch den Obmännern gilt mein Dank für ihre Mitarbeit.An 17 Mosttagen wurden 525 Ztr. Obst meist zu Süßmost verarbeitet.Möge uns im bereits angefangenen Jahr wieder Erfolg im Obstbau, Gesundheit und Friede beschieden sein.
Weidenbach, den 25. Januar 1964
gez. Eder
VorstandJahresbericht 1964

Vom Geschäftsjahr 1964 kann folgendes berichtet werden:

Der Mitgliederstand ist z.Z. ... zahlende Mitgieder und ... Ehrenmitglieder.

Auch im vergangenen Jahr riß der Tod wieder Lücken in unseren Mitgliederstand.
Es verstarben am 13. Februar unser langjähriger Kassier Georg Wellhöfer dahier, am 23. April Leonhard Biller dahier, am 19. Mai Johann Breit dahier, am 6. Juli folgte ihnen Martin Schnell aus Weiherschneidbach. Alle vier waren Ehrenmitglieder u. vor Jahren mit dem goldenen Ehrenzeichen des Landesverbandes ausgezeichnet.
Außerdem verstarb am 14.1.65 Fritz Muser aus Nehdorf.

Bei der Zusammenstellung des Jahresberichtes mußte ich das Jahr 1964 als ein Krisenjahr in unserer Vereinsgeschichte bezeichnen.
Schon bei der Hauptversammlung am 25.1.64 verabschiedeten wir Gartenbau-Oberinspektor Friedl von hier. Herr Friedl ist uns jederzeit mit Rat und Tat beigestanden.
Mein Versprechen damals: Herrn Friedl in seinem neuen Wirkungskreis Schongau zu besuchen, konnten wir am 19.+20. Sept. verwirklichen. Ein Bus der Firma Walter brachte uns dorthin. Leider konnten wir denselben nicht, wie ich erwartet hatte, voll von Mitgliedern machen, so daß wir uns an Außenseiter wenden mußten.

Der Kreisverband unternahm Ende April eine Fahrt nach Holland zur Tulpenblüte.

Am 14.-16. Juli veranstaltete der Kreisverband Feuchtwangen eine Fahrt in die Schweiz.

In der Zeit vom 11.-13. Sept. war die Landesverbandstagung in Würzburg, wo ich am 13.9. Gelegenheit hatte mit einem Kollegen von der Baumwartvereinigung dorthin zu kommen.Herr Goller hat nun zu seiner letzten Fahrt am 11. Okt. aufgerufen. Die Fahrt ging über Langenburg-Künzelsau-Kloster Schöntal-Jagsthausen-Weinsberg zurück über Löwenstein Schwäbisch Hall. Die Fahrt war bei schönstem Herbstwetter überaus interessant.Am 5. November fand im Vereinslokal Eder eine sehr gut besuchte Versammlung mit Lichtbildervortrag v. Kreisfachberater Goller und zugleich Preisverteilung vom Blumenschmuckwettbewerb statt. Zu Schluß derselben wurde Herr Goller, der die Altersgrenze erreicht hatte, mit Dankesworten und einem Andenken vom Verein geehrt und verabschiedet.Nun noch nicht genug wurde auch noch die Staatliche Gartenbaustelle Triesdorf, (einst Hochburg im mittelfränkischen Obstbau), nach Ansbach verlegt. Herr Oberlandwirtschaftsrat Pompejus, dem wir ebenfalls sehr viel zu danken haben, hat uns nun auch noch verlassen müssen.An einer Versammlung der Kreisverbandes Feuchtwangen am 22.1., an der der alte Kreisfachberater verabschiedet und der nun Kreisfachberater Herr Scholz vorgestellt wurde, war der Verein mit 4 Mann vertreten.Obstbaulich gesehen war das Jahr 1964 nicht von großer Bedeutung. Beerenobst gab es reichlich, Birnen waren verhältnismäßig gut, aber bei den Äpfeln war der Ertrag nicht gut, was hauptsächlich der Trockenheit und der dadurch begünstigten Vermehrung der Schädlinge zurückzuführen ist.Verschiedene Male mußten die Vertrauensmänner zu einer Besprechung zusammen kommen.Alen Mitarbeitern spreche ich im Namen des Vereins Dank aus.Möge uns nun das Jahr 1965 eine reiche Obsternte bringen und den Frieden erhalten.Weidenbach, den 12. März 1965
gez. Eder
VorstandJahresbericht 1965Vom vergangenen Geschäftsjahr kann folgendes berichtet werden:Der Mitgliederstand ist z.Z. 164 zahlende Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder.Verstorben sind 1965: Am 15.3. das Ehrenmitglied Georg Herrmann aus Esbach, am 26.4. das Ausschußmitglied u. Baumwart Hans Beier, am 29.9. das Ehrenmitglied Leonhard Probst aus Großbreitenbronn und am 2.12. das Mitglied Georg Zippel aus Leidendorf.

Das Jahr 1965 war, wie das vorjährige ebenfalls, obstbaulich gesehen wieder nicht erfolgreich. Im Gegensatz zu 64 war das Jahr 65 naß und kalt. Schädlinge traten infolge der naßkalten Witterung wenig auf. Jedoch begünstigt durch die andauernde Nässe verbreitete sich der Schorf besonders bei Äpfeln sehr stark. Die Spritzung im Frühjahr konnte, ebenfalls bedingt durch das schlechte Wetter, nicht durchgeführt werden. Wir werden aber gezwungen sein, dieselben in nächster Zeit gründlich nachzuholen. Die Obsternte war besonders bei Birnen und Zwetschgen im allgemeinen gut, bei Äpfeln sehr verschieden, zum Teil gleich Null. Beerenobst kann als gut bezeichnet werden.

An 6 Mosttagen wurden etwa 50 Ztr. Obst in der Hauptsache Birnen verarbeitet. Der Geschäftsführer der Kreisverbandes Feuchtwangen, Herr Goller, organisierte in der Zeit vom 29.4.-2.5. eine Fahrt zur Tulpenblüte nach Holland. Auf der Heimreise besichtigten wir die Bundesgartenschau in Essen. Bald darauf, ebenfalls durchgeführt von Herr Goller, ging es zum Rosenfest nach Steinfurth, und vom 16.-19. Sept. noch mit 2 Bussen nach Südtirol. An allen Fahrten haben sich Mitglieder unseres Vereins beteiligt.

Am 11. Dez. fand in einer sehr gut besuchten Versammlung die Preisverteilung vom Blumenschmuckwettbewerb statt. Dieselbe wurde erstmalig vom neuen Kreisfachberater Scholz durchgeführt und mit viel Lichtbildern verschönt.Die Vertrauensmänner mußten öfter zu Besprechungen zusammen gerufen werden.Allen Mitarbeitern und Mitgliedern gilt der Dank des Vereins.Zum Schluß wünsche ich Ihnen allen ein erfolgreiches Jahr.
Weidenbach, d. 26.2.1966gez. Joh. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1966Der Mitgliederstand des Vereins ist um einige Mitglieder zurückgegangen, teils Wegzug oder Tod.Verstorben sind im vergangenen Jahr am 9.6. Heinrich Zeitler, am 20.7. Frau von Welz, die zwar die letzte Zeit nicht mehr hier wohnte, aber lange Jahre Mitglied des Vereins war, am 12.9. starb durch einen Verkehrsunfall Georg Müller, am 30.9. Johann Körber und am 18. Jan. 67 Bürgermeister Christian Eder.Wiederum ist ein Jahr verflossen, das nicht sehr reichliche Ernte für den Obstbau brachte. Zur Zeit der Blüte war es meist kalt. Die 2. Maihälfte war das Wetter sehr schön bis zum 18. Juni, nur bei Nacht war es durchweg kalt, hatte aber fast einen Vorteil für den Obstbau, denn die Obstmade konnte da nicht fliegen, mindest wären bei Nacht 16°. Die Folge war, daß es fast keine wurmigen Äpfel gab. Der im Sommer einsetzende viele Regen verbreitete die Schorfbildung außerordentlich stark. An 5 Mosttagen konnten etwas mehr als 100 Ztr. Obst verarbeitet werden, zum großen Teil Birnen.Vom Kreisverband Feuchtwangen wurden verschiedene Ausflüge gestartet. Im April zur Tulpenblüte nach Holland, etwas später zur Rosenschau nach Steinfurth, im September fand die Landesverbandstagung in Passau statt, bei der wir von unserem Vereinsgebiet mit 24 Fahrgästen vertreten waren.Im Oktober startete noch eine Fahrt nach Mainfranken. Von Ochsenfurt ging es Mainaufwärts durch das große Gemüseanbau-Gebiet. Sulzfeld war die erste Haltestelle. Ein altes, steinernes Städtchen mit engen Gassen aber dafür ein sehr schönes Speiselokal, die Drachengrotte. Von da ab ging die Fahrt zur Vogelsburg. Eine Fußwanderung brachte uns dann Escherndorf. Von da ging es dann über Würzburg. In Eibelstadt war die letzte Haltestelle. Um 10 Uhr waren wir wieder hier.Die Blumenprämierung wurde von Herrn Scholz durchgeführt. Auch die Fensterblumen verloren durch den vielen Regen ihre Blumenpracht.Zu verschiedenen Sitzungen wurden die Vertrauensmänner zusammengerufen.Für Ihre Mitarbeit sei an dieser Stelle gedankt. Danken möchte ich auch den Herren von der Vorstandschaft für die Ehrung anläßlich meines 70. Geburtstages. Möge uns nun das Jahr 1967 mit etwas besserer Obsternte belohnen.
Weidenbach, den 10. Febr. 1967
gez. Joh. Eder
Vorstand

Jahresbericht 1967Das abgelaufene Geschäftjahr kann als normal bezeichnet werden. Ausgehend vom späten Frühjahr, da der Baumblüte im Mai keine Hemmungen mehr im Wege standen, so konnte bald festgestellt werden, daß die Obsternte gut ausfällt.Der Mitgliederstand konnte gehalten werden. Wiederum sind folgende Mitglieder verstorben: Am 18.1.67. Eder, Christian, langjähriger Bürgermeister, am 23.2. verstarb Hans Pfeiffer, am 3.3 Georg Klein vom Rosenhof, am 5.5. ? Maier und am 20.7. Gebhart Willi.Der schöne Sommer brachte es mit sich, daß wir in der 2. Sept.-Woche mit der Mosterei beginnen konnten.Vom Kreisverband Feuchtwangen wurde bald eine Fahrt nach Karlsruhe gestartet. Eine 2. für August geplant kam wegen zu geringer Beteiligung nicht mehr zu Stande.Am 18. Juli konnte ich mit Herrn Scholz Feuchtwangen die Blumenprämierung im hiesigen Vereinsgebiet durchführen. Der Stand der Fensterblumen war im allgemeinen gut, was sich später bei der Preisverteilung herausstellen wird.Allen Blumenfreunden, den Vertrauensleuten und sonstigen Mitarbeitern sei hiermit im Namen des Vereins gedankt.
Weidenbach, den 2. März 1968
gez. Eder
Vorstand

Jahresbericht 1968Das hinter uns liegende Geschäftsjahr war in obstbaulicher Hinsicht sehr verschieden. Zum Teil gute Ernte oder gleich Null.158 Mitgl., 4 freie Mitgl., 1 EhrenmitgliedDas Jahr 1968 brachte viele Lücken im Mitgliederstand. So verstarb am 31.3. Karl Bellert durch einen Verkehrsunfall, am 13. Mai Andreas Rieger, Leidendorf, am 18. Mai Johann Hahn, Weiherschneidbach, am 24. Mai Johann Weberndörfer, Irrebach, am 8. Juni Fritz Rühl aus Esbach, am 30. Juli Fritz Futz aus Esbach, am 17. Sept. Georg Wellhöfer dahier, am 14. Okt. Michael Schwab aus Irrebach, am 16 Dez. wieder durch einen Verkehrsunfall Johann Schübel aus Leidendorf und der als Nachfolger gedachte Jungbauer Herbert Güntner aus Großbreitenbronn (?), am 29. Dez. Frau Kernstock aus Oberndorf. Außerdem möchte ich erwähnen starb am 16. Juni das frühere Mitglied Hans Steiner, Kolmschneidbach.Wegen zu geringer Beteiligung konnte kein Ausflug stattfinden.An 15 Mosttagen vom 4. Sept. bis 15. November wurden zirka 560 Ztr. Obst verarbeitet, 10615 l zu Süßmost, der Rest 7700 l als Gärmost.Einige Ausschußsitzungen wurden abgehalten. Die Blumenschmuckbewertung wurde von Herrn Kreisfachberater Scholz durchgeführt. Die Preisverteilung wird heute bekannt gegeben.
Den Vertrauensleuten und sonstigen Mitarbeitern möchte ich für ihre Arbeit herzlich danken.
Weidenbach, den 21. Februar 1969
gez. Eder
Vorstand
Jahresbericht 1969Der Verein zählt z.Zeit 1 Ehrenmitglied und ... zahlende Mitglieder. Durch Tod verloren wir am 2.3. Gögelein, Bernhard von hier. 18.4. Scheuerpflug, Hans. 26.4. Reinert, Georg. 9.7. Eder, Christian. 13.11. Gesell, Michael. 22.12. Gögelein, Fritz, alle von hier.Das abgelaufene Geschäftjahr war obstbaulich gesehen sehr gut, brachte es uns doch eine Rekordernte an Äpfeln u. Birnen.So kam es auch, daß die Obstverwertungsanlage an 44 Mosttagen in Anspruch genommen wurde. Über 30-tausend ltr. Süßmost wurde, meist in Flaschen, hergestellt, zirka 1600 Ztr. Die Obstverwertungsanlage ist Eigentum der Vereinsmitglieder und wird nur zu ihren Gunsten betrieben. Eine Gewinnerzielung wird nicht angestrebt. Unterhalt, Ergänzung u. Modernisierung der Anlage muß gewährleistet sein. 113 Mitglieder haben sich mit Anteilscheinen beteiligt.Im Laufe des Sommers konnte ich mit Herrn Kreisfachberater Scholz aus Feuchtwangen den Fensterblumenschmuck bewerten. Das Ergebnis der Bewertung werden wir im Verlauf der Versammlung noch hören.Möge uns nun das Jahr 1970 gesund überstehen lassen. Allen Mitarbeitern des Vereins möchte ich im Namen des Vereins herzlich danken.
Weidenbach, den 14. Februar 1970
gez. Joh. Eder
Vorstand